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Dow Jones schließt im Minus Die Wall Street bleibt skeptisch

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(Foto: picture alliance/dpa)

Die Erholung an den US-Börsen scheint schon wieder vorbei zu sein. Börsianer verweisen vor der Wiederaufnahme der amerikanisch-chinesischen Handelsgespräche auf Sorgen, dass China einem umfassenden Handelsabkommen zunehmend zögerlich und widerwillig gegenüber stehe.

Die US-Börsen haben zwischen leichten Auf- und Abschlägen gependelt. Zum Wochenbeginn folgte der Aktienmarkt den Schlagzeilen zum Handelskonflikt zwischen den USA und China. Insgesamt passierte nicht viel an der Wall Street, nachdem die US-Arbeitsmarktdaten am Freitag die Gemüter beruhigt hatten. Sie hatte von einer guten Beschäftigungslage gezeugt, ohne jedoch die Hoffnungen auf eine neuerliche Zinssenkung der US-Notenbank zu dämpfen. Der Dow-Jones-Index verlor 0,4 Prozent auf 26.478 Punkte, S&P-500 und Nasdaq-Composite zeigten sich 0,4 bzw. 0,3 Prozent im Minus. Den 1.093 (Freitag: 2.181) Kursgewinnern an der NYSE standen 1.821 (759) -verlierer gegenüber. Unverändert schlossen 125 (77) Aktien.

Dow Jones
Dow Jones 27.934,02

Im Handelsdisput wollen die Streitparteien ihre Gespräche am Donnerstag in Washington wieder aufnehmen. US-Wirtschaftsberater Larry Kudlow hatte sich verhalten optimistisch geäußert, dass eine Annährung klappen könnte. Er sah China etwas kooperativer gestimmt, da es Anzeichen für steigende Käufe von US-Agrargüter gebe. Diese Ansicht stützte die Wall Street ein wenig. Doch dann machten Berichte die Runde, dass China nicht bereit sei, gesetzliche Änderungen zum Schutz des geistigen Eigentums vorzunehmen. Zuvor hatten bereits Meldungen für einen Dämpfer gesorgt, wonach chinesische Vertreter den Umfang der zu besprechenden Themen reduziert hätten.

"Ein zweiter Informant im Trump-Ukraine-Skandal wird China noch mehr ermutigen. (...) Die Nachricht, dass China die Themen eines Handelsabkommens mit den USA einschränken will, ist ein weiterer Schlag für das von den USA gewünschte umfassende Abkommen", sagte Chefanalyst Jasper Lawler von London Capital Group. Lawler nahm damit Bezug auf Berichte über einen weiteren Informanten, der US-Präsident Donald Trump im Ukraine-Skandal belastete.

Rohöl (WTI)
Rohöl (WTI) 55,19

Am Ölmarkt stützten zunächst Meldungen über eine Angebotsverknappung. Der September offenbarte den höchsten Förderrückgang des Erdölkartells Opec seit 17 Jahren, wie eine Übersicht von S&P Global Platts zeigte. Doch dann schwappten die Zweifel über ein Zustandekommen eines Handelsabkommens auch an den Ölmarkt und die Aufschläge lösten sich auf. Der Preis für ein Barrel US-Rohöl der Sorte WTI fiel um 0,1 Prozent auf 52,75 Dollar. Europäisches Referenzöl der Sorte Brent verbilligte sich um 0,1 Prozent auf 58,35 Dollar.

Der Goldpreis gab mit steigenden Marktzinsen und Dollar-Notierungen um 0,8 Prozent auf 1.493 Dollar je Feinunze nach. Am Goldmarkt wurde schon die Tatsache positiv gewertet, dass die Handelsgespräche überhaupt wieder fortgesetzt werden. Die Risikoaversion sei nicht sehr ausgeprägt, hieß es.

Am Rentenmarkt zeigte sich die Rendite zehnjähriger US-Staatsanleihen um 2,6 Basispunkte höher bei 1,55 Prozent. Auch hier drückten die wieder anlaufenden Verhandlungen etwas auf die Notierungen.

Euro / US-Dollar
Euro / US-Dollar 1,11

Am Devisenmarkt neigte der Euro zur US-Währung zur Schwäche, die Gemeinschaftswährung ging zuletzt mit 1,097 Dollar und damit nur unter dem Tageshoch von 1,10 Dollar. Die türkische Lira geriet dagegen zum Greenback gehörig unter Druck. US-Präsident Donald Trump hatte gedroht, die Wirtschaft der Türkei zu "zerstören", falls Ankara im Syrien-Konflikt zu weit gehen sollte.

Unter den Einzelwerten notierten General Electric (GE) knapp behauptet, nachdem sie vorbörslich fast 2 Prozent zugelegt hatten. Der Mischkonzern friert die Betriebsrentenansprüche für 20.000 Mitarbeiter ein. Für ehemalige Mitarbeiter, die schon Renten beziehen, ändere sich nichts, versicherte das Unternehmen. Ziel der Maßnahme ist es, Pensionsdefizit und Schulden deutlich zu reduzieren.

Ein positiver Analystenkommentar verhalf dagegen der Uber-Aktie zu einem Anstieg um gut 2,4 Prozent. Citi hatte die Titel auf "Buy" von "Neutral" hochgestuft. Der Tarifkonflikt bei General Motors ging in die vierte Woche, eine Einigung schien nicht in Sicht. Die Papiere verbilligten sich um 0,5 Prozent.

Quelle: n-tv.de, jki/DJ

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