Wirtschaft

Sängerin entzieht Spotify ihre Liebe Swift reichen zwei Millionen Dollar nicht

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Gut im Geschäft: Taylor Swift.

(Foto: REUTERS)

Taylor Swift profitiert von Spotify sehr viel weniger als vom Streaming-Anbieter behauptet. Sie boykottiert die Schweden - und kann den Schritt locker verschmerzen.

Freunde werden die Popsängerin Taylor Swift und Spotify wohl so schnell nicht wieder. Erst lässt die 24-Jährige sämtliche Alben beim Musikstreaming-Anbieter sperren, dann ignoriert sie die Annäherungsversuche des schwedischen Unternehmens. Nun legt ihr Plattenlabel nach: Spotify zahle viel weniger als angekündigt. Man habe in den vergangenen zwölf Monaten lediglich eine halbe Million Dollar für Streaming auf dem US-Markt bekommen, sagte Firmenchef Scott Borchetta dem Magazin "Time".

Die Antwort von Spotify ließ nicht lange auf sich warten. Insgesamt habe die Plattenfirma in diesem Zeitraum zwei Millionen Dollar erhalten, sagte ein Unternehmenssprecher. Aber selbst das ist deutlich weniger, als Spotify suggeriert hatte.

Unternehmenschef Daniel Ek hatte in einem Eintrag im Firmen-Blog behauptet, die Zahlungen für Top-Musiker wie Taylor Swift könnten in diesem Jahr mehr als sechs Millionen Dollar betragen. Davon scheint Spotify allerdings noch weit entfernt zu sein.

Um die Zahlen in einen Zusammenhang zu rücken: Das erst Ende Oktober erschienene Album der Sängerin verkaufte sich in den USA bisher mehr als 1,7 Millionen Mal, dem "Business Insider" zufolge betrug der Umsatz alleine in der ersten Woche damit etwa zwölf Millionen Dollar. Zwischen dem 27. Oktober und dem 2. November waren 22 Prozent aller in den USA verkauften Alben von Taylor Swift.

Der Streit zwischen der Sängerin und Spotify wird vor dem Hintergrund der Frage ausgetragen, ob der Streaming-Anbieter die Musiker angemessen vergütet. Künstler und Plattenfirmen werfen Spotify und dessen Konkurrenten vor, zu wenig Geld zu erwirtschaften und zugleich Konsumenten davon abzuhalten, die Musik zu kaufen. Beim Streaming können Kunden über das Internet unbegrenzt das Musikangebot der Anbieter abspielen - herunterladen können sie die Titel aber nicht.

Ausbeuter oder Freund?

Spotify gilt als der Marktführer in dem neuen Geschäft und hat nach eigenen Angaben etwa 40 Millionen Nutzer. Rund ein Viertel davon sind zahlende Kunden in einem Abo-Modell, in Deutschland für knapp zehn Euro im Monat. Damit nutzen sie Spotify ohne Werbeunterbrechungen. Im vergangenen Jahr wies das Unternehmen einen Verlust von etwas mehr als drei Millionen Euro aus. Schätzungen zufolge werden pro Abruf zwischen 0,6 und 0,84 US-Cent an die Labels überwiesen.

Ob der Spotify-Boykott Swifts aber tatsächlich mit der Bezahlung zu tun hat, ist nicht klar. Laut Medienberichten könnte der Schritt auch mit Verkaufs-Überlegungen für das Musiklabel Big Machine zusammenhängen, bei dem Swift unter Vertrag steht. Die Idee sei, die Firma mit höheren Verkäufen attraktiver aussehen zu lassen, heißt es.

Unterdessen wies Spotify-Chef Ek die Vorwürfe zurück, die Künstler auszubeuten. "Unsere Interessen stimmen völlig mit Euren überein", schrieb er. Nicht der Streaming-Dienst, sondern die Piraterie sei der Feind der Musiker. Schließlich gebe Spotify 70 Prozent seiner Umsätze an die Musikindustrie zurück. Sein Argument dahinter: Steigende Streaming-Umsätze erhöhen die Einnahmen der Musikindustrie.

Seit seiner Gründung 2008 habe man mehr als zwei Milliarden Dollar an Plattenlabel und Rechteverwalter überwiesen, damit das Geld an die Sänger und Komponisten weitergegeben werde. "Die Piraterie gibt keinen Cent, nichts, null", schrieb Ek.

Quelle: n-tv.de, mit dpa

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