Wirtschaft

Rekordjagd an der Wall Street US-Börsen erreichen Allzeithoch

c07bfcdd14fb8b789cb15706913161e1.jpg

Die Berichtssaison trieb die Indizes auf neue Rekorde.

(Foto: AP)

Die Berichtssaison läuft außerordentlich gut und treibt die Wall Street auf Allzeithochs. Erst in den letzten Handelsminuten schafft der Dow Jones Industrial den Rekord - Nasdaq-Composite und S&P-500 schon vorher. Für Furore sorgen die Aktien von Snap. Der Goldpreis hingegen schwächelt.

Nach einem Tag des Durchatmens haben die Börsenampeln an der Wall Street wieder auf grün gestanden. Dow-Jones-Index, S&P-500 und die Nasdaq-Indizes markierten neue Rekordstände - der Dow schloss zudem erstmals oberhalb der Marke von 35.000 Punkten. Befeuert wurde die Kauflaune von der Berichtssaison, die ganz nach dem Geschmack der Börsianer verlief mit starken Ergebnissen der meisten Unternehmen.

Von 110 Unternehmen aus dem S&P-500, die bislang berichtet haben, hatten 85 Prozent die Gewinnprognosen des Marktes überboten. Der Dow-Jones-Index kletterte um 0,7 Prozent auf 35.062 Punkte, S&P-500 und Nasdaq-Composite zogen um jeweils 1,0 Prozent an. An der Nyse gab es nach ersten Angaben 2035 (Donnerstag 1054) Kursgewinner und 1270 (2246) -verlierer. Unverändert schlossen 118 (139) Titel.

S&P 500
S&P 500 4.393,31

"Wir haben eine Berichtssaison, die außerordentlich gut verläuft", sagte Chefstrategin Seema Shah von Principal Global Investors. Hinzu kam, dass die Corona-Pandemie etwas an Schrecken verloren hatte. Marktteilnehmer gingen davon aus, dass die Regierungen in den USA und Europa wahrscheinlich keine Schließungen verfügen würden, die das Wachstum begrenzten - trotz steigender Fallzahlen.

Selbst schwache Konjunkturdaten bremsten die Wall Street nur kurz: Das Wachstum der US-Wirtschaft hatte sich im Juli verlangsamt. Der von IHS Markit erhobene Sammelindex für die Produktion in der Privatwirtschaft fiel, blieb aber im Wachstum anzeigenden Bereich. Die Einkaufsmanagerindizes des verarbeitenden Gewerbes sowie des Servicesektors verfehlten die Markterwartung zum Teil recht deutlich. "Die Mentalität, in die Schwäche hineinzukaufen, ist intakt und gesund", erklärte Marktstratege Jason Vaillancourt von Putnam Investments die Marktreaktion nach den Daten.

Honeywell und Amex über Erwartungen

Unter den Berichtsunternehmen zeigte sich der Technologiekonzern Honeywell nach einem starken zweiten Quartal zuversichtlicher für das Gesamtjahr. Allerdings hatte die Luft- und Raumfahrtsparte schwächer als erwartet abgeschnitten. Die Aktie verbilligte sich um 1,5 Prozent, auch weil das Unternehmen weiterhin Probleme mit der Lieferkette einräumte. American Express (+1,3%) übertraf die Ergebnisprognosen hingegen.

Snap
Snap 74,76

Der Intel-Umsatz sank minimal, der Gewinn stieg leicht, wobei beide Kennziffern die Erwartungen übertrafen. Allerdings enttäuschte Intel mit dem Ausblick. Intel stürzten 5,3 Prozent ab. Positiv wurden die Geschäftszahlen von Twitter (+3%) aufgenommen. Der Betreiber des gleichnamigen Kurznachrichtendienstes übertraf mit allen Kennziffern die Erwartungen.

Mit einem Kurssprung um 23,8 Prozent reagierte die Snap-Aktie auf den Zahlenausweis des Unternehmens aus dem Bereich Soziale Medien, das seinen Umsatz im zweiten Quartal mehr als verdoppelte. Kimberly-Clark drehten um 0,5 Prozent ins Plus, der Hygieneartikelhersteller hatte die Prognose gesenkt. Der Wechselkursausblick wurde aber bestätigt.

Glanz des Goldes verblasst etwas

Der Dollar zeigte sich leicht befestigt, der Dollarindex gewinnt 0,1 Prozent. Das Euro-Dollar-Paar bewegte sich indes wenig. Damit blieb der Euro auf dem tieferen Niveau, das er am Vortag nach den taubenhaften Aussagen der EZB eingenommen hatte.

Goldpreis
Goldpreis 1.751,41

Der Goldpreis schwächelte und notierte wieder an der 1800-Dollar-Marke. Auf Wochensicht verbilligte sich das Edelmetall um 0,7 Prozent - belastet vom Run in risikoreichere Vermögenswerte. Am Rentenmarkt tat sich auf Tagessicht praktisch nichts.

Wenig Bewegung auch am Erdölmarkt: Die Ölpreise tendierten minimal höher. Nach drei festen Tagen lief die Aufwärtsbewegung aus. "Händler sind sich unsicher, ob die jüngsten Beschlüsse der Gruppe Opec+ bullisch oder eher bärisch zu werten sind", sagte ein Energieanalyst.

Quelle: ntv.de, chl/dpa/DJ

ntv.de Dienste
Software
Newsletter
Ich möchte gerne Nachrichten und redaktionelle Artikel von der n-tv Nachrichtenfernsehen GmbH per E-Mail erhalten.