Wirtschaft

"Vielfalt ist uns wichtig" Zuckerberg steht zu Trump-Unterstützern

82208892.jpg

Im Juli sprach Peter Thiel auf dem Parteitag der Republikaner.

(Foto: picture alliance / dpa)

Das Silicon Valley stellt sich gerne als Hort von ethnischer Vielfalt und Gleichberechtigung dar. Das hält Facebook-Chef Zuckerberg trotzdem nicht davon ab, dem Donald-Trump-Unterstützer Peter Thiel den Rücken zu stärken.

Peter Thiel spaltet das Silicon Valley. Schließlich hat der umstrittene Investor 1,25 Millionen Dollar in den Wahlkampf von Donald Trump gesteckt. Das sorgt in einer liberalen Umgebung mit vielen Unterstützern von Hillary Clinton für jede Menge Ärger. So auch bei Facebook.

In einem internen Memo sah sich Facebook-Chef Mark Zuckerberg gezwungen, Thiels Rolle als Aufsichtsratsmitglied seines Unternehmens zu verteidigen. "Wir können keine Umgebung der Vielfalt schaffen wollen und dann fast die Hälfte des Landes ausschließen, weil sie einen anderen politischen Kandidaten unterstützt", schreibt Zuckerberg. "Es gibt viele Gründe, warum jemand Trump unterstützen kann, und die müssen nicht immer etwas mit Sexismus, Fremdenfeindlichkeit, oder dem Gutheißen von sexuellen Übergriffen zu tun haben." Menschen könnten Trump unterstützen, weil sie eine andere Steuer- oder Gesundheitspolitik fordern, auf ihr Waffenrecht bestehen oder ihnen andere Themen wichtig sind, in denen er Clinton widerspreche, so Zuckerberg.

Facebook habe eine moralische Verpflichtung, viele Meinungen und Ansichten zu berücksichtigen, egal wie unvereinbar sie erscheinen mögen. "Vielfalt ist uns wichtig", schreibt Zuckerberg. "Das ist einfach, wenn es bedeutet, sich für Ideen stark zu machen, mit denen man übereinstimmt. Sehr viel schwieriger wird es, wenn es bedeutet, sich für Leute mit anderer Meinung stark zu machen, damit sie sagen können, was ihnen wichtig ist."

Inkubator zieht Konsequenzen

*Datenschutz

Peter Thiel ist seit seiner Zeit als Co-Gründer von Paypal eine zentrale Figur im Silicon Valley. Später gründete er die Datenanalyse-Firma Palantir mit und war einer der ersten externen Kapitalgeber von Facebook. Bekannt wurde Thiel auch außerhalb der USA, weil er die Klage von Ex-Wrestler Hulk Hogan wegen eines Sex-Tapes gegen "Gawker" finanzierte, die die Website in die Pleite trieb.

Nicht nur bei Facebook sorgt Thiel für Gesprächsstoff, sondern auch bei Y Combinator. Bei diesem Inkubator arbeitet Thiel als Berater. Eine Firma mit der Y Combinator zusammenarbeitet, Project Include, zog Konsequenzen. Allerdings andere als Facebook. Thiels Unterstützung für Trump stehe in direktem Konflikt mit den Werten der Firma, die Vielfalt von Mitarbeitern in Unternehmen verbessern wolle, so Project Include - und beendete die Zusammenarbeit.

Y-Combinator-Chef Sam Altman sah sich gezwungen, Stellung zu nehmen. Vermutlich auch deshalb, weil andere Geschäftspartner wenig Verständnis für Thiels Unterstützung von Donald Trump haben. In einer Reihe von Tweets stellte sich Altman hinter Thiel: "Unterschiedliche Ansichten zu verbieten, endet in Extremismus und macht unser Land nicht zu dem was wir wollen", schrieb er. "Meinungsvielfalt ist schmerzhaft, aber wichtig für eine funktionsfähige demokratische Gesellschaft."

Empörung im Silicon Valley

Thiels Unterstützung für Trump bringt eine Branche durcheinander, die versucht, bei ethnischer Vielfalt und Geschlechtergerechtigkeit am Arbeitsplatz eine Vorreiterrolle zu spielen. Viele der prominenten Unternehmer engagieren sich für liberale Themen und haben für Hillary Clinton und andere Demokraten gespendet. Dass Thiel sich für Trump entschieden hat, bringt etliche von ihnen in eine schwierige Situation. Einerseits ist Thiel ein vertrauter Berater, andererseits empört seine Unterstützung Angestellte und Geschäftspartner.

Angeblich soll Thiel Ende des Monats eine Rede in Washington D.C halten, in der er seine Unterstützung für Trump kommentiert, berichtet "Forbes". Auf dem Nominierungsparteitag der Republikaner im Juli rief Thiel die Amerikaner auf, für den Milliardär zu stimmen: "Donald Trump will Amerika nicht wieder groß machen, indem er das Land zurück in die Vergangenheit bringt. Er tritt an, um uns in eine strahlende Zukunft zu führen."

Das sehen viele Amerikaner offenbar anders. In Umfragen liegt Trump deutlich hinter Hillary Clinton.

Quelle: n-tv.de

Mehr zum Thema