Marktberichte

Qualcomm auf Talfahrt Zollstreit bremst US-Börsen aus

nyse.jpg

Vergleichsweise viel Politik an der Nyse zur Wochenmitte.

(Foto: REUTERS)

An der Wall Street ist zur Wochenmitte einiges los: Fed, Handelsstreit, Gerichtsurteil, Geschäftszahlen - diese Themen bewegen die Anleger und damit auch die Kurse. Am Ende bleiben Abschläge.

Aus Angst vor einem verschärften Zollstreit zwischen den USA und China haben Anleger an der Wall Street am Mittwoch die Finger von Aktien gelassen. Der Dow-Jones-Index der Standardwerte schloss 0,4 Prozent tiefer auf 25.776 Punkten. Der breiter gefasste S&P-500 sank 0,3 Prozent auf 2856 Zähler. Der Nasdaq Composite verringerte sich um 0,5 Prozent auf 7750 Punkte. In Deutschlang ging der Dax 0,1 Prozent schwächer aus dem Handel mit 12.134 Stellen.

Dow Jones (DJIA)
Dow Jones (DJIA) 26.089,61

Für Nervosität sorgten Medienberichte, wonach dem chinesischen Spezialisten für Videoüberwachung Hikvision ähnliche US-Beschränkungen drohen wie Huawei. "Die Leute denken, dass das eine weitere Vergeltungsmaßnahme sein könnte", sagte Stratege Kim Forrest vom Vermögensberater Bokeh Capital Partners in Pittsburgh. "Bislang ging es bei den Verhandlungen eher um 'wie du mir, so ich dir' als um einen wirklichen Dialog."

Das beunruhigte auch die Anleger amerikanischer Zulieferer von Hikvision. So brachen Ambarella etwa um mehr als elf Prozent ein. Papiere von Xilinx und Intel gaben bis zu einem Prozent ab.

Qualcomm-Anleger zeigen Nerven

Ein US-Gerichtsurteil führte dazu, dass die Aktien von Qualcomm um fast elf Prozent abstürzten. Am Pranger stehen unter anderem die Lizenzpraktiken des Halbleiterherstellers bei Mobilfunk-Chips, mit denen er nach Auffassung einer Richterin gegen Wettbewerbsregeln verstoßen hat.

Die Aktien der Baumarktkette Lowe's brachen um knapp zwölf Prozent ein, nachdem das Unternehmen mit seinem Quartalsergebnis und gekappten Jahreszielen für Enttäuschung gesorgt hatte.

Überzeugende Geschäftszahlen trieben hingegen die Aktien von Target um knapp acht Prozent in die Höhe. Der US-Einzelhändler übertraf im ersten Quartal mit Umsatz und Gewinn die Erwartungen von Analysten.

Handelsstreit und Fed-Protokoll

Das Zinsprotokoll der US-Notenbank Federal Reserve spielte kaum eine Rolle am Markt. Die Fed will auch bei einer Aufhellung der globalen Konjunktur ihre ruhige Gangart bei der Zinspolitik beibehalten. Wie aus den Protokollen der jüngsten Zinssitzung hervorgeht, sind ihre Führungsmitglieder der Ansicht, dass Geduld noch für geraume Zeit angebracht sein könnte: "Selbst wenn die weltweiten wirtschaftlichen Bedingungen und Finanzkonditionen sich weiter verbessern sollten". Eine Reihe von Währungshütern warnte zwar, die Inflation könne sich abschwächen. Doch viele Mitglieder im Führungskreis der Fed sind der Ansicht, dass der jüngste Rückgang der Teuerungsrate ein vorübergehendes Phänomen gewesen sein dürfte.

Der Handelsstreit zwischen den USA und China dominierte auch die europäischen Aktienmärkte. Der Dax schaffte es nur knapp ins Plus und legte 0,2 Prozent auf 12.168 Punkte zu, der EuroStoxx50 trat bei 3386 Punkten in etwa auf der Stelle.

Quelle: n-tv.de, bad/rts

Mehr zum Thema