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Das macht gute Manager aus Fünf Praxistipps für Führungskräfte

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Führungskräfte bekommen nicht nur mehr Geld, sondern auch mehr Verantwortung.

(Foto: imago/JuNiArt)

Sie sind exzellent in Ihrem Fachgebiet? Dann werden Sie früher oder später wahrscheinlich auch Personalverantwortung bekommen. Aber wie wird man eine gute Chefin oder ein guter Chef? Hier einige Hinweise, die Sie beherzigen sollten.

Fachlich ein Genie, menschlich eine Katastrophe – die meisten dürften solchen Vorgesetzten im Laufe ihres Berufslebens schon einmal begegnet sein. Das Problem: Viele Mitarbeiter, sie sich in ihrem Job gut schlagen, bekommen früher oder später auch Personalverantwortung. Doch längst nicht alle sind auf dieses Aufgabenfeld vorbereitet. Führung wird an Universitäten und Fachhochschulen normalerweise nur im Rahmen des BWL-Studiums gelehrt. Guten Führungsstil erkennt man unter anderem an diesen fünf Punkten:

1. Vermitteln Sie Wertvorstellungen

"Wenige Dinge auf Erden sind lästiger als die stumme Mahnung, die von einem guten Beispiel ausgeht", sagte Mark Twain. Ein Satz, den sich jeder Manager ins Stammbuch schreiben sollte. Als Führungskraft müssen Sie nicht nur Aufgaben verteilen und Entscheidungen treffen. Sie müssen auch Werte vermitteln. Und das funktioniert am besten, indem Sie diese Werte selbst vorleben.

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Werte, die Sie an Ihren Mitarbeitern schätzen, sollten Sie auch selbst vermitteln.

(Foto: imago/Westend61)

Sie wollen zuverlässige Mitarbeiter? Dann stehen Sie auch selbst zu Ihren Aussagen und Versprechen. Sorgen Sie dafür, dass man Ihnen vertrauen kann. Wenn Sie Fehler machen, versuchen Sie nicht, diese unter den Teppich zu kehren, sondern tragen Sie die Konsequenzen. Sonst dürfen Sie sich nicht wundern, wenn Ihre Angestellten die Verantwortung von sich weisen, wenn etwas schiefläuft. Zollen Sie Ihren Mitarbeitern den Respekt, den sie verdienen, behandeln Sie sie ehrlich und fair. So sichern Sie sich nicht nur Loyalität, sondern legen auch die Basis für ein gesundes Miteinander. Wenn Sie sich wie ein Despot gebären, riskieren Sie, dass sich Ihre Angestellten gegen Sie wenden und sich untereinander nicht mehr grün sind. Der Fisch stinkt bekanntlich vom Kopfe her und niemand arbeitet gern, wenn das Betriebsklima vergiftet ist.

2. Passen Sie Ihren Führungsstil an

Jeder Jeck ist anders, das gilt nicht nur im Köln. Auch Ihr Team besteht aus Individuen mit unterschiedlichen Voraussetzungen und Ansprüchen. Das gilt es bei den alljährlichen Mitarbeitergesprächen zu berücksichtigen. In diesen Gesprächen wird zunächst ausgewertet, was aus den vergangenen Zielvereinbarungen geworden ist. Dann werden neue Ziele formuliert. Wie genau das geschieht, hängt davon ab, mit welchem Mitarbeitertyp Sie es zu tun haben:

  • Pflegeleicht: ein angenehmer Mitarbeiter, der fast alles richtig macht. Halten Sie ihn bei der Stange! Lob kostet nichts, kann aber enorme Wirkung entfalten. Machen Sie also klar, wie sehr Sie seine Arbeit schätzen. Kaum etwas motiviert so sehr wie Erfolgserlebnisse. Überlegen Sie außerdem, wie Sie das Talent weiter fördern können, etwa durch Fortbildungen.
  • Schwierig: ein sorgfältiger Kollege, der oft und viel hinterfragt und ausschweifend diskutiert. Seine Eigenschaften können das Unternehmen voranbringen, aber auch bremsen. Achten Sie besonders auf positive Formulierungen, wenn Sie den "Querulanten" kritisieren. Wenn Sie mit der Tür ins Haus fallen, ernten Sie wahrscheinlich strikte Ablehnung. Um überflüssige Diskussionen zu vermeiden, ist es wichtig, Aufträge und Kompetenzen klar zu definieren.
  • Problematisch: Die Arbeitsmoral sinkt, die Ergebnisse lassen zu wünschen übrig - manche Mitarbeiter werden im Laufe der Zeit zu "Problembären". Machen Sie klar, dass das nicht unbemerkt bleibt. Egal, ob die Gründe im privaten oder im beruflichen Bereich liegen, so kann es nicht weitergehen und das sollte der Mitarbeiter auch wissen. Bieten Sie gegebenenfalls Hilfe an, um wieder auf Kurs zu kommen, machen Sie aber auch klar, dass andernfalls die Kündigung drohen könnte.

 

3. Laufen Sie herum

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Im alltäglichen Kontakt mit den Mitarbeitern erfahren Chefs am ehesten, wo es Verbesserungspotenzial gibt.

