Dienstag, 17. April 2018: Der Börsen-Tag

Heute mit Diana Dittmer

18:00 Uhr
Blick vom Gipfel des 2224 Meter hohen Nebelhorns bei Oberstdorf (Schwaben) auf das Panorama der Allgäuer Alpen.
Blick vom Gipfel des 2224 Meter hohen Nebelhorns bei Oberstdorf (Schwaben) auf das Panorama der Allgäuer Alpen.(Foto: picture-alliance/ dpa)

Zwei-Monatshoch: Dax schnuppert Höhenluft

Die deutschen Standardwerte haben die Gewinne bis Handelsschluss weiter ausgebaut und erstmals seit Februar wieder die 12.600 Punkte getestet.

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Bei Handelsschluss blieben dem Dax davon 12.585 Punkte. Das entspricht einem Plus von 1,6 Prozent und ist der höchste Schlussstand seit Ende Februar. Der Euro-Stoxx-50 legte 1,1 Prozent auf 3481 Punkte zu.

Neben unerwartet guten Konjunkturdaten aus China sowie günstigen Quartalszahlen von Netflix und Goldman Sachs trieb auch die angekündigte Öffnung des chinesischen Automarkts die Kurse nach oben. China will die Zwangsverbindungen ausländischer Konzerne mit einheimischen Unternehmen abschaffen, wenn auch erst auf Sicht von fünf Jahren.

Bei den Autoaktien stiegen Fiat danach um 3,6 Prozent, Peugeot um 2,2 Prozent und Daimler um 1,0 Prozent sowie BMW um 0,6 Prozent. Noch stärker gefragt waren ausgewählte Zulieferer: Continental gewannen 2,1 Prozent, Leoni 5,2 Prozent und Schaeffler 2,4 Prozent.

Zudem stützte der schwächelnde Euro, der vom Rückgang der ZEW-Konjunkturerwartungen belastet wurde.

17:30 Uhr

ZEW-Index deutet nach unten

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(Mehr zur monatlichen Konjunkturumfrage unter Finanzmarktprofis finden Sie hier.)

17:17 Uhr

Studie: Marktanteil von Amazon wächst rasant

Der US-Onlinehändler Amazon kann laut einer Studie des IFH Köln in Deutschland fast die Hälfte der Online-Umsätze verbuchen.

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Der Marktanteil von Amazon, über Eigenhandel und den Marketplace zusammengenommen, betrage derzeit 46 Prozent, teilt das IFH mit. Ein weiterer großer Teil der Umsätze im Netz werde zudem von Amazon beeinflusst, weil Verbraucher dort zuvor nach Produktinformationen, Preisen, Kundenbewertungen oder Marken gesucht hätten.

Amazon-Kunden bestellten laut Studie im vergangenen Jahr im Schnitt 41 Artikel bei dem Onlinehändler. Das ist doppelt so viel wie noch vor fünf Jahren. 2004 orderte jeder Kunde im Jahr acht Artikel bei Amazon. Mitglieder von Amazons Kundenbindungsprogramm Prime bestellen sogar 61 Produkte im Jahr - 2013 waren es nur 27.

15:57 Uhr
Frühling für den US-Häusermarkt.
Frühling für den US-Häusermarkt.(Foto: REUTERS)

US-Bilanzen und Häusermarkt treiben Wall Street an

Die sprudelnden Gewinne der US-Konzerne locken die Anleger an die Wall Street. Der Dow Jones steigt um rund ein Prozent auf 24.801 Punkte. Der S&P500 und der Nasdaq-Composite legen 0,7 und 0,8 Prozent zu.

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Dank der Steuersenkungen von Präsident Donald Trump dürften die US-Unternehmen im ersten Quartal so gut wie seit sieben Jahren nicht mehr abgeschnitten haben. Mit Beginn der Bilanzsaison rücken laut Händlern die geopolitischen Sorgen und auch der schwelende Handelsstreit mit China in den Hintergrund.

