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Angst vor Stichen Bienen-Geruchsstoffe vertreiben Elefanten

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Präparierte Socke an einer Wasserstelle.

(Foto: Robin Cook - Elephants Alive/dpa)

Damit Elefanten nicht ihre Felder zertrampeln, holen sich manche Landwirte in Afrika Bienen zu Hilfe. Denn für die Dickhäuter sind die Stiche sehr schmerzhaft. Aber es gibt auch eine Methode, die Elefanten auf weit weniger unangenehme Art abwehrt.

Alarmstoffe von Bienen können Elefanten von Äckern fernhalten. Das haben Forscher in Südafrika nachgewiesen. Sie wollen das größte Landtier der Erde davon abhalten, Felder zu zertrampeln oder Schäden in Dörfern anzurichten. Die Ergebnisse der dreimonatigen Studie sind im Journal "Current Biology" veröffentlicht. Die Dickhäuter fürchten sich vor Bienen, denn Stiche an bestimmten Stellen - etwa im weichen Gewebe an den Augen oder in den Rüssel - sind sehr schmerzhaft.

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Elefanten an einer Wasserstelle im Jejane Nature Reserve.

(Foto: Mark Wright, University of Hawaii/dpa)

Die Forscher entwickelten synthetische Pheromone, die den wichtigsten Alarmstoffen von Bienen entsprechen. Den Mix gaben sie auf eine Substanz, die die Geruchsstoffe innerhalb von zwei Monaten freisetzte. Zusammen mit ein paar kleinen Steinen als Gewichte kam alles in weiße Socken, die in 50 bis 100 Zentimetern Höhe in der Nähe von Wasserstellen aufgehängt wurden.

Ergebnis: 25 von 29 Elefanten im Jejane Nature Reserve, die in die Nähe der Duftsocken kamen, bogen um, sobald sie den Geruch wahrnahmen. Sie zeigten zunächst Anzeichen von zunehmender Wachsamkeit und Unsicherheit und trotteten dann ruhig weg. Socken die genauso aussahen, jedoch nicht rochen, ignorierten die Tiere oder versuchten, ihren Geschmack zu testen.

Bei einem weiteren Versuch im Maseke Game Reserve machten 9 von 14 Elefanten einen Bogen um die Duftsocken. Die geringere Wirksamkeit der Socken kann nach Ansicht der Autoren daran liegen, dass es in der Gegend sehr trocken war und es dort zudem generell relativ wenige Bienenvölker gebe, wodurch Elefanten den Insekten wahrscheinlich nur selten begegneten.

Auch Bienensummen vertreibt Elefanten

An der Studie waren auch südafrikanische Forscher beteiligt, die Signalstoffe kamen von Isca, einem Unternehmen für umweltfreundliche Schädlingsbekämpfung. "Unsere Ergebnisse ergänzen frühere Studien, wonach Bienenstöcke mit einem aktiven Volk Elefanten beispielsweise von Äckern abhalten können", sagt Insektenforscher und Hauptautor Mark Wright von der University of Hawaii. Es sei jedoch nicht immer praktikabel, großflächig Bienenstöcke aufzustellen.

Elefanten rennen auch vor dem Surren eines aufgeschreckten Bienenschwarmes weg, wie ein Team um Lucy King, die damals an der Universität Oxford forschte, bereits früher zeigen konnte. Die Forscher hatten die Töne aufgenommen und den grauen Riesen vorgespielt.

King setzt sich in Afrika für Bienenkästen an Feldern ein und erhielt 2011 eine Auszeichnung der Vereinten Nationen. Achim Steiner, damals Chef des UN-Umweltprogrammes, sagte, ihre Forschung unterstreiche, dass ein Arbeiten mit der Natur statt dagegen viele Lösungen für Länder und Gemeinden biete. In Afrika schützen einige Landwirte ihre Felder bereits mit Bienenkörben.

Das Forscherteam möchte die Studien fortsetzen, um weitere passive Techniken zur Abwehr von Elefanten zu entwickeln. Elefanten vernichten nicht nur Felder. Insbesondere in Asien trampeln sie auch immer wieder Menschen tot. Allein in Indien werden nach Regierungsangaben jedes Jahr mehr als 300 Menschen von wilden Elefanten getötet.

Ob Bienenduft auch gegen Wölfe wirkt, haben die Forscher nicht getestet. Man müsste zunächst ein Lebewesen finden, vor dem der Wolf Angst habe, sagte der Mitautor und Generaldirektor von Isca Technologies, Agenor Mafra-Neto.

Quelle: n-tv.de, Simone Humml, dpa

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