Marktberichte

Leichte Verluste in New York Trump-Ankündigung bremst Wall Street aus

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Das berühmteste Börsenparkett der Welt, zu finden im New York Stock Exchange an der Wall Street, ist teilweise wieder eröffnet.

(Foto: dpa)

An der Wall Street sorgt die Ankündigung Präsident Trumps, sich zu China zu äußern, für einen Dämpfer. Es geht um die heikle Hongkong-Frage. Aber es gibt auch Hoffnungsschimmer.

Sorgen wegen einer Verschärfung des Streits zwischen den USA und China haben die Wall Street ausgebremst. Der Dow-Jones-Index drehte im späten Geschäft ins Minus, nachdem US-Präsident Donald Trump angekündigt hatte, er werde am Freitag über seine Antwort auf Chinas Hongkong-Politik informieren. Am Mittwoch hatte die US-Regierung der chinesischen Sonderverwaltungszone Hongkong ihren Sonderstatus nach US-Recht entzogen und damit auf ein in Peking geplantes Sicherheitsgesetz reagiert, durch das nach Ansicht von Kritikern massiv in die Autonomierechte eingegriffen werden soll. China verurteilte die Entscheidung mit scharfen Worten.

S&P 500
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Der Dow-Jones-Index verlor 0,6 Prozent auf 25.401 Punkte. Der S&P-500 gab 0,2 Prozent ab, und der Nasdaq-Composite fiel um 0,5 Prozent. Dabei gab es 1.270 (Mittwoch: 2.364) Kursgewinner und 1.697 (607) -verlierer. Unverändert schlossen 42 (43) Titel.

Vor dem Rückschlag im späten Handel hatten sich die Anleger zunehmend kauffreudiger gezeigt. Euphorie war indes nicht aufgekommen. Positiv wurde der erste Rückgang der Arbeitslosengeldempfänger seit März gesehen. Dies gilt als weiteres Signal für eine mögliche rasche Wirtschaftserholung. Auch die Zahl der Erstanträge ging zurück, und zwar um 323.000 auf 2,123 Millionen. Ökonomen hatten mit einem Rückgang auf 2,05 Millionen gerechnet. Die Daten stützen die Hoffnung auf ein mögliches Ende des rasanten Stellenabbaus, hieß es. Das US-BIP fiel im ersten Quartal etwas deutlicher als zunächst vermeldet. Eingebrochen ist der Auftragseingang langlebiger Wirtschaftsgüter, was aber erwartet wurde. Daneben half weiterhin die Perspektive einer üppigen Liquidität an den weltweiten Märkten durch die Programme der Staaten und der Geldpolitik der Notenbanken.

Euro rückt deutlich vor - Ölpreise ziehen an

Der Euro baute seine Vortagesgewinne zum Dollar kräftig aus und stieg im späten Handel auf 1,1074 Dollar - der höchste Stand seit Ende März. Der Dollar kam mit den Daten unter Druck. Der Dollar-Index büßte 0,5 Prozent ein. Teilnehmer verwiesen zur Begründung für den festen Euro auch auf das von der EU-Kommission vorgeschlagene Rettungspaket. Nach Einschätzung der Analysten von MUFG birgt es für den Euro die Chance auf eine nachhaltige Erholung der Gemeinschaftswährung. "Insgesamt bewegt sich die EU nun in die richtige politische Richtung", befand Analyst Lee Hardman und weiter: "Das hilft, kurzfristige Abwärtsrisiken für den Euro zu lindern und bedeutet gleichzeitig ein festeres Fundament für eine anhaltende und nachhaltigere Erholung."

Nasdaq Composite
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Konjunkturoptimismus brachte die Ölpreise im späten Geschäft nach oben. Zuvor lastete noch die Furcht vor einem Überangebot. Sie erhielt neue Nahrung durch Daten des Branchenverbands API am späten Mittwoch wie auch den offiziellen Öllagerdaten des US-Energieministeriums am Donnerstag, die jeweils eine deutliche Zunahme der US-Rohölvorräte gemeldet hatten. Der Preis für ein Barrel der US-Sorte WTI kletterte um 2,0 Prozent auf 33,48 Dollar. Für Brent ging es um 0,9 Prozent aufwärts auf 35,04 Dollar.

Der Goldpreis legte um 0,6 Prozent auf 1.719 Dollar zu und notierte damit wieder über der wichtigen Marke von 1.700 Dollar, unter die er am Vortag zwischenzeitlich gerutscht war. Vor allem die Zuspitzung der Lage in Hongkong stütze das Edelmetall, hieß es. Die US-Daten hatten keinen Einfluss auf den Goldpreis.

Die US-Anleihen geben mit den Konjunkturdaten nach. Die Rendite zehnjähriger Titel stieg um 1,6 Basispunkte auf 0,70 Prozent.

HP nach Zahlen unter Druck

Bei den Einzelwerten tendierten die Aktien des Druckerherstellers HP kräftig im Minus. Im zweiten Geschäftsquartal des Unternehmens enttäuschte der Umsatz, während das bereinigte Ergebnis je Aktie die Erwartungen des Marktes übertraf. Auch zeigte sich HP pessimistisch mit Blick auf das laufende dritte Geschäftsquartal. Die Analysten von JP Morgan haben die Aktie auf "Neutral" von "Overweight" gesenkt. Für die Titel ging es um 12,3 Prozent nach unten.

Dagegen legte die Boeing-Aktie um 0,2 Prozent zu. Der US-Flugzeughersteller hat die Produktion der einem weltweiten Flugverbot unterliegenden 737 Max wieder aufgenommen. Diese sei auf "niedrigem" Niveau wieder angelaufen, teilte der krisengeschüttelte Konzern mit. Die Produktion war seit Januar ausgesetzt gewesen.

Walt Disney fiel um 3,9 Prozent. Analyst David Miller von Imperial Capital ist der Meinung, dass die Aktie "zu schnell zu hoch" gestiegen sei. Am Mittwoch hatte der Unterhaltungskonzern seinen Park in Orlando wieder geöffnet. Die Aktie war in den vergangenen vier Wochen über 20 Prozent gestiegen. Miller senkt nun die Einstufung auf "Underperform".

Dollar Tree verteuerte sich um 11,6 Prozent. Die Discount-Ladenkette hat im ersten Quartal einen flächenbereinigten Umsatzzuwachs von 7 Prozent verzeichnet. CFO Kevin Wampler sieht aktuell eine positive Entwicklung, da die Stimulierungsmaßnahmen der Regierung die Taschen der Konsumenten gefüllt haben.

Quelle: ntv.de, vpe/

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