Wirtschaft

Neubauten decken Bedarf nicht Zahl der Baugenehmigungen geht zurück

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Auch mangelnde Flächen in Ballungsräumen bremsen die Errichtung von Neubauten.

(Foto: picture alliance/dpa)

In vielen Großstädten ist der Wohnraum knapp. Trotzdem werden in den ersten Monaten erneut weniger Baugenehmigungen erteilt. Dafür gibt es mehrere Gründe.

Auf dem vielerorts engen Wohnungsmarkt in Deutschland ist keine Entspannung in Sicht: In den ersten vier Monaten dieses Jahres wurden weniger Baugenehmigungen erteilt als im Vorjahreszeitraum. Die Behörden gaben grünes Licht für den Neubau von gut 105.800 Wohnungen, wie das Statistische Bundesamt mitteilte. Das waren nach Angaben der Wiesbadener Behörde fast 1500 Einheiten oder 1,3 Prozent weniger als vor Jahresfrist.

Eine Steigerung gab es den Angaben zufolge nur bei Einfamilienhäusern mit plus 2,2 Prozent auf ca. 29.000 Bauvorhaben. Bei allen übrigen Gebäudearten registrierten die Statistiker Rückgänge. Besonders deutlich war dies bei Zweifamilienhäusern (minus 5,2 Prozent auf gut 6500 Bauvorhaben). Bei Mehrfamilienhäusern blieben die Genehmigungen mit gut 53.400 um 0,5 Prozent unter dem Wert des Vorjahreszeitraums.

Der Gesamt-Rückgang der Baugenehmigungen im Vergleich zum Vorjahr ist auch mit dem zurückgehenden Bau von Wohnheimen, die vor allem für Flüchtlinge errichtet wurden, zu erklären. In den vergangenen Jahren wurden sehr viele solcher Heime genehmigt, was die Zahl der Genehmigungen insgesamt in die Höhe trieb. Da nun immer weniger solcher Unterkünfte entstehen, sackte die Gesamtzahl der Baugenehmigungen wieder ab. Lässt man die Wohnheime außen vor, gibt es in der Statistik einen Anstieg um 0,7 Prozent.

Um die große Nachfrage nach Immobilien zu decken, müssen nach Einschätzung von Politik und Bauwirtschaft in Deutschland jährlich 350.000 bis 400.000 Wohnungen entstehen. Im vergangenen Jahr wurde der Neubau von knapp 302.800 Wohnungen in reinen Wohngebäuden genehmigt. Inklusive Nichtwohngebäuden gab es im Jahr 2018 gut 347.000 Genehmigungen.

Bereits 2017 und 2018 gingen die Baugenehmigungen zurück, nachdem sie von 2008 bis 2016 kontinuierlich zugelegt hatten. Union und SPD streben im Koalitionsvertrag an, bis 2021 rund 1,5 Millionen Wohnungen zu bauen - das wären 375.000 pro Jahr. Der mittelständische Verband ZDB erwartet in diesem Jahr aber nur die Fertigstellung von 315.000 bis 320.000 Wohnungen. Gebremst wird der Neubau dadurch, dass Flächen in Ballungsräumen knapp sind, die Preise deutlich angezogen haben und Handwerker wegen voller Auftragsbücher kaum hinterherkommen.

Quelle: n-tv.de, jpe/dpa

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