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150 Millionen Euro gesichert Auxmoney punktet trotz Krise bei Investoren

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Die Plattform vergibt Kredite abseits von klassischen Banken. Das Kapital dafür kommt stattdessen von institutionellen Investoren.

Eigentlich haben Experten wegen der Corona-Krise mit deutlichen Einbußen bei Finanzierungsrunden in der Fintech-Branche gerechnet. Die Kreditplattform Auxmoney sichert sich jetzt nichtsdestotrotz das bisher größte Investment in der Szene. Damit ändern sich auch die Mehrheitsverhältnisse.

Die Kreditplattform Auxmoney hat trotz der geringen Kreditnachfrage während der Corona-Krise eine Finanzierungsrunde in Höhe von 150 Millionen Euro abgeschlossen, das berichtet das "Handelsblatt". Damit sichere sich das Startup aus Düsseldorf das bisher größte Investment in ein deutsches Fintech.

Bei der Summe handele es sich laut Co-Gründer und Geschäftsführer Raffael Johnen um reines Eigenkapital. Der Großteil stamme vom amerikanischen Finanzinvestor Centerbridge, aber auch der Bestandsinvestor Foundation Capital habe nachgelegt. Im Gespräch mit dem "Handelsblatt" gibt Johnen außerdem preis, dass er selbst auch seinen Anteil um einen für ihn signifikanten Anteil erhöht habe. Auch wenn die Mehrheit des Unternehmens damit jetzt bei Centerbridge liege, will Johnen nicht von einer "Übernahme" sprechen. "Dies ist eine Partnerschaft, das Management bleibt unverändert, und wir erwarten nicht, dass Centerbridge ins Tagesgeschäft eingreift", zitiert das "Handelsblatt" den Geschäftsführer.

Mit dem neuen Kapital wolle Auxmoney in Zukunft auch Übernahmen anderer Firmen prüfen. Johnen glaubt, dass es auf dem Markt zu einer Konsolidierung kommen werde, und man schaue sich an, welche Zukäufe sinnvoll sein könnten. Der Fokus solle aber weiterhin auf Deutschland liegen. "In Deutschland könnten wir künftig 20 bis 30 Mal so groß sein wie heute. Ich würde aber nicht ausschließen, dass wir uns auch im Ausland umschauen", sagt Johnen der Zeitung.

Auxmoney wurde 2007 von Philip Kamp, Philipp Kriependorf und Raffael Johnen gegründet. Die Plattform vergibt Kredite abseits von klassischen Banken. Das Kapital dafür kommt stattdessen von institutionellen Investoren. Dabei laufen die Antragsprozesse bei diesem sogenannten Peer-to-Peer-Lending zu einem großen Teil automatisiert ab - so kann Auxmoney schneller als klassische Banken Kreditzusagen machen. Dafür zahlen die Kreditnehmer bei dem Startup dann allerdings auch einen höheren Zinssatz als bei Banken. Im vergangenen Jahr hatte Auxmoney laut Johnen Kredite in Höhe von rund 700 Millionen Euro ausgezahlt.

Quelle: ntv.de, jki

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