Unterstützt wurden die Kurse von guten Daten vom US-Immobilienmarkt. So zog die Zahl der Neubauten in den USA im März an.

Zu den größten Gewinnern zählten Netflix mit einem Kursgewinn von über sieben Prozent auf 330 Dollar. Das Filmportal hatte im ersten Quartal ein Rekord-Umsatzplus von 40 Prozent ausgewiesen und hängt Konkurrenten wie Amazon und Apple damit ab. Zahlreiche Analysten äußerten sich positiv und erhöhten ihre Kursziele.

15:33 Uhr

Rückenwind aus China: Dax überspringt 12.500 Punkte

Nach dem schwachen Wochenstart greifen die Anleger am deutschen Aktienmarkt wieder zugegriffen.

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Der Dax klettert auf den höchsten Stand seit sieben Wochen und notiert am Nachmittag mit 1,1 Prozent höher bei 12.531 Punkten. Am New Yorker Aktienmarkt zeichnet sich eine Fortsetzung der zuletzt guten Entwicklung ab - unter anderem gestützt durch einen guten Jahresauftakt von Goldman Sachs.

Zudem stützt der schwächelnde Euro, der vom Rückgang der ZEW-Konjunkturerwartungen belastet wurde. Auch der Index der mittelgroßen Unternehmen MDax gewinnt 0,9 Prozent auf 25.790 Punkte und der Technologiewerte-Index TecDax klettert 1,2 Prozent auf 2640 Punkte.

Bester Dax-Wert ist die Aktie von Covestro mit einem Plus von gut 3,0 Prozent. Sie gilt bei Börsianern als Gradmesser für den längerfristigen Trend.

Die im Zuge der Fusion mit Praxair zum Umtausch eingereichten Papiere von Linde gewinnen 2,4 Prozent. Auch die Anteilsaufstockung an Bayer durch den Investor Temasek kommt bei den Anlegern gut an - die Aktie gewinnt 2,1 Prozent.

15:13 Uhr

Gericht erlaubt Sammelklage gegen Facebook

Facebook ist es nicht gelungen, im jahrelangen Streit um Gesichtserkennung im US-Bundesstaat Illinois eine potenziell teure Sammelklage zu verhindern.

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Ein Richter in San Francisco entschied, dass jeder Einwohner des Staates, dessen Gesichtszüge von Facebook nach dem 7. Juni 2011 erfasst wurden, sich an der Klage beteiligen kann.

Es geht um eine Funktion, bei der Facebook-Nutzer in Fotos automatisch erkannt und für ihre Freunde sichtbar markiert werden können.

Das Gesetz in Illinois sieht vor, dass biometrische Informationen nur nach ausdrücklicher Zustimmung eines Nutzers erhoben werden können. Es sieht Strafen von 1000 Dollar pro Verstoß durch Nachlässigkeit und 5000 Dollar für jede bewusste Verletzung vor.

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Mit potenziell Millionen betroffenen Nutzern könnten zumindest die Forderungen an Facebook also mit Leichtigkeit in die Milliarden gehen. Facebook bestreitet Gesetzesverstöße und will sich weiter vehement gegen die Vorwürfe in der bereits 2015 eingereichten Klage wehren.

Facebook-Chef Mark Zuckerberg musste dem US-Kongress vergangene Woche zehn Stunden lang Rede und Antwort stehen. Was wir daraus gelernt haben, hier.

14:53 Uhr

Deutsche Bank bricht Verkaufsgespräche in Indien ab

Die Deutsche Bank hat laut Insidern Gespräche über den möglichen Verkauf ihres Privatkundengeschäfts in Indien abgebrochen. Die Verhandlungen mit der IndusInd Bank seien beendet worden, hieß es.

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Das größte deutsche Geldhaus denke unter dem neuen Chef Christian Sewing sogar darüber nach, das Geschäft mit Privatkunden und vermögenden Kunden in der drittgrößten asiatischen Volkswirtschaft zu behalten. Eine abschließende Entscheidung sei aber noch nicht getroffen worden.

