Wirtschaft

Elon Musk ist es egal Zehntausende Tesla-Kunden stornieren Order

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Ein Mann, ein Auto, eine Euphoriewelle: 63.000 Vorbestellungen mehr oder weniger sind für Elon Musk kein Problem.

(Foto: dpa)

Elektro-Tausendsassa Elon Musk gibt gern mit der riesigen Zahl von Vorbestellungen für seinen neuen Tesla "Model 3" an. Dabei hat er bisher unterschlagen, dass ein Teil der Kunden ihre unverbindliche Reservierung schon wieder zurückgezogen hat.

Neben den stets triumphalen Zahlen zu Umsatzsteigerungen und noch gigantischeren Absatzielen hat Tesla-Chef Elon Musk bei der Bekanntgabe der jüngsten Quartalsbilanz erstmals eine andere, weniger glanzvolle Zahl verraten: die der Stornierungen beim neuen Massenmarkt-Modell 3. Musk hatte in den vergangenen Monaten häufig mit den mehr als 500.000 Vorbestellungen für das neue Auto geworben, dessen Auslieferung gerade beginnt.

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Nun räumt Musk ein: Von den insgesamt 518.000 Vorbestellungen sind 63.000 schon wieder zurückgezogen worden. Kritiker hatten immer wieder darauf hingewiesen, dass es sich lediglich um unverbindliche Reservierungen handelt. Bei einer Stornierung zahlt Tesla die 1000 Euro (in den USA 1000 US-Dollar und in Großbritannien 1000 Pfund) "Reservierungsanzahlung" vollständig zurück. Derzeit lägen 455.000 solcher unverbindlichen Reservierungen vor, räumte Musk in einer Telefonkonferenz mit Analysten ein.

Dass die Stornierung von bislang rund zwölf Prozent aller Bestellungen zum Problem werden könnte, glaubt der Tesla-Chef jedoch nicht. Sein Argument: Die Herausforderung bei den ehrgeizigen Wachstumszielen liegt nicht bei der Nachfrage, sondern auf der Produktionsseite. Im vergangenen Jahr lieferte Tesla 84.000 Fahrzeuge aus. 2018 sollen es - alle Modelle zusammengenommen - 500.000 sein, 2020 eine Million.

Die Nachfrage dafür ist offensichtlich da. Laut Musk kommen derzeit pro Tag 1800 Reservierungen dazu. Wer heute ein "Model 3" bestellt, darf frühestens in der zweiten Jahreshälfte 2018 mit der Auslieferung rechnen - wenn Tesla es schafft, seine nagelneuen, noch nie in der Praxis getesteten Produktionsstraßen ohne größere Unterbrechungen mit maximaler Auslastung zu fahren. Viele Experten zweifeln, dass das möglich ist. Kommt es aber zu größeren Verzögerungen, dann könnte die Unverbindlichkeit der Reservierungen zum Problem für Tesla werden. Denn dann kann das Unternehmen unzufriedene Kunden nicht daran hindern, in Scharen davonzulaufen.

Quelle: n-tv.de, mbo

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