Marktberichte

Wall Street startet in Kauflaune Impfstoff-News beflügeln Anleger

AP_20255639150566.jpg

US-Flagge draußen, Fusionsfieber drinnen: New Yorker Wall Street.

(Foto: STRF/STAR MAX/IPx)

Die Hoffnung auf einen Corona-Impfstoff noch in diesem Jahr sorgt zum Wochenstart für gute Laune an den US-Börsen. Die Vision von milliardenschweren Übernahmen im Technologiesektor verzücken die Anleger regelrecht. Nach zwei Verlustwochen zeigen die Indizes wieder nach oben.

Der US-Leitindex Dow Jones Industrial hat nach zwei Verlustwochen in Folge deutlich zugelegt. Fusionen und Übernahmen heizten die Stimmung an der Wall Street auf. Zudem sorgten Hoffnungen auf einen bald verfügbaren Corona-Impfstoff für bessere Laune. Vor diesem Hintergrund griffen die Anleger vor allem bei den konjunktursensiblen Technologiewerten zu, die Anfang des Monats noch nach ihrer jüngsten Rekordrally schwer unter Druck geraten waren. Der Dow kletterte um 1,18 Prozent auf 27 993,3 Punkte in die Höhe. Der marktbreite S&P 500 zog um 1,27 Prozent auf 3383,5 Punkte an. Für den technologielastigen Nasdaq 100 ging es um 1,72 Prozent auf 11 277,7 Punkte nach oben.

Pfizer
Pfizer 30,70

Für Schub sorgten Nachrichten von Impfstoffentwicklern: Einerseits nahm Astrazeneca nach einer Unterbrechung die Prüfung seines Kandidaten wieder auf, andererseits weiteten Pfizer und der Mainzer Partner Biontech ihre Studie auf etwa 44.000 Probanden aus. "Die Märkte fassen zunehmend Vertrauen, dass wir uns in Richtung eines sicheren und wirksamen Impfstoffes bewegen, möglicherweise schon zum Jahresende 2020, sonst aber zu Beginn des Jahres 2021", sagte Quincy Krosby, Chefstratege bei Prudential Financial. Die Aktien von Pfizer gewannen 2,6 Prozent, die von Biontech 3,6 Prozent. In Frankfurt waren sie gut acht Prozent fester aus dem Handel gegangen. ´

Oracle
Oracle 51,22

Mit einem Aufschlag von 4,3 Prozent wurden die Oracle-Aktien gehandelt. Der Softwarekonzern setzte sich im Rennen um das US-Geschäft des Kurzvideodienstes Tiktok durch. Er vereinbarte eine Partnerschaft mit dem chinesischen Technologiekonzern Bytedance und stach damit die Rivalen Microsoft und Walmart aus. Mehrere Milliardenofferten ließen zudem Spekulationen auf eine Fusionswelle aufkommen. So verkauft der japanische Techologie-Investor Softbank den Chip-Designer ARM für 40 Milliarden Dollar an den Grafikchip-Spezialisten Nvidia - das wäre die bisher größte Fusion in der Branche.

Nvidia
Nvidia 440,70

Nvidia würde damit zu einem der weltweit führenden Chipkonzerne werden. Analysten verwiesen jedoch darauf, dass der Zusammenschluss Fragen bei Aufsichtsbehörden aufwerfen dürfte: "Auch wenn Nvidia Erfolg hatte, die Zustimmung der Behörden in China zur Übernahme von Mellanox zu bekommen, dürfte die Größe und Bedeutung dieser möglichen Fusion erhöhte Aufmerksamkeit auf sich ziehen", schrieb Morningstar-Analyst Abhinav Davuluri. Nvidia-Aktien gingen 5,8 Prozent höher aus dem Handel.

Auch Aktien des Pharmakonzerns Gilead waren gefragt und notierten 2,2 Prozent höher. Das Unternehmen will das Biotech-Unternehmen Immunomedics für 21 Milliarden Dollar übernehmen und so sein Krebsgeschäft ausbauen. Der Kaufpreis sei kein Schnäppchen, sagte Elmar Kraus, Experte bei der DZ Bank. Dadurch werde aber das Onkologie-Standbein signifikant ausgebaut. Der Immunomedics-Kurs verdoppelte sich in etwa.

Quelle: ntv.de, mau/rts