Ein Sprecher der Deutschen Bank wollte die Informationen, über die die Finanzagentur "Bloomberg" zuerst berichtet hatte, nicht kommentieren. Die Frankfurter sind seit Anfang der 1980er-Jahre in Indien aktiv und beschäftigen dort mehr als 12.000 Menschen - viele davon allerdings nicht im klassischen Banking, sondern in unterstützenden Bereichen wie der IT.

Die Indien-Aktivitäten der Bank sind ein wichtiges Standbein in Asien. "Man verdient dort gutes Geld", sagte einer der Insider.

Hier mehr zur Krise des deutschen Bankenprimus.

14:41 Uhr

Dudenhöffer zu Opel: Tarifstreit gefährdet Werke

Der Streit um die Sanierung des Autobauers Opel birgt nach Auffassung eines Experten erhebliche Risiken für die deutschen Werke.

Was sind die Zusagen von PSA wert?
Was sind die Zusagen von PSA wert?(Foto: dpa)

Dass die IG Metall mit politischer Unterstützung auf die Einhaltung bestehender Tarifverträge poche, könnte dem neuen Mutterkonzern PSA als Vorwand für bislang ausgeschlossene Werkschließungen dienen, sagte der Direktor des CAR-Centers an der Universität Duisburg-Essen, Ferdinand Dudenhöffer.

"Am Ende könnte die Schließung der beiden Opel-Werke in Kaiserslautern und Eisenach stehen." Nur der Stammsitz Rüsselsheim sei wegen der dort sitzenden Entwicklung und der sehr modernen Produktion für PSA unverzichtbar.

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14:04 Uhr
Allen eine Nasenlänge voraus? "Wer heute unpopulär ist, der ist morgen der Held", sagt PSA-Chef Carlos Tavares.
Allen eine Nasenlänge voraus? "Wer heute unpopulär ist, der ist morgen der Held", sagt PSA-Chef Carlos Tavares.(Foto: picture alliance / Arne Dedert/d)

Opel kündigt allen Händlern in Europa

PSA-Chef Carlos Tavares erhöht den Druck bei der Sanierung von Opel. Sämtliche europäische Händler erhalten nun eine Kündigung ihrer Verträge.

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Ziel seien neue Vereinbarungen, mit denen Leistung und Profitabilität des Handels gesteigert werden könnten, sagte ein Unternehmenssprecher der deutschen Tochter in Rüsselsheim. In Europa werden demnach rund 1600 Verträge gekündigt, auf Deutschland entfallen davon 385. 

Nur zwölf dieser Betriebe solle kein neues Angebot gemacht werden, kündigte Deutschlandchef Jürgen Keller in einem Interview mit dem Fachblatt "Autohaus" an. Von einer Ausdünnung des Vertriebsnetzes könne deshalb keine Rede sein. Die neuen Verträge sollen jetzt verhandelt werden und Keller zufolge Anfang 2020 in Kraft treten.

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PSA hat Opel im August 2017 übernommen. Nach der Übernahme setzt Opel derzeit an verschiedenen Hebeln an, um nach verlustreichen Jahren nachhaltig profitabel zu werden. Dazu wurden alle Geschäftsbereiche eingehend analysiert.

"Wir haben sehr viele sehr gute Händler, wir haben aber auch Betriebe, die hinsichtlich Profitabilität und Performance nicht dort sind, wo sie eigentlich stehen müssten. Deswegen müssen wir Grundlegendes anpacken", betonte Keller. Ziel sei es, eine "noch stärkere Leistungskultur im Handel zu schaffen".

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Der Chef des französischen Autokonzerns PSA (Peugeot, Citroën, Opel) ist nach eigenen Worten ein Anhänger der natürlichen Auslese. Wer im harten Wettkampf der Autobauer überleben will, müsse "darwinistisch sein", erklärte der Portugiese mit französischem Pass Anfang März. Seine Unternehmensphilosophie lautet: "maximaler Druck".

