Marktberichte

US-Anleger zeigen sich besorgt Virus beschert Wall Street satte Verluste

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(Foto: picture alliance/dpa)

Die Angst vor einer weiteren Ausbreitung des neuen Coronavirus treibt viele US-Anleger um. Die Wall Street verzeichnet zum Wochenstart ihren höchsten Tagesverlust seit Oktober. Vor allem Fluggesellschaften und Touristik-Konzerne leiden.

Die Wall Street hat den höchsten Tagesverlust seit Anfang Oktober verbucht. Trotz drastischer Maßnahmen in China mit der Quarantäne von über 45 Millionen Menschen breitete sich das neue Coronavirus weiter aus und befeuerte damit die Angst vor einer unkontrollierbaren Pandemie. Die Zahl der Todesfälle, aber auch die der Infizierten war sprunghaft gestiegen. Auch in den USA wurden bereits mindestens 110 Verdachtsfälle gemeldet. Die Furcht vor einer Pandemie ging einher mit der Sorge vor einem globalen Konjunktureinbruch.

Nasdaq Composite
Nasdaq Composite 7.700,10

"Abseits der menschlichen Tragödie und in kalter Marktlogik könnte das Coronavirus das Zeug dazu haben, etwas Hitze aus dem Markt zu nehmen. Dieser ist in den vergangenen Monaten einfach sehr schnell geklettert", sagte Analyst Jasper Lawler von London Capital Group. Auch andere Marktbeobachter sprachen von einem willkommenen Anlass, Gewinne einzustreichen. Der Dow-Jones-Index verlor 1,6 Prozent auf 28.536 Punkte, S&P-500 und Nasdaq-Composite gaben 1,6 bzw. 1,9 Prozent ab.

Hersteller von Schutzmasken profitiert

American Airlines
American Airlines 12,19

Verkauft wurden einmal mehr Aktien, die besonders von den Auswirkungen des Virus betroffen sind. Die Titel der Fluggesellschaften American Airlines, United Airlines und Delta Air Lines gaben bis zu knapp 5,6 Prozent ab. Im Tourismussektor erwischte es die Titel der Royal Caribbean Cruises mit einem Abschlag von 7,6 Prozent. Titel des Hotel- und Kasinobetreiber Las Vegas Sands büßten 6,8 Prozent ein.

Exxon Mobil schlossen mit dem starken Preisverfall bei Erdöl mit minus 2,4 Prozent auf dem tiefsten Stand seit Oktober 2010. Es gab auch Aktien, die von den Virus-Schlagzeilen angetrieben wurden: So schnellten Alpha Pro Tech um über 28 Prozent nach oben. Der Hersteller von Schutzmasken dürfte ein Profiteur der Epidemie sein, so die Marktspekulation. Die Papiere der Impfstoffhersteller und Diagnostikspezialisten haussierten derweil: Co-Diagnostics um 82,4 Prozent, NanoViricides um 87 Prozent, Allied Healthcare Products um 50 Prozent und Inovio Pharmaceuticals um 25,5 Prozent. AbbVie kletterten um 0,6 Prozent. Der Pharmakonzern verkündete Verkäufe bei Allergan, die der Konzern gerade übernimmt. Allergan zeigten sich 0,4 Prozent fester.

Goldpreis klettert auf Sechsjahreshoch

Der Goldpreis kletterte zum Settlement auf den höchsten Stand seit mehr als sechs Jahren. Mit der weiter herrschenden Angst vor einer Ausbreitung des Coronavirus erlebe der "sichere Hafen" einen deutlichen Zulauf, heißt es. Der Preis für die Feinunze erhöhte sich im späten Geschäft um 0,7 Prozent auf 1.583 Dollar.

Rohöl (WTI)
Rohöl (WTI) 20,42

Der Euro gab ebenfalls nach - er wurde auch belastet von einem schwachen ifo-Geschäftsklimaindex in Deutschland. Mit 1,1010 Dollar wurde die Gemeinschaftswährung auf dem tiefsten Stand seit acht Monaten gehandelt - zuletzt war es wenig mehr.

Die Sorgen vor einem Konjunktureinbruch verbunden mit einer sinkenden Nachfrage drückten die Ölpreise auf die tiefsten Stände seit Oktober. Projiziere man die Auswirkungen des Sars-Virus auf das Jahr 2020, rechneten die Analysten von Goldman Sachs mit einem täglichen Nachfragerückgang um rund 260.000 Fass. Das Erdölkartell Opec diskutierte im Verbund mit Russland über mögliche Reaktionen auf das Virus. Der Preis für ein Barrel der US-Sorte WTI fiel um 1,9 Prozent auf 53,14 Dollar. Nordseeöl der Sorte Brent verbilligte sich um 2,3 Prozent auf 59,32 Dollar.

Quelle: ntv.de, jpe/DJ