Wirtschaft

Die Fed erwägt den Exit Williams skizziert Ausstiegspläne

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Ein Vorbote größerer Veränderungen? Noch vertritt Williams nicht die Mehrheitsmeinung.

(Foto: REUTERS)

Es ist eine Entscheidung, an der mehr als nur monatliche 85 Milliarden Dollar hängen: Der US-Notenbanker Williams aus Kalifornien spricht sich öffentlich für ein rasches Ende der konjunkturstützenden Maßnahmen aus. Ist das das Ende der Rekordjagd an den Börsen?

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Sieht die Märkte von San Francisco aus: John Williams.

(Foto: REUTERS)

Die US-Notenbank Federal Reserve (Fed) könnte nach Ansicht eines hochrangigen Währungshüters einen Teil ihrer konjunkturstützenden Maßnahmen bereits zum Jahresende einstellen. Derzeit kauft die Zentralbank im Rahmen ihres Anlaufprogramms am Bond-Markt noch Monat für Monat Staatsanleihen im Wert von 85 Mrd. Dollar auf.

Die Maßnahme soll zusätzliche Liquidität in die Märkte pumpen und so die wirtschaftliche Erholung ankurbeln. Das energische Vorgehen gilt als wichtigstes Treibmittel der aktuellen Höhenflüge an den Aktienmärkten.

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"Wir könnten das Tempo unserer Wertpapier-Ankäufe etwas drosseln, vielleicht bereits in diesem Sommer. Wenn alles wie erhofft läuft, könnten wir das Kaufprogramm dann irgendwann später im Jahr beenden", sagte der Präsident der Fed von San Francisco, John Williams, bei einer Rede in Portland. Der Arbeitsmarkt habe sich deutlich verbessert und erhole sich weiter, begründete er seine Einschätzung.

An der US-Börse sorgten die Williams' Aussagen im späten Handel an der Wall Street für deutliche Kursverluste. Die wichtigsten Indizes schlossen im Minus.

Tiefe Gräben im Gremium

Beschlossene Sache ist der Ausstieg allerdings längst noch nicht: Williams ist in diesem Jahr kein stimmberechtigtes Mitglied im Offenmarktausschuss und kann damit nur indirekt Einfluss auf die Geldpolitik ausüben. Wegen der anziehenden Konjunktur hatten bereits die beiden einflussreicheren Fed-Mitglieder Charles Plosser und Richard Fisher gefordert, den Kauf von Staatsanleihen zu reduzieren. Ihr Kollege Eric Rosengren will die extrem lockere Geldpolitik dagegen fortsetzen.

Das Platzen der Immobilienblase 2007/08 hatte die USA in die schwerste Rezession seit Jahrzehnten gestürzt - und der Weltwirtschaft zunächst die heftigen Turbulenzen der Finanzkrise beschert und zugleich den Boden für die europäische Schuldenkrise bereitet.

Um die Krise einzudämmen, hatte die Fed zunächst die Zinsen auf nahe Null gedrückt und anschließend Hunderte Milliarden Dollar in die Wirtschaft gepumpt. Die Zentralbank hatte erst zu Jahresbeginn beschlossen, monatlich Staatsanleihen und Immobilienpapiere im Wert von 85 Mrd. Dollar zu kaufen - und das solange, bis die Arbeitslosigkeit auf etwa 6,5 Prozent gesunken ist.

Im April war die Arbeitslosenquote mit 7,5 Prozent auf den tiefsten Stand seit Ende 2008 gefallen. Die US-Wirtschaft wuchs zu Jahresbeginn allerdings nur um 0,6 Prozent.

Quelle: ntv.de, mmo/rts

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