An den deutschen Standorten mit fast 19.000 Beschäftigten wird derzeit massiv kurzgearbeitet.

13:36 Uhr

China taktiert geschickt: Strafzoll auf US-Hirse

Der heutige Börsen-Tag entwickelt sich zu einem China-Tag: Wie es scheint, versucht sich Peking in der Politik von "Zuckerbrot und Peitsche"

China lässt sich nicht einschüchtern.
China lässt sich nicht einschüchtern.(Foto: REUTERS)

Denn das Reich der Mitte signalisiert nicht nur Entgegenkommen und Gesprächsbereitschaft, sondern zeigt auch harte Bandagen - in Form von Vergeltungsmaßnahmen für Trumps Strafzölle.

Zoll um Zoll geht damit der Handelsstreit weiter: Der neueste Coup aus China sind vorübergehende Strafzölle auf amerikanisches Getreide.

Wie das Handelsministerium in Peking mitteilt, müssen bestimmte US-Firmen ab Mittwoch bei ihren Hirse-Einfuhren nach China vorerst einen Aufschlag von bis zu knapp 180 Prozent zahlen.

  • Eine Prüfung habe ergeben, dass Chinas Agrarindustrie durch die zu Dumping-Preisen ins Land kommenden US-Einfuhren substanziell geschädigt werde.
  • China sei aber bereit, seine Kooperation im Handelsstreit mit den USA auszuweiten.
  • Die Strafzölle seien eine vorläufige Maßnahme, erklärte das Ministerium.
  • Eine endgültige Entscheidung werde später getroffen.
  • Die Sonderzölle seien eine Art "Hinterlegung", die die Firmen zu leisten hätten.

Die Strafen sind deutlich höher als von Experten erwartet.

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12:43 Uhr
Elon Musk: Gestresst, aber immer noch optimistisch, wie er im Interview sagt.
Elon Musk: Gestresst, aber immer noch optimistisch, wie er im Interview sagt.(Foto: REUTERS)

"Exzessive Automatisierung": Musk räumt Fehler ein

Apropos Zukunftsschmiede Tesla. Wird das noch was mit dem Model3?

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Dem US-Elektroautobauer Tesla machen erneut Verzögerungen bei der Produktion seines Mittelklassewagens Model 3 zu schaffen. Tesla bestätigte am Montag, dass die Fertigung ausgesetzt worden sei, um den Produktionsprozess anzupassen und die Automatisierung zu verbessern. Dies sei angesichts der steigenden Produktion "nicht ungewöhnlich", betonte Tesla.

Das Internetportal BuzzFeed hatte zuvor berichtet, dass die Model-3-Produktion in Fremont im US-Bundesstaat Kalifornien für "vier oder fünf Tage" gestoppt worden sei. Die Beschäftigten seien von der Ankündigung überrascht worden, berichtete die Online-Seite.

Im Interview erklärte Tesla-Chef Elon Musk, es sei ein "Fehler" gewesen, bei der Model-3-Fertigung auf "exzessive Automatisierung" zu setzen.

Hier mehr. Und hier der link zum Interview:

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12:15 Uhr

Bankerbe und Krypto-Milliardär Matthew Mellon ist tot

Der berühmte New Yorker Milliardär Matthew Mellon aus dem gleichnamigen Banken-Clan ist tot.

(Foto: Linkedin/Matthew Mellon)

Nach übereinstimmenden Berichten der britischen Zeitungen "The Sun" und "Daily Mirror" erlag Mellon im Alter von 54 Jahren den Folgen seiner Tablettensucht. Zuletzt soll er sich in einer Rehabilitationsklinik in Cancun, Mexiko, aufgehalten haben.

Sein Cousin Peter Stephaich bestätigte den Tod am Dienstag, wollte sich zu den Hintergründen aber nicht äußern.

