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Dow Jones legt zu Handelsgespräche tun Wall Street gut

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(Foto: picture alliance / Andrew Gomber)

Die Stimmung an den US-Aktienmärkten ist eigentlich gut: Die Anleger spekulieren auf ein baldiges Ende des Zollstreits zwischen den USA und China. Der Dow-Jones-Index gewinnt leicht. Doch die Nasdaq-Indizes drehen leicht ins Minus.

An den US-Börsen hat sich am Donnerstag kein einheitliches Bild gezeigt. Gute Nachrichten von den Handelsgesprächen zwischen den USA und China stützten die Standardwerte an der Wall Street. Gewinnmitnahmen drückten dagegen die Nasdaq-Indizes leicht ins Minus.

Dow Jones
Dow Jones 25.628,90

Die Verhandlungen zur Beilegung des Handelsstreits befinden sich möglicherweise auf der Zielgeraden. Chinas Chefunterhändler, Vizepremier Liu He, will sich mit US-Präsident Donald Trump treffen und womöglich Pläne für ein Gipfeltreffen mit Chinas Präsident Xi Jinping vorlegen. Dies könnte darauf hindeuten, dass die Handelsgespräche kurz vor einem Abschluss stehen. Die Ankündigung eines Gipfeltermins sei "wahrscheinlich", sagte ein US-Regierungsbeamter. Er wies aber darauf hin, dass sich die Pläne auch noch ändern könnten.

Der Dow-Jones-Index gewann 0,6 Prozent auf 26.385 Punkte, gestützt von Kursgewinnen des Schwergewichts Boeing. Im frühen Geschäft war der Index erneut auf ein Jahreshoch gestiegen. Der S&P-500 schloss 0,1 Prozent höher, der Nasdaq-Composite sank dagegen 4 Punkte. Umgesetzt wurden 709 (Mittwoch: 866) Millionen Aktien. Auf 1.911 Kursgewinner kamen 1.018 -verlierer. Unverändert schlossen 107 Titel.

"Der Handelsstreit selbst ist ein kleiner Teil der wirtschaftlichen, geopolitischen und militärischen Spannungen zwischen den USA und China", sagte Jason Daw, Stratege für die Wachstumsregionen bei der Societe General. Ein Abkommen könnte nach Ansicht der USA Maßstäbe für die Lösung künftiger Spannungen setzen.

Starke Erstanträge - Arbeitsmarktbericht im Blick

Tesla Motors (USD)
Tesla Motors (USD) 211,40

An Konjunkturdaten wurden nur die wöchentlichen Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe veröffentlicht, die überraschend gefallen waren. Im Vergleich zur Vorwoche reduzierten sie sich auf saisonbereinigter Basis um 10.000 auf 202.000 Anträge. Das war der niedrigste Stand seit Dezember 1969. Volkswirte hatten dagegen einen Anstieg auf 218.000 vorhergesagt. Die Daten bewegten den Aktienmarkt allerdings kaum.

Die Blicke der Investoren waren schon auf den offiziellen US-Arbeitsmarktbericht am Freitag gerichtet. Ökonomen rechnen damit, dass im März 175.000 Stellen außerhalb der Landwirtschaft neu dazugekommen sind. Die Arbeitslosenquote sehen sie bei 3,8 Prozent. Der als Indikator dienende ADP-Bericht war am Vortag klar unter den Erwartungen geblieben und zeigte den langsamsten Beschäftigungsaufbau seit 18 Monaten.

Schwache Auslieferungen belasten Tesla-Aktie

Die Tesla-Aktie stand kräftig unter Abgabedruck und büßte 8,2 Prozent ein. Der E-Autobauer hat im ersten Quartal einen unerwartet deutlichen Liefereinbruch bei Neuwagen verzeichnet. Der niedrigere Absatz könnte laut Tesla das Nettoergebnis im ersten Quartal belasten.

Die Titel von Recro Pharma schossen um fast 28 Prozent nach oben. Das Unternehmen hatte eine Restrukturierung und im Zuge derer Entlassungen in einem seiner Geschäftsbereiche angekündigt und zudem den Umsatzausblick angehoben. Außerdem sucht Recro Pharma nach einem strategischen Partner für die Vermarktung der intravenösen Gabe seines Antirheumatikums Meloxicam.

