Marktberichte

Technologiebörsen fester Dow legt wieder leicht zu

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(Foto: picture alliance/dpa)

Während die Lockdown-Maßnahmen die Freude über Fortschritte bei der Entwicklung eines Impfstoffes an den Märkten in den Hintergrund drängen, sorgt plötzlich ein CNBC-Bericht für Auftrieb. Demnach könnten es im Kongress einen neuen Anlauf zur Lösung des Streits über Corona-Hilfen geben.

Nach einem leichteren Start haben sich die Aktienkurse an der Wall Street im Handelsverlauf wieder nach oben in positives Terrain bewegt und nahe den Tageshochs geschlossen. Dabei wurden Technologieaktien favorisiert, weil sie vielfach als Profiteure der Corona-Pandemie gelten. Am Vortag hatte die Stadt New York angesichts der weiter wütenden Corona-Pandemie sämtliche Schulen wieder geschlossen und weitere Restriktionen verhängt und in einigen Bundesstaaten wurden die Anti-Corona-Maßnahmen verschärft.

Drückten zunächst diese Lockdown-Maßnahmen auf die Stimmung, sorgte dann ein CNBC-Bericht für Auftrieb. Demnach könnten Demokraten und Republikaner im Kongress angesichts der hohen Corona-Zahlen möglicherweise doch wieder zu Gesprächen über ein Hilfspaket zusammenkommen. Ein solches wird unter anderem von der US-Notenbank schon lange gefordert, allerdings konnten sich beide Seiten bislang unter anderem über das Volumen noch nicht einigen.

Nvidia
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Der Dow-Jones-Index legte um 0,2 Prozent auf 29.483 Punkte, der S&P-500 um 0,4 Prozent. Die Nasdaq-Indizes gewannen bis zu 0,9 Prozent. Nach ersten Angaben gab es an der Nyse 1.912 (Mittwoch: 1.324) Kursgewinner, 1.163 (1.753) -verlierer und 98 (91) unveränderte Aktien. Dass die wöchentlichen Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe seit Wochen erstmals wieder gestiegen und höher als erwartet ausgefallen waren, unterstrich die Dringlichkeit eines weiteren Stimuluspakets der Regierung. Besser als erwartet lasen sich derweil der Philly-Fed-Index und neue Immobiliendaten.

Das Auf und Ab dürfte mit den Faktoren Corona-Pessimismus und Impfstoff-Optimismus noch länger anhalten, vermuten Teilnehmer. "Die Märkte versuchen zwei sehr unterschiedliche Impulse mit zwei sehr unterschiedlichen Zeiträumen einzupreisen", sagt Marktstratege Hugh Gimber von JP Morgan Asset Management. Die positiven Nachrichten zu einem Impfstoff beträfen einen Zeithorizont über mehrere Monate. Dem stünden die kurzfristigen Entwicklungen der Pandemie gegenüber.

Nvidia von Zahlen uninspiriert - Gopro unter Druck

Bei den Einzelwerten konnte der Grafikchiphersteller Nvidia mit insgesamt guten Quartalszahlen nicht zu Käufen animieren. Die Erlöse in der Automobilzubehörsparte waren allerdings auch um 23 Prozent eingebrochen und US-Sanktionen gegen China könnten Nvidia in Mitleidenschaft ziehen. Die Aktie ging wenig verändert aus dem Tag. Der Getränkeriese Coca-Cola sieht sich mit einer möglichen Steuernachzahlung konfrontiert, weil er zu viele Gewinne auf ausländische Tochtergesellschaften verlagert haben soll. Der Kurs legte im Verlauf mit dem Markt dennoch zu und schloss 1,0 Prozent höher.

L Brands
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L Brands machten einen Satz um über 17 Prozent, nachdem das Bekleidungsunternehmen wieder einen Gewinn ausgewiesen hatte und einen Umsatzsprung von 14 Prozent. Volatil ging es bei Macy's zu, am Ende stand ein Plus von 2,1 Prozent. Der Kaufhausbetreiber fuhr in seinem dritten Quartal zwar einen Verlust ein, dieser fiel aber geringer aus als Analysten erwartet hatten. Gopro sackten um fast 14 Prozent ab, nachdem der Kamerahersteller die Ausgabe einer bis 2025 laufenden Wandelanleihe im Volumen von 100 Millionen Dollar angekündigt hatte.

Brent Rohöl
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Wandelanleihen wirken im Allgemeinen gewinnverwässernd. Dollar erst hoch dann wieder runter. Der Dollar war parallel zur Meldungslage zunächst als sicherer Hafen in Krisenzeiten gesucht, fiel dann aber mit der Hoffnung auf umfangreiche Konjunkturhilfen zurück. Der Dollarindex zeigte zuletzt ein ganz leichtes Minus. Die Ölpreise lagen - parallel zur Entwicklung am Aktienmarkt - zuletzt etwas höher. WTI kostete 0,2 Prozent mehr als am Vortag. Zunächst hatte die Corona-Pandemie belastet, ebenso die Drohung der Vereinigten Arabischen Emirate, aus der Opec+ auszutreten.

Einem Agenturbericht zufolge stellt das Land die Vorteile der Zugehörigkeit zur Allianz der Ölförderländer in Frage. Das Gold zeigte sich weiter von der schwächeren Seite, phasenweise auch belastet vom festeren Dollar. Die Feinunze verbilligt sich um rund 6 auf 1.867 Dollar. US-Staatsanleihen stießen auf moderates Kaufinteresse. Die Zehnjahresrendite fiel um 2 Basispunkte auf 0,85 Prozent.

Quelle: ntv.de, jki/DJ