Der Bankenerbe hatte zuletzt im großen Stil in Kryptowährungen investiert. Laut "Forbes" verdiente er mit einem Zwei-Millionen-Investment eine Milliarde Dollar. Er sei pro-amerikanisch und pro-Bank, deshalb investiere er in Ripple, zitierte das US-Magazin Mellon im Februar.

Mellon hinterlässt drei Kinder und eine Ehefrau: Modedesignerin Nicole Hanley, mit der er in zweiter Ehe verheiratet war. In erster Ehe war er mit der Mitbegründerin des Schuh-Labels Jimmy Choo, Tamara Mellon liiert.

Mellon hatte jahrelang gegen seine Abhängigkeit von OxyContin-Schmerzmitteln gekämpft. Zeitweise soll er 100.000 Dollar pro Monat für die Tabletten ausgegeben haben. In der Spitze nahm er angeblich 80 Pillen pro Tag.

Auslöser seiner Sucht soll eine Schmerzbehandlung nach einem Surfunfall gewesen sein. 2016 begab er sich deshalb in eine Entzugsanstalt in Malibu, Florida. Der "Washington Post" sagte er damals: "OxyContin ist legales Heroin." Die Behandlung mit dem Medikament müsse thematisiert werden.

Hier mehr zur anhaltenden Achterbahnfahrt beim Bitcoin

11:09 Uhr

China will Autosektor für ausländische Firmen öffnen

China setzt auch in anderer Hinsicht Zeichen:

Eine Frau säubert auf dem VW-Messestand auf der Auto Shanghai das Heck eines Volkswagen Santana.
Eine Frau säubert auf dem VW-Messestand auf der Auto Shanghai das Heck eines Volkswagen Santana.(Foto: picture alliance / -/Volkswagen/)

Nach den jüngsten Mitteilungen will Peking seinen Autosektor und andere Schlüsselindustrien für ausländische Investoren öffnen!.

  • Noch in diesem Jahr sollen alle Beschränkungen für ausländisches Eigentum an Firmen im Schiffs- und Flugzeugbau fallen. Das kündigt die für staatliche Lenkungsaufgaben zuständige Nationale Entwicklungs- und Reformkommission (NDRC) an.
  • Der Automobilsektor soll nach einer fünfjährigen Übergangsphase komplett freigegeben werden.
  • Bereits 2018 sollen demnach Ausländer im Bereich Elektro-Autos voll mitmischen dürfen.
  • 2022 soll der gesamte Pkw-Sektor für sie geöffnet werden.

Die rasche Liberalisierung im Markt für E-Autos dürfte insbesondere dem US-Pionier Tesla zugute kommen, der ein Werk in Schanghai unter eigener Regie betreiben möchte.

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Auf Tesla werfen wir gleich gesondert noch einen Blick!

10:24 Uhr

Kauf von US-Staatsanleihen: China pumpt Geld in die USA

Wie schlecht es um die amerikanische-Chinesischen Beziehungen bestellt ist, ist derzeit schwer zu beantworten. Trotz des eskalierenden Handelsstreits zwischen den USA und China investiert Peking offenbar weiter kräftig in US-Staatsanleihen.

  • Die Volksrepublik, die seit langem der größte Gläubiger und wichtigste Finanzier der USA ist, hat demnach seinen Bestand an US-Staatsanleihen im Februar um weitere 8,5 Milliarden US-Dollar aufgestockt. Das meldet die "Financial Times" unter Berufung auf Daten des Finanzministerums.
  • Damit besitzt China demnach nun amerikanische Staatsanleihen im Wert von 1,18 Billion Dollar
Wie ernst ist der Streit zwischen China und den USA? Hier die Begegnung von Xi Jinping (r) mit Donald Trump im vergangenen November.
Wie ernst ist der Streit zwischen China und den USA? Hier die Begegnung von Xi Jinping (r) mit Donald Trump im vergangenen November.(Foto: picture alliance / Andrew Harnik)

Beobachter hatten eigentlich erwartet, dass die chinesische Regierung die USA abstrafen würde für den wirtschaftspolitischen Kampf, den Donald Trump angezettelt hat.

