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Studie in japanischem Park Affen bauen Stress in heißen Quellen ab

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Vor allem dominante Makaken-Weibchen machen es sich im heißen Wasser bequem.

(Foto: picture alliance / dpa)

Auf ein heißes Bad zur kalten Jahreszeit schwören viele Menschen. Auch unter Affen hat sich die wohltuende Wirkung einer solchen Maßnahme herumgesprochen. Doch ihr Verhalten hat einen viel ernsteren Hintergrund: Es geht ums Überleben der Spezies.

Für gestresste Japaner gibt es nichts Erholsameres als ein Bad in einer heißen Quelle, genannt Onsen. Doch nicht nur sie lieben ihre von natürlichen Thermalquellen gespeisten Bäder. Auch wilde Schneeaffen in Japans berühmtem Jigokudani-Affenpark gönnen sich besonders in den Wintermonaten alljährlich unter den neugierigen Blicken von Touristen ein heißes Bad im Onsen.

Das tun sie nicht in erster Linie, um sich aufzuwärmen, wie man meinen könnte. Vielmehr scheint den Weibchen unter den japanischen Makaken das Onsen-Bad genau wie bei Menschen zu helfen, Stress in der kalten Witterung abzubauen. Zu diesem Ergebnis kommen Wissenschaftler um Rafaela Takeshita von der japanischen Kyoto-Universität. Dies wirke sich wahrscheinlich auf ihre Fortpflanzungs- und Überlebenschancen aus, erläutern die Forscher im Fachjournal "Primates" des Japan Monkey Centre.

Die Wissenschaftler untersuchten zwölf Weibchen während der Frühlingssaison zwischen April und Juni, in der die Primaten vorwiegend Kinder bekommen, und der Paarungszeit im Winter zwischen Oktober und Dezember. Sie untersuchten Verhaltensweisen, sammelten Kotproben und analysierten die Konzentration sogenannter Glucocorticoide. Diese Hormone werden durch Stress bei der Regulierung der Körpertemperatur beeinflusst. Anhand des Hormonspiegels konnten sie das Stresslevel der Primaten messen.

So stellte sich heraus, dass vor allem die dominanten, aggressiven Weibchen einen Platz in dem warmen Bad zugesprochen bekommen. Durch den Aufenthalt im heißen Nass reduzierte sich ihr Stresslevel im Winter. Die Weibchen konnten ihre Körpertemperatur besser auf Normalniveau halten und verbrauchten damit weniger Energie – ideale Voraussetzungen, um schwanger zu werden.

Die Schneeaffen sind die nördlichste Spezies der nicht-menschlichen Primaten der Welt. Sie haben sich den Witterungsbedingungen – im Winter liegen die Temperaturen bei bis zu minus 7 Grad Celsius – etwa durch besonders dickes und vergleichsweise langes Fell angepasst. Dass sich die Affen zusätzlich ein heißes Bad in den Thermalquellen der Umgebung gönnen, wurde erstmals 1963 vermutet, als ein Weibchen an einem verschneiten Tag in einer Quelle auf einem Hotelgelände erwischt wurde.

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Quelle: n-tv.de, fzö/dpa

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