(Foto: imago/Westend61)

Wo hakt es? Was fehlt? Wie könnte man Arbeitsprozesse effizienter gestalten? Um das herauszufinden, können Sie eine teure Beratungsfirma engagieren. Sie können sich aber auch einfach in ihrem Team umhören. Gute Führungskräfte kommunizieren nicht nur mit "Ebenbürtigen" im Unternehmen, sondern auch mit jenen, die sie führen sollen. Schon seit den 1970er-Jahren wird das "Management by Wandering around" (MBWA) proklamiert, angewendet wird es immer noch zu wenig. Es ist eben bequemer, sich im Büro zu verkriechen oder Meetings abzuhalten, als Mitarbeiter an ihren Arbeitsplätzen aufzusuchen und zuzuhören. Dabei können Sie gerade hier eine Menge lernen.

Machen Sie es sich zur Gewohnheit, täglich eine Runde durch die Arbeitsräume zu drehen, schauen Sie öfter mal in der Kaffeeküche vorbei oder gehen Sie regelmäßig mit einigen Angestellten Mittagessen. Achten Sie dabei darauf, Ihre Aufmerksamkeit gleichmäßig zu verteilen und nicht einzelne Kollegen zu bevorzugen.

4. Delegieren Sie richtig

Als Führungskraft müssen Sie nicht alles selber machen. Sollen Sie auch nicht! "Delegieren" heißt das Zauberwort. Dabei geht es nicht darum, Arbeit auf andere abzuwälzen, sondern Aufgaben und damit auch Verantwortung zu übertragen. Davon profitieren nicht nur Sie, sondern auch Ihr Team – jedenfalls dann, wenn Sie richtig vorgehen.

Das heißt zunächst mal: Delegieren Sie die richtigen Aufgaben an die richtigen Leute. Manche Dinge können Sie definitiv am besten selbst erledigen, und das sollten Sie dann auch tun. Vorträge etwa schreiben Sie lieber selbst, schließlich wissen Sie am besten, was Sie zu sagen haben. Die nötigen Zahlen und Fakten können andere zusammensuchen und auch für Powerpoint-Präsentationen ist Ihre Zeit vermutlich zu schade. Achten Sie darauf, dass Sie die richtigen Kollegen beauftragen. Also möglichst jemanden, der sich mit der Sache auskennt und freie Kapazitäten hat. Nehmen Sie sich zudem die Zeit für eine richtige Einweisung. Nennen Sie Ansprechpartner und stellen Sie die nötigen Ressourcen zur Verfügung. Sagen Sie konkret, was wie erledigt werden soll, sonst dürfen Sie sich nicht wundern, wenn das Ergebnis anders ausfällt als erwartet. Setzen Sie eine Frist, bis zu der das Projekt erledigt werden soll. Und wenn es erfolgreich verlaufen ist, vergessen Sie nicht, dem Mitarbeiter oder dem Team Anerkennung zu zollen.

5. Kommunizieren Sie richtig

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Anweisungen sollten knapp und präzise sein.

(Foto: imago/Westend61)

Hoch motiviert oder Dienst nach Vorschrift? Auf die Stimmung in Ihrem Team haben Sie als Führungskraft maßgeblichen Einfluss. Effektive Kommunikation ist die Voraussetzung für erfolgreiches Management. Effektiv ist ein Dialog dann, wenn Sie Informationen klar und verständlich austauschen und somit Missverständnissen vorbeugen und wertvolle Arbeitszeit sparen. Kurz: Ihre Angestellten sollen wissen, was die Firma von Ihnen erwartet.

Die gute Nachricht: Kommunikation lässt sich trainieren. Hören Sie aufmerksam zu, lassen Sie Ihre Mitarbeiter ausreden und stellen Sie Fragen. Wenn Sie mit Ihren Ausführungen fertig sind, fassen Sie das Gesagte zusammen und stellen Sie sicher, dass man Sie richtig verstanden hat. Denken Sie daran: Der Ton macht die Musik. Vermeiden Sie negative Formulierungen und gehen Sie auf den individuellen Charakter Ihres Gegenübers ein. Verfallen Sie nicht in PR-Sprache, sondern finden Sie Ihre eigenen Worte, möglichst glaubwürdig und verständlich. Kommen Sie schnell auf den Punkt, Ihre Mitarbeiter sind wahrscheinlich ohnehin schon mit einer riesigen Informationsflut konfrontiert.

Am schwierigsten ist Kommunikation natürlich dann, wenn es darum geht, negative Nachrichten zu überbringen. Sie werden mit solchen Gesprächen vermutlich keine Sympathiepunkte sammeln. Sie können aber dafür sorgen, dass Sie wenigstens nicht als Buhmann dastehen. Wenn Sie einen Mitarbeiter wegen schlechter Leistungen zum Einzelgespräch bitten müssen, vermeiden Sie demotivierende Schuldzuweisungen. Machen stattdessen klar, dass Sie und das Team auf den Kollegen zählen und legen Sie eine klare Strategie fest.

Die unangenehmste Aufgabe des Managements ist es, Mitarbeiter über bevorstehende Entlassungen zu informieren. Sorgen Sie für einen ruhigen und korrekten Gesprächsverlauf, bleiben Sie ehrlich und bereiten Sie sich vorher auf alle möglichen Fragen vor. Sie können die Situation nicht schönreden, Sie können aber Ihre Hilfe anbieten, etwa als Referenz bei der Stellensuche.

Quelle: n-tv.de

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