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Ursa Major, die Konstellation des Großen Bären, auf einer  Karte, 1824 von Samuel Leigh in England veröffentlicht.
Ursa Major, die Konstellation des Großen Bären, auf einer Karte, 1824 von Samuel Leigh in England veröffentlicht.(Foto: IAU/dpa)
Freitag, 15. Dezember 2017

Xamidimura und Zubenelhakrabi: 86 neue Sternnamen vergeben

Dutzende Male feierten Astronomen in diesem Jahr Taufe: Fachleute der Internationalen Astronomischen Union verpassten vielen Sternen neue Namen. Aber wonach richten sie sich eigentlich bei der Benennung?

Xamidimura, Pipirima oder Zubenelhakrabi - so heißen neuerdings drei Sterne, die hell am Nachthimmel leuchten. Es sind drei von insgesamt 86 Namen, die die Arbeitsgruppe für Sternnamen der Internationalen Astronomischen Union (IAU) kürzlich neu vergeben hat. Die Arbeitsgruppe hat dafür weltweit nach Namen gesucht, die bereits traditionell zur Benennung der Sterne genutzt werden. So stammen die Namen unter anderem von den australischen Aborigines, den ägyptischen Kopten, den amerikanischen Mayas, aus China, Indien oder Polynesien. Die neuen Namen ergänzen die astronomischen Bezeichnungen für diese Sterne, wie die IAU-Pressestelle in Garching bei München mitteilte.

Xamidimura und Pipirima wurden für ein Doppelsternsystem im Sternbild Skorpion vergeben, das die astronomischen Bezeichnung My1 Scorpii und My2 Scorpii (Skorpion) trägt. Xamidura bedeutet in der Sprache des südafrikanischen Volkes der Khoikhoi "Augen des Löwen". Pipirima geht zurück auf eine mythologische Geschichte aus Tahiti. Sie handelt von Zwillingen, einem Jungen und einem Mädchen, die von ihren Eltern fortliefen und schließlich zu Sternen am Himmel wurden.

"Immaterielles astronomisches Erbe erhalten"

Sternenkarte von Senior Wardaman Elder Bill Yidumduma Harney, der unter australischen Aborigines aufwuchs, mit Milchstraße, Mond und Geistern der Vorfahren.
Sternenkarte von Senior Wardaman Elder Bill Yidumduma Harney, der unter australischen Aborigines aufwuchs, mit Milchstraße, Mond und Geistern der Vorfahren.(Foto: Bill Yidumduma Harney/dpa)

"Diese Namen helfen sicherzustellen, dass das immaterielle astronomische Erbe von Himmelsbeobachtern auf der ganzen Welt und über die Jahrhunderte hinweg erhalten bleibt", wird Eric Mamajek, Vorsitzender der IAU-Arbeitsgruppe für Sternnamen, in einer Mitteilung der IAU zitiert. So wurden vier Sternnamen der australischen Ureinwohner in die Liste aufgenommen, darunter ein weiterer aus dem Sternbild Skorpion, Epsilon Scorpii, der nun Larawag heißt. Die Aborigines besitzen eine der ältesten durchgängigen Kulturen der Welt, vermutlich ist sie über 65.000 Jahre alt. "Einige der Namen könnten also mehrere 10.000 Jahre alt sein", betont IAU-Pressesprecher Lars Lindberg Christensen.

Er erläutert, dass es in der Vergangenheit häufig Verwirrungen um Sternbezeichnungen gegeben habe. Für manche Sterne gebe es in der Fachliteratur mehr als ein Dutzend Namen. Allen Sternen einen Eigennamen zu geben, sei angesichts der Milliarden von Galaxien mit jeweils Milliarden von Sternen nicht möglich. "Aber wenn wir Astronomen uns bei den hellsten Objekten auf einen eindeutigen Namen einigen, erleichtert das unsere Arbeit enorm", sagt Lindberg Christensen.

Ersatz für doppelte Namen

Die IAU-Arbeitsgruppe nutzt dabei auch die Gelegenheit, doppelte Namen zu ersetzen. So gibt es im Sternbild Schwan und im Sternbild Rabe jeweils einen Stern namens Gienah. Zur Unterscheidung werden sie auch nach den lateinischen Namen der Sternbilder Gienah Cygni und Gienah Corvi genannt. Nach den neuen Namen gibt es Gienah nur noch im Sternbild Rabe, während sein Namensvetter im Sternbild Schwan nun Aljanah heißt. Dies stammt von "al-janah", was auf Arabisch "der Flügel" bedeutet. Von diesem Wort war übrigens ursprünglich auch Gienah abgeleitet worden.

Ob sich die neuen Namen unter den Astronomen allgemein durchsetzen werden, ist keinesfalls gewiss. "Wir sind ja keine Namenspolizei", stellt Lindberg Christensen klar. Dennoch hofft er, dass die IAU-Liste, die mit den 86 Neulingen nun insgesamt 313 Namen enthält, eine große Verbreitung erfährt.

Die im Mai 2016 eingesetzte Arbeitsgruppe für Sternnamen soll Richtlinien für Vorschläge und Auswahl von Sternbenennungen etablieren und den IAU-Katalog der Sternnamen führen.

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Quelle: n-tv.de