Wirtschaft

Aufschwung kommt erst 2021 Wirtschaft kriecht ins neue Jahr

127438643.jpg

Trotz der optimistischen Ausblicke bleibe die deutsche Konjunktur gespalten, konstatiert das Ifo-Institut.

(Foto: picture alliance/dpa)

Der Handelskrieg zwischen den USA und China trifft die deutsche Industrie besonders hart. Trotz der schwachen Weltkonjunktur hält das Ifo-Institut eine Rezession für unwahrscheinlich: Die Finanzpolitik trage zur Erholung bei. Mit einem Aufschwung sei trotzdem frühestens im übernächsten Jahr zu rechnen.

Das Ifo-Institut erwartet ungeachtet der schwachen Weltkonjunktur keine Rezession in Deutschland. "Derzeit ist eine gesamtwirtschaftliche Rezession unwahrscheinlich", sagte Konjunkturchef Timo Wollmershäuser in Berlin. Für 2020 sei mit einem Anstieg der Wirtschaftsleistung um 1,1 Prozent zu rechnen, nach 0,5 Prozent im zu Ende gehenden Jahr. Mit einem Aufschwung der Gesamtwirtschaft rechnet das Kieler Instituts für Weltwirtschaft (IfW) frühestens im übernächsten Jahr. Zunächst krieche die Wirtschaft aber in das neue Jahr, konstatieren die Experten aus Kiel. Trotz der aktuellen Schwäche brauche die deutsche Wirtschaft kein Konjunkturprogramm.

"Für 2021 sehen wir jetzt sogar 1,5 Prozent, ein Zehntelpünktchen mehr, als wir bislang dachten", sagte Wollmershäuser vom Ifo-Institut. Zu der allmählichen Erholung trage die Finanzpolitik bei. "Sie schiebt die Konjunktur an: über Entlastungen bei Steuern und Sozialbeiträgen, über eine Ausweitung staatlicher Transfers und über eine Zunahme der öffentlichen Konsum- und Investitionsausgaben", sagte Wollmershäuser. "Das sind im Jahr jeweils knapp 25 Milliarden Euro, die das Wachstum um etwa einen Viertel Prozentpunkt anheben."

Allerdings bleibt die deutsche Konjunktur laut Ifo gespalten. Die auf den Binnenmarkt orientierten Dienstleister und Bauunternehmen dürften weiter wachsen, während sich die exportabhängige Industrie nach wie vor in einer Rezession befinde.

"Die Industrie-Rezession habe ihre Ursachen maßgeblich im Ausland und betreffe Produktionsbereiche, die auf staatliche Nachfrageprogramme kaum reagieren würden", heißt es aus Kiel. Mittelfristig spreche viel dafür, sich im Staatshaushalt über die Prioritäten klar zu werden und Investitionen nach oben zu stellen. Dann müssten andere Bereiche zwingend weniger wichtig sein.

Der von den USA ausgehende Handelskonflikt belaste den Warenaustausch und die Investitionen. "Dies trifft die deutsche Industrie besonders hart, da sie auf Vorleistungs- und Investitionsgüter spezialisiert ist", sagt Wollmershäuser. Auch stehe die Autobranche, eine der deutschen Schlüsselindustrien, vor besonderen Herausforderungen. Die Zahl der Beschäftigten wird dem Ifo-Institut zufolge weiter steigen und 2021 den Rekordwert von knapp 45,6 Millionen erreichen. Die Arbeitslosigkeit soll 2021 unter die Marke von 2,2 Millionen sinken.

Quelle: ntv.de, jki/rts/dpa