Wirtschaft

Aktionärstreffen bei Daimler Zetsche bekommt fast 100 Prozent

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Fototermin am Rand der Hauptversammlung: Vorstandschef Dieter Zetsche (r.) und Aufsichtsratschef Manfred Bischoff posieren für die Fotografen.

(Foto: dpa)

Klares Ergebnis bei der Daimler-Hauptversammlung: Nach der Aussprache mit teils deutlicher Kritik stellen sich die Aktionäre hinter den Kurs der Konzernspitze. Der Dividendenvorschlag findet Gefallen. Ein Investor aus Kuwait rückt in den Aufsichtsrat auf.

Die Aktionäre des Autobauers Daimler haben dem Vorstand rund um Konzernchef Dieter Zetsche sowie den Daimler-Aufsichtsrat mit klarer Mehrheit entlastet. Auf der Hauptversammlung der im deutschen Leitindex Dax notierten Aktiengesellschaft in Berlin stimmten mehr als 99 Prozent der anwesenden Daimler-Anleger für die Entlastung des Vorstands. 96,4 Prozent votierten für die Entlastung des Aufsichtsrats. Vertreten waren 49 Prozent des Grundkapitals.

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Die versammelten Eigentümer des Automobilherstellers folgten zudem dem Aufsichtsrat bei den Vorschlägen für die Besetzung des Gremiums. Aufsichtsratsmitglied Clemens Börsig wurde mit über 85 Prozent wiedergewählt. Zuvor hatten kritische Stimmen unter den Anteilseignern damit gedroht, der Konzernspitze angesichts offener Fragen die Entlastung zu verweigern.

Daimler "Volkswagen 2.0"?

"Können Sie Entwarnung geben, dass wir nicht ein Volkswagen 2.0 werden?", sagte etwa Marc Tüngler von der Deutschen Schutzvereinigung für Wertpapierbesitz (DSW) in Anspielung auf den Abgasskandal bei der Wolfsburger Konkurrenz. Der Stuttgarter Friedens- und Öko-Aktivist Paul Russmann rief für die Kritischen Aktionäre in einem Gegenantrag dazu auf, Vorstand und Aufsichtsrat wegen angeblich zu hoher Abgaswerte selbst bei den neuesten Dieseln die Entlastung zu verweigern.

Von dieser Drohkulisse blieb nicht viel übrig: Kleinere Aktionärsvereinigungen haben in der Regel zu wenig Gewicht, um die Entlastung wirklich infrage zu stellen. Der zuvor während der Hauptversammlung teilweise angegriffene Dividendenvorschlag wurde ebenfalls fast einstimmig angenommen. Die Aktionäre erhalten trotz Rekordergebnis mit 3,25 Euro so viel Dividende wie im Jahr davor.

Golf-Staat im Aufsichtsrat

Neu in die Reihen der Kontrolleure wurde der Chef der Kuwaitischen Investmentbehörde, Bader Mohammad Al Saad, aufgenommen. Er erhielt über 94 Prozent der Stimmen. Der Golfstaat Kuwait ist derzeit mit 6,8 Prozent an dem deutschen Autohersteller beteiligt.

Kritik an der Spitze des Unternehmens gab es während der Aktionärstreffens auch wegen der Rolle Daimlers im Lkw-Kartell und den Ermittlungen der Staatsanwaltschaft Stuttgart im Diesel-Skandal. Aktionärsschützer verlangten mehr Offenheit und Informationen von der Konzernführung, die diese aber mit dem Hinweis auf laufende Verfahren abwies.

20 Prozent mehr für die Aufseher

Einigen Aktionären schmeckte auch die Erhöhung der Aufsichtsratsbezüge um 20 Prozent nicht - was sich offenbar in einem leicht gedämpften Ergebnis bei der Abstimmung über die Entlastung der Daimler-Kontrolleure niederschlug.

Daimler-Chef Zetsche kündigte an, den Autobauer stärker auf abgasarme Antriebsarten auszurichten. Das emissionsfreie Fahren stehe im Zentrum der Strategie des Dax-Konzerns, erklärte er vor versammelten Aktionären.

Quelle: n-tv.de, mmo/DJ/dpa

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