Grundsätzlich ist es für Washington heikel, seinem größten Finanzier zu drohen - zumal Trump die Verschuldung der USA durch seine Steuerreform auf neue Höhen treiben wird. Mit der immensen Schuldenlast wächst auch die Abhängigkeit der USA von seinen Geldgebern, China könnte das Trump jederzeit spüren lassen.

09:45 Uhr

Pfund Sterling auf höchstem Stand seit Brexit-Votum

Vor den mit Spannung erwarteten Daten zur britischen Lohnentwicklung decken sich Anleger mit Pfund Sterling ein.

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Der Kurs der britischen Währung steigt auf bis zu 1,4368 Dollar. Das ist der höchste Stand seit dem Brexit-Referendum im Juni 2016.

"Ein wichtiger Treiber der Pfund-Stärke ist zweifellos die Geldpolitik", sagt Commerzbank-Analystin Thu Lan Nguyen. "Eine weitere Zinserhöhung der Bank of England im Mai ist an den Märkten mittlerweile nahezu voll eingepreist." In diesem Zusammenhang warteten Anleger gespannt auf die britischen Lohndaten, die eine anziehende Inflation signalisieren könnten.

Analysten rechnen für Februar mit einem Anstieg der Durchschnittsgehälter um 2,8 Prozent, nach einem Plus von 2,6 Prozent im Vormonat.

09:42 Uhr

China-Daten: Asien-Börsen schlagen Haken

An den Börsen in Fernost hielt sich die Freude über die Konjunkturdaten am Ende des Handelstags in Grenzen. Zum Teil hatten sie sogar mit kräftigen Einbußen zu kämpfen. Dabei kam es zu volatilen Richtungsänderungen, so etwa in Schanghai, wo die starken Daten zum Wirtschaftswachstum nur vorübergehend für Kursaufschläge sorgten.

  • Das BIP ist in China im ersten Quartal um 6,8 Prozent gewachsen, was leicht über den Erwartungen lag und dem Wachstum des Jahres 2017 entsprach.
  • Auch der Einzelhandelsumsatz im März hatte mit einem Plus von 10,1 Prozent gegenüber dem Vorjahr die Prognosen leicht übertroffen.
  • Dagegen blieb die Industrieproduktion unter den Erwartungen.

Nachdem die Indizes in Festlandschina zunächst positiv auf die Daten reagiert hatten, ging es in Schanghai schließlich 1,4 Prozent nach unten. In Hongkong hatte der HSI mit den Wirtschaftszahlen ins Plus gedreht, er driftete aber darauf ebenfalls wieder ab.

  • Teilnehmer sagten, nach den dreitägigen Verlusten an Chinas Börsen sei die Unsicherheit noch immer groß. Zu den abverkauften Branchen gehörten vor allem Immobilien- und Finanzwerte, die unter Zinsspekulationen zu leiden hatten.
  • Zudem lagen zwar die neuen Konjunkturdaten überwiegend auf der starken Seite, nicht jedoch die Prognosen für das laufende Jahr.
09:26 Uhr
(Foto: picture alliance / Patrick Pleul)

Starke China-Daten schieben Dax nach oben

In der Hoffnung auf einen anhaltenden Aufschwung der Weltwirtschaft decken sich Anleger wieder mit deutschen Aktien ein.

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Der Dax spring zum Auftakt 0,4 Prozent in die Höhe, gibt aber einen Teil der Gewinne wieder ab. Zuletzt notiert er noch 0,2 Prozent höher bei 12.419 Punkte.

