Wirtschaft

Bahn-Güterverkehr Tausende Jobs sind auf Streichliste

Bei der Deutschen Bahn ist die Gütersparte schwer angeschlagen. Angeblich soll nun ein Arbeitsplatzabbau in großem Stil erfolgen. Wirtschaftsschwache Bundesländer könnten komplett aufgegeben werden.

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Güterzüge stehen auf Europas größtem Rangierbahnhof in Maschen in der Nähe von Hamburg.

(Foto: dpa)

Die Deutsche Bahn peilt im Zuge ihres Sanierungskurses auch den Abbau von Tausenden Arbeitsplätzen an. Allein bei der schwer angeschlagenen Güterbahn sei der Abbau von bis zu 5000 Arbeitsplätzen im Gespräch, verlautete aus Unternehmenskreisen. Dies wäre fast ein Drittel der Belegschaft von Europas größtem Schienen-Güterverkehrsunternehmen. Darüber hinaus sollten dort mit 500 ebenfalls ein Drittel der Verladestellen bei Kunden aufgegeben werden, hieß es aus dem Umfeld der Projektgruppe "Zukunft Bahn", bei der auch die Unternehmensberatung McKinsey mitarbeitet.

Dies könne bedeuten, dass wirtschaftsschwache Bundesländer wie Mecklenburg-Vorpommern komplett aufgegeben würden, hieß es weiter. Der Verkehr mit Einzelwaggons von kleineren Kunden soll massiv zurückgefahren werden. Das Sanierungsprogramm soll bis Dezember fertig sein und dann vom Aufsichtsrat beschlossen werden. Es wird auch den Personenverkehr treffen, der stark unter der Konkurrenz der Fernbusse leidet.

Die Deutsche Bahn wollte die Angaben nicht bestätigen: "Das sind Gedankenspiele auf Arbeitsebene, die in keiner Weise mit dem Vorstand abgestimmt sind. Daher kommentieren wir sie auch nicht", sagte ein Konzernsprecher.

Lage im Schienengüterverkehr dramatisch

Die Bahn hat in den vergangenen Jahren stets ihre Ergebnisziele verfehlt und kann seine Investitionen nicht mehr aus eigener Kraft bezahlen. Die Verschuldung steigt daher Richtung neuer Rekorde und hat zuletzt 17,5 Milliarden Euro betragen. Das internationale Logistik-Geschäft (Lkw, Flugzeug Schiff) sowie der europaweite Fernverkehr der Tochter Arriva soll daher teilweise an Investoren verkauft werden.

Die Lage im Schienengüterverkehr ist allerdings besonders dramatisch: Auch dieses Jahr würden die schon gestutzten Planzahlen wieder weit verfehlt. Man gehe von einem operativen Verlust von mindestens 150 Millionen Euro 2015 aus, sagten mit den Zahlen Vertraute. Der August 2015 sei der schwächste August seit mehr als 20 Jahren gewesen. Der Marktanteil des einstigen Monopolisten in Deutschland schrumpfe schnell und liege jetzt wohl nur noch knapp über 60 Prozent. Ein Grund dafür sind auch unpünktliche Transporte, die die Bahn seit Jahren nicht in den Griff bekommt.

Güterbahn-Chef Alexander Hedderich hatte schon im Juli seinen Posten räumen müssen, ebenso wie mehre andere Vorstände im Konzern. Bahnchef Rüdiger Grube steht auch vonseiten der Politik unter Druck, die die wegbrechenden Transporte auf der Schiene mit Sorge sieht. Sie sind sowohl für die Entlastung der Straßen und als auch für die Klimaziele der Bundesregierung von Bedeutung.

Quelle: n-tv.de, Markus Wacket, rts

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