Boeing
Boeing 319,30

Die Boeing-Aktie, die am Mittwoch noch größter Verlierer im Dow war, gewann 2,9 Prozent. Beobachter sahen einen Zusammenhang mit guten Nachrichten zum Update jener fehlerhaften Software, die zum Absturz zweier Boeing-Flugzeuge vom Typ 737 MAX geführt haben soll. Boeing-CEO Dennis Muilenberg hatte per Twitter mitgeteilt, dass das Update während eines Testflugs zuverlässig funktioniert habe.

Im Dow-Jones-Index lag nur noch die Aktie des Chemiekonzerns und Index-Neulings Dow fester im Markt. Sie gewann nachrichtenlos rund 5 Prozent. Die Abstufung auf Underweight durch Morgan Stanley drückte die Micron-Aktie um 2,3 Prozent. Die Analysten begründeten ihre Skepsis mit dem bisher guten Lauf der Aktie in diesem Jahr und der Befürchtung eines Überangebots an Chips.

Ein gelungenes Börsendebüt erlebte die Aktie von Tradeweb. Der Betreiber von elektronischen Handelsplattformen hatte den Ausgabepreis am Mittwochabend auf 27 Dollar festgelegt und damit über der zunächst genannten Spanne von 24 bis 26 Dollar. Am Ende ihres ersten Handelstags notierte die Aktie bei 35,91 Dollar und somit 33 Prozent über dem Ausgabekurs.

Hohe US-Vorräte bremsen WTI-Ölpreis

WTI Oil
WTI Oil 53,77

Die Ölpreise zeigten sich volatil. Im Blick standen auch hier die möglicherweise kurz vor dem Abschluss stehenden Handelsgespräche und damit verbundene Hoffnungen auf eine Belebung der Nachfrage. Nachdem die Preise zeitweise auf den bisher höchsten Stand in diesem Jahr gestiegen waren, fielen sie im späten Geschäft zurück. Nach Angaben von Beobachtern belasteten letztlich erneut die Daten zu den US-Ölvorräten vom Vortag, die überraschend einen deutlichen Anstieg der Rohölbestände gezeigt hatten. Das Barrel WTI verbilligte sich zum Settlement um 0,6 Prozent auf 62,10 Dollar. Für die europäische Referenzsorte Brent ging es um 0,1 Prozent auf 69,40 Dollar nach oben.

Am Devisenmarkt profitierte der Dollar etwas von den positiven Nachrichten zu den Handelsgesprächen und den Arbeitsmarktdaten. Im späten US-Handel kostete ein Euro etwa 1,1220 Dollar. Am Morgen mitteleuropäischer Zeit waren es noch fast 1,1250 Dollar gewesen. Das britische Pfund rutschte wieder unter die Marke von 1,31 Dollar. Zeitweise hatte es davon profitiert, dass das britische Parlament am Vorabend mit knapper Mehrheit für ein Gesetz stimmte, das die Regierung zu einer Verschiebung des Brexit über den 12. April hinaus verpflichtet.

Brent Rohöl
Brent Rohöl 58,85

Am Anleihemarkt legten die Notierungen leicht zu. Im Gegenzug fiel die Rendite zehnjähriger Papiere um 2 Basispunkte auf 2,50 Prozent. Die schwachen deutschen Auftragseingänge hätten auch den US-Treasurys etwas Zulauf gebracht, hieß es. Auf der anderen Seite hätten aber die starken Erstanträge und die Hinweise auf einen offenbar guten Verlauf der Gespräche zwischen USA und China das Interesse an dem vermeintlich sicheren Hafen wieder gedämpft.

Der Goldpreis tendierte wenig verändert, wofür Händler ebenfalls die Fortschritt bei den Handelsgesprächen und die guten Daten zu den Erstanträgen verantwortlich machten. Diese hätten die Erwartung geweckt, dass sich der Beschäftigungsaufbau nach dem schwachen Februar im März wieder beschleunigt habe. Der etwas festere Dollar habe den Goldpreis ebenfalls belastet. Im späten Handel kostete die Feinunze Gold 1.291 Dollar.

Quelle: n-tv.de, kpi/rts/DJ

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