Marktberichte

Verluste in New York Wall-Street-Händler gehen erstmal in Deckung

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(Foto: picture alliance / dpa)

An der Wall Street erleben die Händler einen mauen Tag. Alle drei großen Indizes lassen Federn, was ausnahmsweise eher weniger mit der Corona-Krise zu tun hat - denn da gibt es nun einen Lichtblick.

Quartalsergebnisse, schwächer als erwartete US-Daten sowie Zurückhaltung vor den Ergebnissen der Sitzung der US-Notenbank hat den Handel an der Wall Street belastet. Dazu kam die weitere Entwicklung der Corona-Infiziertenzahlen. Hier gab es jedoch einen kleinen Lichtblick. Am Montag wurde mit 55.000 Neuinfizierten in den USA der niedrigste Wert seit dem 7. Juli verzeichnet. Dennoch haben einige US-Bundesstaaten nach wie vor schwer zu kämpfen mit der Ausbreitung der Pandemie.

Nasdaq Composite
Nasdaq Composite 10.876,75

Für einen leichten Dämpfer sorgte die schwächer als erwartet ausgefallene US-Verbraucherstimmung für Juli. "Große Rückgänge gab es in Michigan, Florida, Texas und Kalifornien, zweifellos eine Folge des Wiederaufflackerns von Covid-19", sagte die Herausgeberin der Umfrage, Lynn Franco.

Der Dow-Jones-Index verlor 0,8 Prozent auf 26.379 Punkte. Der S&P-500-Index reduzierte sich um 0,7 Prozent auf 3.218 Punkte und der Nasdaq-Composite fiel um 1,3 Prozent auf 10.402 Punkte. An der Nyse gab es 1.405 (Montag: 1.796) Kursgewinner und 1.574 (1.211) -verlierer. Unverändert schlossen 76 (67) Titel.

US-Notenbank und Berichtssaison im Fokus

Die Blicke waren auch auf die Ergebnisse der Sitzung der US-Notenbank gerichtet. Der Offenmarktausschuss (FOMC) dürfte über zusätzliche Anreize für mehr Wachstum diskutieren, obwohl Fed-Offizielle zuletzt eine eher abwartende Haltung signalisiert hatten. Die Beratungen könnten entscheidend sein, wie schnell das Gremium Pläne für eine zusätzliche Lockerung fertig stellen kann, die dann entweder im September oder später bekannt gemacht werden könnten. Am Mittwoch wird mit keinen geldpolitischen Änderungen gerechnet.

Die Fed kündigte bereits an, alle zunächst bis Ende September befristeten Programme bis Jahresende weiter laufen zu lassen. Damit solle Planungssicherheit geschaffen werden. Erst vor kurzem hatte die Notenbank den Zugang zu Kreditprogrammen erweitert. Demnach können sich nicht mehr nur Finanzinstitute mit frischem Geld eindecken, sondern auch sogenannte Broker-Dealer, die Wertpapiere entweder auf eigene Rechnung oder im Auftrag von Kunden kaufen oder verkaufen.

Die Zahl der Unternehmensergebnisse nahm am Dienstag wieder deutlich zu. Fahad Kamal, Chefmarktstratege bei Kleinwort Hambros warnte aber: "Die Unternehmenschefs scheinen weniger optimistisch in die Zukunft zu blicken als die Investoren." Die Märkte preisten offenbar eine Rückkehr zur Normalität bis Ende des Jahres ein, befördert von der Hoffnung auf einen Impfstoff.

Im Fokus stand auch das von den Republikanern eingebrachte Hilfspaket, das zwar eine Verlängerung der Hilfen für Arbeitslose vorsieht, diese aber für den September von 600 Dollar wöchentlich auf 200 Dollar senken will. Danach soll es Staatshilfen in Höhe von 70 Prozent des letzten Gehalts geben. Die Demokraten müssen dem Paket noch zustimmen.

3M nach Zahlen unter Druck - Pfizer legen zu

Die Corona-Pandemie hat dem US-Mischkonzern 3M auch im zweiten Quartal zu schaffen gemacht. Gewinn und Umsatz verfehlten die Erwartungen. Eine Prognose für das laufende Jahr traut sich das Unternehmen wegen der herrschenden Unsicherheit über die wirtschaftliche Entwicklung nach wie vor nicht zu. Die Aktie fiel um 4,8 Prozent.

Pfizer hat dagegen bei Gewinn und Umsatz die Erwartungen übertroffen und die Ziele angehoben. Zudem beginnt der Pharmakonzern gemeinsam mit Biontech mit einer klinischen Studie der Phase 2/3, um einen Impfstoff gegen Covid-19 zu erproben. Pfizer gewannen 3,9 Prozent, Biontech verloren dagegen 1,3 Prozent.

McDonald's büßten 2,5 Prozent ein. Die Fastfood-Kette hatte unter den Folgen der Corona-Pandemie zu leiden. Angesichts geschlossener Restaurants sackte der Gewinn um 68 Prozent ab.

Raytheon fielen um 0,2 Prozent. Auf bereinigter Basis hat der Rüstungskonzern die Gewinnerwartungen übertroffen, der Umsatz stieg um 24 Prozent. Allerdings musste das Unternehmen wegen der Corona-Pandemie eine milliardenschwere Abschreibung vornehmen.
Intel verloren nach anfänglichen Gewinnen 0,7 Prozent. Der Kurs war jüngst wegen Problemen bei der Entwicklung neuer Chip-Designs abgestürzt. Der Konzern hat nun mitgeteilt, das Technologieteam umzubauen. Technikchef Venkata Renduchintala verlässt das Unternehmen.

Goldpreis legt weiter zu

Der Goldpreis stieg weiter. Nachdem erneut ein Rekordhoch bei 1.981 Dollar markiert wurde, setzten zwar leichte Gewinnmitnahmen ein, diese waren aber schon nach kurzer Zeit wieder ausgelaufen. Der Preis für die Feinunze stieg um 0,7 Prozent auf 1.956 Dollar. Die Analysten von Goldman Sachs gehen von einer Zunahme in den kommenden zwölf Monaten auf 2.300 Dollar nach zuvor 2.000 Dollar aus. Vor allem geopolitische und pandemiebedingte Unsicherheiten treiben ebenso wie die Unsummen an billigem Geld, das Notenbanken und Staaten in die Wirtschaft pumpen, hieß es.

Am Devisenmarkt erholte sich der Dollar leicht nach seinen herben Verlusten der jüngsten Zeit. Der Euro fiel auf 1,1715 Dollar nach einem Tageshoch bei 1,1774 Dollar.

Die Ölpreise zeigten sich etwas leichter. Der Markt bewege sich weiter in einer recht engen Spanne, so ein Teilnehmer. Erneute negative Auswirkungen durch die Corona-Pandemie stellten derzeit den größten Risikofaktor dar, hieß es. Ein Impuls könnte von den API-Daten zu den US-Lagerbeständen ausgehen, die am späten Abend anstehen. Der Preis für ein Barrel der US-Sorte WTI fiel um 1,5 Prozent auf 40,96 Dollar, Brent verlor 0,6 Prozent auf 43,14 Dollar.

Die US-Anleihen erholten sich etwas von dem leichten Rückgang am Montag. Die Zehnjahresrendite fiel um 2,6 Basispunkte auf 0,58 Prozent - den tiefsten Stand seit drei Monaten. Die Blicke seien vor allem auf die US-Notenbank gerichtet, hieß es.

Quelle: ntv.de, vpe/DJ/rts