Wirtschaft

"Dramatisch" für Fachhändler Strafzölle gegen EU gefährden US-Jobs

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Feinkosthändler setzen auf Importprodukte aus Europa. Diese dürften bald deutlich teurer werden.

(Foto: imago stock&people)

Die EU geht davon aus, dass US-Verbraucher am meisten unter den Auswirkungen der neu ankündigten Strafzölle Washingtons leiden werden. Laut einem Handelsverband stehen dadurch auch Tausende Jobs in den Vereinigten Staaten auf dem Spiel.

Die US-Strafzölle auf europäische Lebensmittel wie italienischen Käse, französischen Wein oder schottischen Whisky werden einem amerikanischen Handelsverband zufolge zu höheren Preisen führen. Auch stünden amerikanische Arbeitsplätze bei den 14.000 Fachhändlern und 20.000 weiteren Lebensmittel-Einzelhändlern auf dem Spiel, warnte der Branchenverband Specialty Food Association in Washington. Die Auswirkungen seien "dramatisch". Höhere Preise "werden die Amerikaner in der Brieftasche treffen, gerade wo die Weihnachtszeit näher rückt".

Die USA hatten Strafzölle auf Flugzeuge und andere EU-Importe wie Wein und Käse angekündigt. Sie hatten dafür grünes Licht von der Welthandelsorganisation WTO erhalten. Die französische Regierung kündigte ihrerseits "Vergeltungsmaßnahmen" in Abstimmung mit der EU an, sollten die angekündigten US-Zölle tatsächlich in Kraft treten. Es wäre jedoch besser, "einvernehmliche Lösungen" zu finden, sagte Regierungssprecherin Sibeth Ndiaye. Frankreichs Wirtschafts- und Finanzminister Bruno Le Maire appellierte an die US-Regierung, die "ausgestreckte Hand" seines Landes zu ergreifen.

Anlass der neuen Strafzölle ist der vor der WTO ausgetragene Streit über staatliche Hilfen für Airbus wie auch für den amerikanischen Konkurrenten Boing. Der Streit um die Flugzeugimporte hatte 2004 begonnen, als die US-Regierung Deutschland, Frankreich, Großbritannien und Spanien vorwarf, Airbus illegal zu subventionieren.

Die Handelsbeziehungen zwischen den USA und der EU werden bereits durch von Washington verhängte Strafzölle auf Stahl und Aluminium belastet. Trump hatte in der Vergangenheit immer wieder mit Importaufschlägen auf europäische Autos gedroht.

Quelle: n-tv.de, mba/rts/AFP

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