Marktberichte

Ende des Sechstagerennens Gewinnmitnahmen belasten Dax

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(Foto: REUTERS)

Nun ist es fast geschafft: Das zähe Warten auf die Ausführungen von US-Notenbank-Chef Bernanke neigt sich dem Ende. Mit dessen Auftritt vor dem US-Kongress verknüpfen Händler ein Ende der abwartenden Haltung an den Börsen. Am deutschen Aktienmarkt wird der Stand-by-Modus derweil genutzt, um ein wenig Kasse zu machen.

Am deutschen Aktienmarkt ist der Aufwärtstrend der vergangenen Tage gestoppt. Händler nutzten die Gewinne und machten Kasse. Folglich rutschte der Dax nach freundlichem Beginn bei letztlich mageren Umsätzen um 0,4 Prozent auf 8201 Punkte ab. Der MDax gab 0,3 Prozent auf 13.998 Zähler nach. Der TecDax sank um 0,4 Prozent auf 991 Stellen. Der EuroStoxx50 verlor 0,7 Prozent auf 2668 Stellen.

Anleger stellten sich bereits auf eine Anhörung von Fed-Chef Ben Bernanke vor dem US-Kongress am Mittwoch ein. Sie erhoffen sich davon mehr Klarheit über den Zeitplan der US-Notenbank für die Drosselung der Anleihenkäufe. "Dies beherrscht derzeit die Stimmung", sagte ein Händler. Daran konnte auch ein überraschend gesunkener ZEW-Index und die Tatsache, dass Finanzmarktprofis die Aussichten für die deutsche Wirtschaft im Juli deutlich schwächer als erwartet einschätzten, nichts ändern.

"Der ZEW spricht für die These, dass die Zinsen auf lange Sicht niedrig bleiben", sagt ein Händler. Zudem sei der ZEW abhängig von der Entwicklung der Kapitalmärkte und deshalb weniger wichtig als der Ifo, der die Realwirtschaft spiegele.

Selbst die Quartalszahlen von Goldman Sachs konnten Investoren nicht großartig von den Fed-Spekulationen ablenken. Die US-Bank Goldman Sachs verdoppelte ihren Gewinn im zweiten Quartal und überraschte die Anleger damit positiv.

Wilder Tag für Loewe

Im Dax verbilligten sich K + S um 1,6 Prozent auf 26,57 Euro. Allianz sanken 1,4 Prozent auf 115,45 Euro. Linde gaben 1,2 Prozent auf 145 Euro ab. Fester gegen dagegen Commerzbank aus dem Handel. Die Papiere von Deutschlands zweitgrößtem Finanzinstitut zogen 3,1 Prozent auf 6,44 Euro an. Die spanische Großbank Santander hat einem Zeitungsbericht zufolge Interesse an dem Finanzinstitut. ThyssenKrupp kletterten 2,7 Prozent auf 15,77 Euro. Das Papier profitierte von Berichten über den bevorstehenden Verkauf ihres Stahlwerkes in Brasilien.

In der zweiten Reihe fielen Gagfah um 2,4 Prozent auf 8,78 Euro zurück. Deutsche Wohnen büßten 2,1 Prozent auf 12,63 Euro ein. Fuchs Petrolub gaben 2,0 Prozent auf 58,93 Euro nach. Am anderen Ende verteuerten sich Aurubis um 4,8 Prozent auf 42,12 Euro. Das Unternehmen profitiert von steigenden Kupferpreisen und guten Produktionszahlen vom Minenbetreiber Rio Tinto. Wincor stiegen 2,4 Prozent auf 44,39 Euro. Kloeckner + Co erhöhten sich um 1,3 Prozent auf 8,97 Euro.

Im TecDax beendeten BB Biotec mit einem Abschlag von 2,9 Prozent auf 100,85 Euro den Tag als größer Verlierer. QSC verbilligten sich 2,1 Prozent auf 3,02 Euro. Evotec sanken 2,0 Prozent auf 2,59 Euro. Am anderen Ende legen dagegen SMA Solar 4,9 Prozent auf 24,75 Euro zu. Sartorius gewannen 2,2 Prozent auf 80,80 Euro.

Praktiker verlieren 4,0 Prozent auf 0,19 Euro. Die Papiere des schwer angeschlagenen Fernseh-Herstellers Loewe, der mit einem Antrag auf Gläubigerschutz wieder auf die Beine kommen will, brechen zeitweise um 27 Prozent ein - dann geht es wieder in die Gewinnzone bis auf 2,14 Euro. Letztlich gaben sie aber 12,3 Prozent auf 1,74 Euro nach.

Quelle: ntv.de, jwu/DJ/rts/dpa