Der Börsen-Tag

Der Börsen-Tag Weg für US-Flüssiggas geebnet: Berlin fährt zweigleisig

Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier (CDU) will das Energiewirtschaftsrecht ändern und so den Import von Flüssiggas (LNG) aus dem Ausland erleichtern.

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In Deutschland können Schiffe noch kein LNG anlanden. Drei Standorte bemühen sich derzeit, den Zuschlag für ein Terminal zu bekommen. In anderen europäischen Ländern, wie hier in Schweden, gibt es bereits eine entsprechende Infrastruktur, die aber nur gering ausgelastet ist.

(Foto: picture alliance / dpa)

Er legte ein Eckpunktepapier vor, wonach die deutschen Gasnetzbetreiber verpflichtet werden, Leitungen von Flüssiggashäfen zu bauen, um diese ans Gasnetz anzuschließen. "Mit LNG könnten wir Gas von noch mehr Anbietern beziehen und so unsere Versorgungssicherheit weiter erhöhen - am Ende muss es aber natürlich zu wettbewerbsfähigen Preisen geschehen", erklärte Altmaier zum Auftakt auf einer deutsch-amerikanischen LNG-Konferenz in Berlin.

Das nötige Rechtsetzungsverfahren soll "noch vor der Sommerpause abgeschlossen werden, um allen Marktakteuren schnell Planungs- und Investitionssicherheit zu geben".

Altmaiers Vorstoß hat einen Grund: Deutschland und die USA streiten heftig über die deutsch-russische Pipeline Nord Stream 2. Der jüngste Kompromiss unter den EU-Staaten, der den Bau dieser Pipeline sichert, wurde von Washington scharf kritisiert, weil die USA einen Absatzmarkt für ihre eigenen wachsenden Schiefergasvorkommen suchen. Wegen der Transportkosten über den Atlantik ist das US-Gas bisher nicht konkurrenzfähig.

Die Bundesregierung versucht zweigleisig zu fahren, indem sie die Röhre aus Russland vorantreibt und gleichzeitig den Amerikanern einen LNG-Hafen in Aussicht stellt.

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Quelle: n-tv.de

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