Marktberichte

Banken berichten weiter Wall Street schnauft durch

160309BER342_160309BER342.jpg-preview2[1].jpg

Nach der Rekordjagd halten die Anleger inne. Dabei fehlt es nicht an frischen Impulsen. Auf der Tagesagenda stehen eine Reihe an Konjunkturdaten. Und auch die Berichtssaison bietet Stoff.

Nach der Gewinnsträhne der beiden vergangenen Tage haben es die Anleger an Wall Street etwas ruhiger angehen lassen. Am Vortag hatte der S&P-500 ein neues Rekordhoch erreicht, nun musste der Markt etwas durchschnaufen. Der über Erwarten gut ausgefallene Philadelphia-Fed-Index konnte die Börsianer nicht zu Käufen ermutigen. Auch die wöchentlichen Daten vom Arbeitsmarkt signalisierten eine weitere Erholung. "Aktien sind auf diesem Niveau ein bisschen teurer, aber ich glaube nicht, dass eine Korrektur unmittelbar bevorsteht", sagte Oliver Pursche von Gary Goldberg Financial Services.

Der Dow-Jones-Index fiel um 0,4 Prozent auf 16.417 Punkte. Der S&P-500 verlor 0,1 Prozent auf 1846 Punkte.  Die Nasdaq dagegen verbuchte einen Zuwachs von 0,1 Prozent auf 4218 Zähler. In Frankfurt ging der Dax mit einem Minus von 0,2 Prozent auf 9717 Punkte aus dem Handel.

Goldman und Citi leichter

Neben den Konjunkturdaten mussten die Märkte die Quartalsbilanzen einiger wichtiger Unternehmen verarbeiten. Mit Goldman Sachs und der Citigroup haben zwei weitere Größen der Bankenbranche Zahlen vorgelegt. Goldman übertraf die Erwartungen und beeindruckte besonders auf der Einnahmenseite. Dennoch wurde die Aktie verkauft. Eine herbe Enttäuschung hat die Citigroup den Anlegern bereitet. Die Bank hat im Schlussquartal ein überraschend niedriges Ergebnis erzielt. Beide Aktien gaben nach - die von Goldman 1,8 Prozent, die der Citigroup 4,4 Prozent.

Um knapp 29 Prozent rauschte der Wert der Best-Buy-Aktie nach unten. Die Marge der Elektronikkette ist im vierten Quartal stärker geschrumpft als Best Buy erwartet hatte. Rabattaktionen kommen das Unternehmen offenbar teuer zu stehen. Analyst Ian Gordon von S&P Capital IQ senkte prompt sein Kursziel um 11 auf 29 Dollar.

Wenig Begeisterung löste auch der Geschäftsbericht und Ausblick des Klebstoffe-Herstellers H.B. Fuller aus. Die Anteilsscheine büßten mehr als drei  Prozent ein. Ungeachtet einer Gewinnsteigerung im vergangenen Jahr verloren die Titel von UnitedHealth 2,8 Prozent. Die Zahlen waren insgesamt wie erwartet ausgefallen, dennoch waren die Titel des Krankenversicherers Schlusslicht im Leitindex Dow.

Für Enttäuschung sorgte auch das Bahnunternehmen CSX, das weniger Gewinn als erwartet schrieb. Zwar beförderte der Frachtkonzern auf seinen Gleisen mehr Chemikalien, Autos und Agrarprodukte. Das konnte aber die Schwäche bei Kohle nicht ausgleichen. Deshalb fiel die Aktie um knapp sieben Prozent.

Der Konsumgüter- und Medizintechnikproduzent Johnson & Johnson (J&J) will sein Diagnostikgeschäft an den Finanzinvestor Carlyle Group verkaufen. Für die Tochter Ortho Clinical Diagnostics soll J&J 4,15 Milliarden Dollar (3 Milliarden Euro) erhalten. Die ebenfalls im Dow gelisteten Aktien sanken um 0,2 Prozent.

Die Kurse der US-Anleihen erholten sich von den jüngsten Verlusten. Zudem zeigten die Verbraucherpreise eine niedrige Inflation, was den Druck von der US-Notenbank nimmt, ihre Geldpolitik rasch zu straffen. Die Rendite zehnjähriger Treasurys sank auf 2,84 Prozent.

Quelle: ntv.de, ddi/DJ/rts