Wirtschaft

Tiefster Stand seit 25 Jahren Zahl der Arbeitslosen sinkt

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Die Bundesagentur für Arbeit vermeldet weniger Arbeitslose.

(Foto: picture alliance / dpa)

Die Bundesagentur für Arbeit hat gute Nachrichten: Die Zahl der Arbeitslosen in Deutschland fällt im Juni auf den tiefsten Stand seit Langem. Agentur-Chef Weise befürchtet keine dramatischen Auswirkungen durch den Brexit.

Die Zahl der Arbeitslosen in Deutschland ist im Juni auf den tiefsten Stand seit 25 Jahren gesunken. Bei der Bundesagentur für Arbeit (BA) waren in diesem Monat 2.614.000 Erwerbslose registriert, wie die Behörde in Nürnberg mitteilte. Dies seien 50.000 weniger gewesen als im Mai und 97.000 weniger als vor einem Jahr. Die Arbeitslosenquote sank um 0,1 Punkte auf 5,9 Prozent. Noch weniger Arbeitslose gab es zuletzt im Juni 1991, als gut 2,4 Millionen ohne Beschäftigung waren.

Auch unter Herausrechnung der jahreszeitlichen Schwankungen ging die Arbeitslosigkeit zurück. Saisonbereinigt verzeichnete die BA im Vergleich zum Mai 6000 Erwerbslose weniger. Banken-Volkswirte hatten eine Abnahme um 5000 erwartet.

"Der Arbeitsmarkt entwickelt sich weiter positiv", erklärte BA-Chef Frank-Jürgen Weise. Die sozialversicherungspflichtige Beschäftigung habe kräftig zugenommen. Die Nachfrage nach Arbeitskräften sei hoch.

Weise befürchtet keine dramatischen Auswirkungen für den deutschen Arbeitsmarkt durch das Ja der Briten zum Brexit. "Es gibt jetzt keinen Anlass für uns, in den Krisenmodus zu gehen", sagte Weise. Er schloss nicht aus, dass möglicherweise einzelne Branchen von einem EU-Austritt Großbritanniens betroffen sein könnten. Mit Arbeitsmarktfolgen im großen Stil rechne er allerdings nicht, fügte Weise hinzu.

Viel werde davon abhängen, wie lange die Verhandlungen über einen EU-Austritt Großbritanniens sich hinzögen. Sollten diese viel Zeit in Anspruch nehmen, könnten wichtige Investitionen von Firmen unterbleiben. Weise schloss auch nicht aus, dass sich mit einem britischen EU-Ausstieg Migrationsströme in Europa verändern könnten, von denen dann auch der deutsche Arbeitsmarkt betroffen sein könnte. Als Beispiel nannte er Jobsucher in Polen. Es sei durchaus möglich, dass sich gerade qualifizierte polnische Arbeitskräfte, die bisher nach England gingen, dann nach Deutschland hinorientierten.

Quelle: ntv.de, ghö/rts

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