Marktberichte

Dow Jones mit leichtem Plus US-Börsen hoffen auf Trumps Exit-Strategie

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(Foto: dpa)

Nach den Verlusten am Vortag kommt es an der Wall Street zu einer kleinen Erholung. Die Anleger hoffen auf eine baldige Rückkehr zur Normalität und hoffen auf die Exit-Strategie des US-Präsidenten.

In die Hoffnung der US-Anleger auf eine rasche Lockerung der Coronavirus-Restriktionen mischt sich Furcht vor gravierenden wirtschaftlichen Folgen der Pandemie. Der US-Standardwerteindex Dow Jones schloss mit einem Plus von 0,1 Prozent bei 23.538 Punkten. Der breit gefasste S&P 500 stiegt um 0,6 Prozent (2799 Punkte), die technologielastige Nasdaq legte indes 1,9 Prozent auf 8757 Punkte zu.

Investoren könnten nur schwer abschätzen, wann die Wirtschaft wieder hochgefahren werde und wie die Normalisierung im Detail aussehen werde, sagte David Bahnsen, Chef-Anleger des Vermögensverwalters Bahnsen. Entsprechend unklar seien die Auswirkungen auf die Firmengewinne in den kommenden Quartalen.

Manche Anleger würden sich wegen der angekündigten billionenschweren Geldspritzen der Notenbanken in falscher Sicherheit wiegen, sagte Rabobank-Volkswirt Stefan Koopman. "Aber an irgendeinem Punkt muss das mit der Realität bei Konjunktur und Unternehmensgewinnen abgeglichen werden." Auch der Hedgefonds Elliott warnte in einem Brief an Kunden, der Ausverkauf an den Börsen sei noch nicht vorüber. Die Kurse könnten im Vergleich zu ihren Hochs vom Februar bis zu 50 Prozent verlieren. Derzeit liegen Dow Jones und S&P 500 jeweils etwa 20 Prozent unter diesem Niveau.

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Gelassen reagierten Investoren auf die 5,2 Millionen Erstanträge auf US-Arbeitslosenhilfe, die in der vergangenen Woche gestellt wurden. Die Zahlen seien etwas besser ausgefallen als befürchtet, sagte Andrew Smith, Chef-Anleger des Vermögensverwalters Delos. Es sei aber noch zu früh, um Entwarnung zu geben. Am Rohölmarkt nahm die US-Sorte WTI wieder Kurs auf ihr 18-Jahres-Tief vom März und verbilligte sich um 0,4 Prozent auf 19,79 Dollar je Barrel (159 Liter). Die angekündigte Drosselung der Produktion durch die großen Exportländer erscheine zwar massiv, sagte Carlo Alberto De Casa, Chef-Analyst des Brokerhauses ActivTrades. "Angesichts der kollabierten Nachfrage reicht sie aber einfach nicht aus."

Vor diesem Hintergrund rutschten die Papiere von Schieferöl-Förderern wie Marathon, Occidental oder Apache um bis zu 9,5 Prozent ab. Sie leiden besonders stark unter der aktuellen Ölschwemme, weil sie Experten zufolge erst ab einem Ölpreis von etwa 50 Dollar profitabel arbeiten.

Die Titel von United Airlines rutschten um über elf Prozent ab. Die Fluggesellschaft warnte, die Zahl der Buchungen liege bei praktisch Null und eine rasche Verbesserung sei nicht in Sicht. Die Kurse der Aktien der Biotech-Firmen ThermoGenesis und Atossa verdoppelten sich hingegen. ThermoGenesis erhielt von der US-Gesundheitsbehörde grünes Licht für den Vertrieb eines Coronavirus-Tests. Atossa will durch die Kombination zweier bereits zugelassener Medikamente die Genesung von Corona-Patienten beschleunigen.

Quelle: ntv.de, mba/rts