Marktberichte

Unsicherheit zu groß Fed lässt Dow und Co ins Minus rutschen

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Ein Feuerwerk erlebten die Händler an diesem Mittwoch nicht gerade.

(Foto: AP)

Der Tag, an dem Apple mit einem Rekordwert an der Börse Geschichte schreibt, hält ansonsten wenig Spektakel bereit. Angesichts des ausbleibenden US-Konjunkturpakets schwindet der Optimismus.

In New York sind die wichtigsten Indizes allesamt ins Minus gerutscht. Lange profitierten der Dow Jones Industrial und andere Indexkollegen von einem Hoffnungsschimmer im Tauziehen um ein neues Corona-Konjunkturpaket und der Rekordrally bei den gewichtigen Apple-Aktien, die mit einem erreichten Börsenwert von über zwei Billionen Dollar Börsengeschichte schrieben.

S&P 500
S&P 500 3.286,17

Nach dem spät veröffentlichten Protokoll der jüngsten Sitzung der US-Notenbank Fed verloren die US-Börsen aber ihren Rückenwind, der dem technologielastigen Nasdaq 100 und dem S&P 500 zwischenzeitlich neue Bestmarken beschert hatte. Die Währungshüter betonten wirtschaftliche Unsicherheiten und schürten eben diese auch unter den Anlegern.

Der Dow bestätigte daher am Ende seinen zuletzt lustlosen Trend, indem er um 0,31 Prozent auf 27.692,88 Punkte sank. Immerhin schlug sich der Leitindex damit aber dieses Mal etwas besser als andere wichtige US-Indizes, die nach ihrer Rekordjagd vermehrt unter Gewinnmitnahmen litten. Der S&P verlor 0,44 Prozent auf 3374,85 Punkte und der technologielastige Nasdaq-100-Index büßte 0,71 Prozent auf 11 318,64 Zähler ein.

Apple mit Rekord bei Marktkapitalisierung

Die Apple-Aktie gewann 0,1 Prozent. Im Verlauf knackte die Marktkapitalisierung des iPhone-Herstellers erstmals die Marke von 2 Billionen Dollar. Kein anderes US-Unternehmen war je so hoch bewertet. Der Börsenwert verdoppelte sich damit in nur fünf Monaten. Aus der Corona-Krise ging Apple gestärkt hervor. Der Umsatz übertraf sogar die Erwartungen aus der Vor-Corona-Zeit. Besonders hoch fielen die Mac- und iPad-Umsätze aus, aufgrund des Trends zu Heimarbeit oder -unterricht.

Für die Aktien der Baumarktkette Lowe's ging es nach Zahlen zum zweiten Quartal um 0,2 Prozent nach oben. Umsatz und Gewinn lagen klar über den Erwartungen des Marktes. Für die Target-Papiere ging es 12,7 Prozent aufwärts, nachdem der Einzelhändler einen überraschend starken Gewinnsprung und das stärkste Quartalswachstum der Unternehmensgeschichte gemeldet hat.

Die Boeing-Aktie verlor 0,6 Prozent, obwohl der Flugzeughersteller erstmals seit Dezember eine Bestellung für seinen Problemflieger 737 Max erhalten hat.

Nasdaq 100
Nasdaq 100 11.052,95

Die Goodyear-Aktie verlor 2,4 Prozent. US-Präsident Donald Trump hat seine Anhänger aufgerufen, keine Reifen des Herstellers mehr zu kaufen. Er reagierte auf Berichte, nach denen der Konzern seinen Mitarbeitern das Tragen von Kleidung mit politischen Botschaften wie dem Trump-Slogan "Make America Great Again" verbietet. Der Konzern stellte klar, dass er die Mitarbeiter dazu auffordert, von der Zurschaustellung der Unterstützung jedweder politischen Kampagne oder Partei an der Arbeit abzusehen. Ausgenommen seien Statements gegen Rassismus und Ungleichbehandlung.

Staatsanleihen geben nach - Ölpreise erholen sich mit Lagerdaten

Die US-Staatsanleihen büßten zwischenzeitliche Gewinne wieder ein. Doch die andauernden Unsicherheiten um die Covid-19-Pandmie und die Aussicht, dass die Zinsen noch für eine längere Zeit nahe Null liegen werden, stützen übergeordnet weiter das Sentiment, hieß es. Die Rendite zehnjähriger Papiere gewann 2,2 Basispunkte auf 0,69 Prozent. Fondsmanagerin Georgina Taylor von Invesco verwies zudem auf die zahlreichen politischen Unwägbarkeiten.

Der Dollar erholte sich etwas von seiner jüngsten Schwäche. Der Dollar-Index zog um 0,8 Prozent an. Dagegen geriet der Euro unter Druck und notierte im späten US-Handel noch bei 1,1847 Dollar, nach einem Tageshoch bei 1,1953 Dollar. Auch das Pfund gab zwischenzeitliche Gewinne ab, nachdem es im Verlauf auf den höchsten Stand zur US-Währung seit über sieben Monaten gestiegen war.

Dow Jones
Dow Jones 26.501,60

Die Ölpreise erholten sich von zwischenzeitlichen Verlusten und schlossen nur noch leicht im Minus. Händler verwiesen auf die offiziellen wöchentlichen US-Lagerdaten, die erneut einen Rückgang verzeichnet haben - die vierte Woche in Folge. Daneben sind die Blicke auf eine Konferenz der Opec+ gerichtet, auch wenn hier keine wichtigen Entscheidungen getroffen werden dürften, so Marktteilnehmer. Der Preis für ein Barrel der US-Sorte WTI fiel um 0,1 Prozent auf 42,84 Dollar. Brent gab um 0,6 Prozent auf 45,20 Dollar nach.

Gold wurde ebenfalls verkauft. Nachdem die Feinunze im Tageshoch 2.007 Dollar kostete, fiel der Preis um 3,0 Prozent auf 1.941 Dollar. Teilnehmer verwiesen vor allem auf die Erholung des Dollar.

Quelle: ntv.de, vpe/dpa/DJ