Marktberichte

Zypern birgt "Restrisiko" Dax betritt dünnes Eis

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Vorsicht glatt und brüchig.

(Foto: picture-alliance / dpa)

Geht alles glatt, wird das zyprische Parlament in Nikosia am Abend das im Sinne der Kleinsparer geänderte Hilfspaket verabschieden. In der Folge sollten Euro und Aktien wieder steigen. Händler sind allerdings skeptisch. Es könnte auch alles ganz anders kommen.

Der Streit um die Ausgestaltung der Zypern-Rettung dürfte die deutschen Standardwerte am Morgen schwächer starten lassen. Der Handel steht seit Montag ganz im Zeichen der Diskussion um die geplante Zwangsabgabe aller Bankkunden.

Die Verunsicherung bei den Anlegern ist groß. Der Leitindex ging am Montag mit einem Abschlag von 0,4 Prozent auf 8010 Zählern aus dem Handel. Jetzt heißt es abwarten. Das zypriotische Parlament soll erst um 18 Uhr über das Rettungspaket der Euro-Finanzminister abstimmen. Auch wenn die Zeichen auf Erfolg stehen, weist ein Händler auf das "gewisse Restrisiko" hin, dass das Parlament in Nikosia die im Sinne der Kleinsparer geänderten Abgaben auf Bankguthaben doch noch ablehnen könnte.

"Sobald an den Finanzmärkten durchsickert, dass der neue Vorschlag der Regierung nicht nur die Zustimmung der Eurogruppe hat, sondern auch die Mehrheit im Parlament erhalten dürfte, werden Aktien und der Euro gekauft", prognostizierte der Händler. Anleger müssten darauf gefasst sein, dass Gerüchte und Spekulationen über den Erfolg der "Sondierungsgespräche" der Regierung im Vorfeld der Abstimmung im Verlauf des Tages jederzeit für starke Kursbewegungen sorgen können.

Für Zuversicht unter den Aktien-Bullen sorgt zum einen der Anstieg der Puts auf den Dax am Vortag als Zeichen der Absicherung und zum anderen der starke Rückfall des VDax im Handelsverlauf. Das Angstbarometer fiel vom Tageshoch bei 17,39 zum Schlusskurs auf 15,32 zurück. Lang & Schwarz berechnet den Dax zum Start unverändert mit 8.011 Punkten.

Von eher untergeordnetem Interesse sind dagegen die spanische Anleihenauktion und die ZEW-Umfrage am Vormittag. "Vermutlich werden Investoren von Spanien mit Blick auf Zypern etwas höhere Zinsen für die Kurzläufer verlangen", vermutet der Händler. Die psychologisch wichtige Zinsschwelle von fünf Prozent für zehnjährige Papiere werde aber wohl nicht überschritten. Die Renditenot der Investoren in einem Niedrigstzinsumfeld sorge für gute Nachfrage, die wiederum den Zins in Schach halte.

Für den ZEW-Index erwarten Analysten für Februar im Schnitt einen leichten Rückgang auf 48 von zuvor 48,2 Punkten.

Die Wall Street verzeichnete am Montag ebenfalls Einbußen: Der Dow-Jones -Index und der der Nasdaq -Composite gaben jeweils 0,4 Prozent, der S&P 500 0,6 Prozent nach.

In Asien erholten sich die Börsen am Dienstag von ihren Vortagesverlusten: Der Nikkei-Index rückte um zwei Prozent vor, der Shanghai-Composite um 0,5 Prozent.

Quelle: ntv.de, rts/DJ

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