Genährt werden die Spekulationen vom überraschend starken Wachstum der chinesischen Konjunktur. Zum Jahresauftakt stieg das Bruttoinlandsprodukt der weltweit zweitgrößten Volkswirtschaft um 6,8 Prozent. "China bleibt eine der Lokomotiven der globalen Konjunktur", sagte Portfolio-Manager Thomas Altmann vom Vermögensberater QC Partners.

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Zu den größten Gewinnern am deutschen Aktienmarkt zählt Bayer mit einem Kursplus von 2,5 Prozent. Singapurs Staatsfonds Temasek kauft für drei Milliarden Euro neue Anteilsscheine des Leverkusener Pharmakonzerns. Das sei ein weiterer Schritt auf dem Weg zur Finanzierung der 66 Milliarden Dollar schweren Übernahme des US-Saatgutanbieters Monsanto, urteilte ein Händler.

Die Titel von Drägerwerk brechen dagegen um 6,5 Prozent ein. Die Medizintechnikfirma machte im ersten Quartal wegen negativer Währungseffekte einen operativen Verlust von 40 Millionen Euro. Im Vorjahreszeitraum hatte sie noch einen Gewinn von 2,3 Millionen Euro verbucht.

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08:37 Uhr

Minus in Shanghai, Tokio kaum verändert

Der anhaltende Handelsstreit mit den USA hat an den Börsen in Asien das überraschend starke Wachstum der chinesischen Wirtschaft überschattet. Außerdem drücke der Syrien-Konflikt weiter auf die Stimmung, sagte Volkswirt Kota Hirayama vom Vermögensverwalter SMBC Nikko Securities.

Die Börse in Shanghai verlor 0,5 Prozent. In Tokio kam der japanische Leitindex Nikkei kaum vom Fleck und trat bei 21.848 Punkten auf der Stelle.

  • "Japans Premier Shinzo Abe steckt im Umfragetief, und die Exportnation leidet unter der Gefahr eines Handelskriegs", sagte Ulrich Stephan, Chef-Anlagestratege für Privat- und Firmenkunden bei der Deutschen Bank. "Abes heutiges Treffen mit US-Präsident Donald Trump könnte frische Impulse geben."

Bei den Unternehmen stand Takeda im Rampenlicht. Der japanische Pharmakonzern ist an einer Übernahme des britischen Rivalen Shire interessiert. Dieser verkaufte sein Krebstherapiegeschäft für zwei Milliarden Euro an den französischen Konkurrenten Servier. Takeda-Aktien, die wegen den Kosten einer möglichen Shire-Übernahme in den vergangenen Wochen gut neun Prozent verloren hatten, gewannen zwei Prozent.

08:08 Uhr

Ölpreise legen zu

(Foto: picture alliance / dpa)

Mit den Ölpreisen ist es im frühen Handel etwas aufwärts gegangen. Sie haben damit vorerst nicht an die Verluste vom Vortag angeknüpft. Ein Barrel (159 Liter) der Nordseesorte Brent zur Auslieferung im Juni kostete 71,67 US-Dollar. Das waren 25 Cent mehr als am Vortag. Der Preis für ein Fass der amerikanischen Sorte West Texas Intermediate (WTI) zur Lieferung im Mai stieg um 32 Cent auf 66,54 Dollar.

  • Marktbeobachter sprachen von einer Gegenbewegung am Ölmarkt. Zum Wochenauftakt hatte noch ein Hinweis auf eine mögliche Ausweitung der Produktionskürzung der Organisation erdölexportierender Länder (Opec) und anderer wichtiger Förderländer die Ölpreise belastet.
  • Kuwaits Ölminister Bakheet Al-Rashidi hatte gesagt, dass die beteiligten Staaten erwägen, bei ihren Treffen im Juni eine Verlängerung der Förderkürzung über das Jahresende hinaus zu beschließen.

Im weiteren Handelsverlauf dürfte die hohe Fördermenge in den USA wieder stärker in den Fokus rücken. Am Abend werden neue Daten des Interessenverbands American Petroleum Institute (API) zu den US-Ölreserven erwartet.

