Wirtschaft

Der Fall des Philip Green Vom Sir zum Mister

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Philip Green gibt sich gern glamourös - hier etwa bei einer Topshop-Modenschau mit "Vogue"-Chefredakteurin Anna Wintour (l.) und Supermodel Kate Moss.

(Foto: imago/i Images)

Es wäre ein bislang einmaliger Vorgang in Großbritannien: Kaufhausmogul Philip Green soll seinen Adelstitel aberkannt bekommen. Denn die Traditionskette BHS hat er wohl auf dem Weg nach unten noch einmal ordentlich geschröpft.

Sir Philip Green ist der Mann, der dem britischen Einzelhandel zu Weltruhm verhalf. Das "Forbes"-Magazin listet ihn als einen der reichsten Menschen der Insel. Meist residiert Green in Monaco. Denn er hat Großes erreicht: In seinem Imperium finden sich Marken wie Topshop, Miss Selfridge und Dorothy Perkins. Die Queen schlug Green vom einfachen Mister zum Sir.

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Angestellte von BHS bangen um ihre Pension.

(Foto: imago/i Images)

Doch nun könnte Green zu einem Novum in der britischen Geschichte werden. Denn der 64-Jährige steht kurz davor, seinen Adelstitel zu verlieren. Die britischen Abgeordneten sprachen sich am Donnerstagnachmittag dafür aus. Nun muss zwar noch eine Kommission entscheiden, doch das gilt in Medien als reine Formsache.

Green sei ein "Gauner", sagte ein Abgeordneter am Donnerstag. Ein anderer verglich ihn gar mit Napoleon. Der Frust der Briten sitzt tief. 2000 übernahm Green das Traditionskaufhaus BHS. Das Geschäft lief schlecht - zu altbacken erschien den Briten die Kette, 2015 verhökerte Green BHS für einen symbolischen Betrag von einem Pfund, ein Jahr später brach das einst so stolze Haus zusammen und 11.000 Menschen verloren ihre Jobs.

Sie hofften bis zuletzt auf Green

Das Pikante dabei: In den 15 Jahren, in denen Green über BHS herrschte, schröpfte er den Laden wohl noch einmal so richtig. Green soll jährlich eine ordentliche Dividende eingeheimst haben - am Ende war es wohl ein dreistelliger Millionenbetrag. Von dem Geld finanzierte sich der Mogul seine Luxusjacht "Lionsheart", die nun vor Monaco in der Bucht liegt und zum neuen Partyhotspot der Reichen wird. Just, als die Lichter in den BHS-Filialen vor einigen Wochen ausgingen, tauchten die ersten Fotos des Luxusdampfers in der britischen Presse auf.

Noch ungeklärt ist übrigens, wie ein 571-Millionen-Pfund großes Loch im BHS-Pensionsfonds gestopft werden soll. Hier hatten die Angestellten bis zuletzt gehofft, Green springe ein. Doch der hat sein Geld anderweitig investiert.

Quelle: ntv.de, cas

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