Wirtschaft

Interesse an der Europa-Tochter Visa legt 22 Milliarden auf den Tisch

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(Foto: AP)

Im Kreditkartengeschäft zeichnet sich eine schwergewichtige Übernahme ab: Der Anbieter Visa will angeblich die frühere Europa-Tochter wieder zurück unter das Konzerndach holen. Europäischen Banken könnte der Deal reichlich Geld in die Kasse spülen.

Das US-Unternehmen Visa steht einem Medienbericht zufolge kurz vor dem teuersten Zukauf seiner Geschichte. Ziel der Übernahme sei die frühere Tochter Visa Europe, die für rund 22 Milliarden Dollar (20 Milliarden Euro) zurückgekauft werden soll, berichtete das "Wall Street Journal". Eine Visa-Sprecherin lehnte eine Stellungnahme dazu ab.

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An der Börse reagierten Investoren verhalten: Die Visa-Aktie notierte im New Yorker Handel leicht im Minus. Gerüchte um einen möglichen Rückkauf kursieren schon länger. Bereits seit Jahren würden sporadische Gespräche geführt, heißt es in dem Zeitungsbericht. Visa habe aber bestätigt, dass es in den letzten Monaten Fortschritte gab. Einem Insider zufolge will das Unternehmen die Übernahme noch im Oktober unter Dach und Fach bringen.

Analysten rechnen angeblich bereits mit einer Einigung bis zum kommenden Montag. Für Visa wäre es ein durchaus passender Termin: Für Beginn kommender Woche hat der Kreditkartenanbieter seine Quartalszahlen angekündigt.

Geschäft mit halb Europa

Der US-Konzern hatte sich 2007 vor seinem Börsengang von seiner europäischen Sparte getrennt. Visa Europe befindet sich im Besitz der mehr als 3000 europäischen Banken, die Visa-Karten ausgeben. Mit dem börsennotierten US-Konzern Visa Inc ist Visa Europa bislang nur per Lizenzvertrag verbunden. Aufgrund vertraglicher Regelungen könnten die Geldhäuser die Amerikaner unter bestimmten Bedingungen zu einem Rückkauf des europäischen Kreditkartengeschäfts zwingen.

Für die europäischen Partner wäre ein Verkauf ein willkommener Geldsegen: Alleine die britische Großbank Barclays, die den größten Anteil an Visa Europe hält, könnte Kreisen zufolge mehr als 1,5 Milliarden Dollar durch den Verkauf einnehmen.

Quelle: n-tv.de, mmo/dpa