07:55 Uhr

Euro hält Kursgewinne vom Vortag

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Der Euro hat sich nach den Kursgewinnen vom Vortag vorerst unterhalb der Marke von 1,24 US-Dollar stabilisiert. Im frühen Handel wurde die Gemeinschaftswährung bei 1,2385 Dollar gehandelt und damit etwa zum gleichen Kurs wie am Vorabend. Die Europäische Zentralbank (EZB) hatte den Referenzkurs zuletzt am Montagnachmittag auf 1,2370 Dollar festgesetzt.

  • Am Vortag hatte eine Nachricht von US-Präsident Donald Trump auf Twitter den Dollar zeitweise belastet und dem Euro im Gegenzug Auftrieb verliehen. Trump hatte Russland und China vorgeworfen, ihre Währungen gezielt abzuwerten, während die USA weiterhin ihre Zinsen erhöhen.

Am Morgen sprachen Marktbeobachter von einem eher impulsarmen Handel. Im Tagesverlauf dürften Konjunkturdaten stärker in den Fokus rücken. Am späten Vormittag wird mit den Konjunkturerwartungen des Zentrums für Europäische Wirtschaftsforschung (ZEW) ein wichtiger Indikator für die weitere Entwicklung der deutschen Wirtschaft veröffentlicht. Am Nachmittag dürften die Anleger Daten zur Industrieproduktion in den USA im Blick haben.

07:38 Uhr

China treibt vorerst den Dax an

(Foto: picture alliance / Boris Roessle)

Gestützt auf ermutigende Konjunkturdaten aus China wird der Dax Berechnungen von Banken und Brokerhäusern zufolge am Dienstag höher starten. Der Frankfurter Leitindex notierte vorbörslich 0,6 Prozent höher bei 12.470 Punkten. Am Montag hatte er 0,4 Prozent im Minus bei 12.391 Zählern geschlossen.

Neben den Geschäftszahlen von US-Konzernen wie der Großbank Goldman Sachs oder des "Penatencreme"-Anbieters Johnson & Johnson warten Anleger auch auf den ZEW-Index. Dieser spiegelt die Stimmung der deutschen Börsianer wider. Analysten rechnen mit einem Rückgang des Barometers auf minus eins von plus 5,1 Punkten. In den USA werden zudem Zahlen zur Industrieproduktion veröffentlicht. Hier prognostizieren Experten eine Verlangsamung des Zuwachses auf 0,4 von 0,9 Prozent.

Die Vorgaben aus den USA sind positiv: Die New Yorker Börsen an der Wall Street legten am Montag zu. Der Dow Jones beendete die Sitzung 0,9 Prozent und der Nasdaq 0,7 Prozent höher. Der S&P500 stieg um 0,8 Prozent. Mehr dazu lesen Sie hier.

06:55 Uhr

Nikkei verzeichnet Mini-Plus

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Nach den leichten Zugewinnen am Vortag gibt es auch am zweiten Handelstag der Woche an der Tokioter Börse kaum Bewegung. Der Nikkei der 225 führenden Werte legte um 0,1 Prozent zu und notierte bei 21.848 Punkten. Der breiter gefasste Topix verlor 0,2 Prozent auf 1732 Zähler.

Die Anleger hielten sich mit ihren Engagements zurück, sagten Händler. Bei den Einzelwerten sprangen die Aktien von Olympic um sechs Prozent in die Höhe. Das Unternehmen erwartet im Geschäftsjahr bis Februar 2019 nun überraschend einen Gewinn. Zuvor war der Einzelhändler noch von einem Fehlbetrag ausgegangen.

Der Euro legte im fernöstlichen Handel leicht zum US-Dollar zu. Die europäische Einheitswährung kostete zuletzt 1,2383 Dollar. Zum Yen gab die US-Währung auf 107,12 Yen nach. Der Schweizer Franken notierte bei rund 0,9602 Franken je Dollar und bei etwa 1,1888 Franken je Euro.