Wirtschaft

Gute Nachrichten für Anleger US-Geldschwemme hievt Börsen auf Rekordhoch

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Die trotz hoher Inflationsraten weiter Kurs haltende US-Notenbank hat den US-Börsen Unterstützung geleistet.

(Foto: picture alliance / newscom)

Die Aussicht auf eine anhaltende Geldschwemme der US-Notenbank lockt Anleger an die Wall Street zurück. Außerdem hellten ermutigende Firmenbilanzen die Stimmung auf.

Der breit gefasste Leitindex S&P 500 stieg am Mittwoch um bis zu 0,6 Prozent auf ein Rekordhoch von 4393,68 Punkten. Der Dow Jones und der technologielastige Nasdaq legten ebenfalls leicht zu, verfehlten zunächst aber neue Bestmarken. Gefragt waren auch US-Staatsanleihen. Dies drückte die Rendite der richtungweisenden zehnjährigen Bonds auf 1,364 Prozent.

"Am Markt gab es ein Tauziehen zwischen den Bedenken wegen der hohen Inflation und der Bedenken vor einer Straffung der Geldpolitik", sagte Randy Frederick, Manager beim Brokerhaus Charles Schwab. "Solange Fed-Chef Jerome Powell sagt, dass er die Zinsen nicht anheben wird, solange werden sich die Aktienmärkte gut entwickeln." Im Rahmen einer Anhörung vor dem US-Kongress bekräftigte Powell, dass der aktuelle Preisdruck vorübergehend sei und "in den kommenden Monaten" nachlassen werde. Außerdem sei der Arbeitsmarkt noch "ein ganzes Stück" von dem Niveau entfernt, ab dem sein Haus die geldpolitische Unterstützung für die Wirtschaft zurückfahren werde.

Passend zur Zinsentwicklung und den Powell-Aussagen kam der US-Dollar nach dem kräftigen Anstieg vom Vortag merklich zurück. Der Dollarindex sank um 0,4 Prozent. Der Euro stieg auf zuletzt rund 1,1836 Dollar von jüngsten Tiefs unter 1,1775.

An der Nyse gab es nach ersten Angaben 1.413 (Dienstag: 831) Kursgewinner und 1.890 (2.513) -verlierer. Unverändert schlossen 128 (124) Titel.

Licht und Schatten bei Firmenbilanzen

Citigroup
Citigroup 45,55

Auf Unternehmensseite ging die Bilanzsaison mit Geschäftszahlen der Großbanken Bank of America, Wells Fargo und Citigroup weiter. Ähnlich wie Goldman Sachs und JP Morgan, die ihre Zahlen schon am Dienstag veröffentlicht hatten, profitierten auch diese Geldhäuser gewinnseitig von der Auflösung von Rückstellungen, die während der Pandemie gebildet worden waren.

Allerdings sorgte die Einnahmenseite für Enttäuschung, beispielsweise bei Bank of America (-2,5%). Wells Fargo (+4,0%) verzeichnete dagegen höhere Einnahmen als erwartet. Die Citigroup (-0,3%) übertraf die Erwartungen des Marktes, wobei die Einnahmen zumindest weniger sanken als erwartet.

Bei Blackrock (-3,1%) sei gut offenbar nicht gut genug gewesen, denn die Quartalszahlen des Vermögensverwalters läsen sich eigentlich gut, versuchten Händler eine Erklärung der Kursreaktion.

American Airlines
American Airlines 13,98

Gefragt waren dagegen die Papiere von American Airlines, die sich um gut drei Prozent verteuerten. Die Fluggesellschaft stellte den ersten positiven Cash Flow in einem Quartal seit Ausbruch der Coronavirus-Pandemie in Aussicht. Konkurrent Delta Air Lines kehrte im abgelaufenen Vierteljahr in die Gewinnzone zurück. Im Sog von Kursverlusten der gesamten Branche konnten Delta-Aktien ihre Anfangsgewinne aber nicht halten und büßten 1,6 Prozent ein.

Mit den Ölpreisen ging es deutlich nach unten, um bis zu 3,4 Prozent. Sie bewegten sich im Spannungsfeld eines Kompromisses innerhalb der Opec+ und neuer Lagerbestandsdaten aus den USA. Letztere waren bei Rohöl wie erwartet erneut gesunken, und zwar deutlicher als gedacht. Allerdings stieg der Vorrat an Benzin, und auch über eine neuerlich ausgeweitete wöchentliche Ölförderung in den USA auf ein 14-Monatshoch wurde berichtet.

Quelle: ntv.de, sbl/rts

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