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Test für Impfstoff beginnt Biontech verabreicht erstmals Wirkstoff

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Biontech-Chef Sahin will sein Unternehmen nicht verkaufen.

(Foto: picture alliance/dpa)

Auf dem Weg zum Coronavirus-Impfstoff geht es in die nächste Phase: In Deutschland werden nun erstmals mögliche Wirkstoffe an Menschen verabreicht. Das Mainzer Unternehmen Biontech und sein Partner Pfizer wollen aber nicht nur hierzulande testen.

Die vor Kurzem genehmigten deutschlandweit ersten Tests von Impfstoff-Kandidaten gegen das neue Coronavirus sind angelaufen. Seit dem Start am 23. April habe eine erste Gruppe von zwölf Teilnehmern Dosen von BNT162 erhalten, teilten das Mainzer Unternehmen Biontech und sein Kooperationspartner, der Pharmakonzern Pfizer mit.

Um die optimale Dosis für die weiteren Studien zu finden, sollen ungefähr 200 gesunde Probanden im Alter von 18 bis 55 Jahren geimpft werden, der Dosisbereich umfasse 1 bis 100 Mikrogramm. Außerdem sollen die Sicherheit und Immunogenität des Impfstoffes untersucht werden. Probanden mit einem höheren Risiko für einen schweren Verlauf einer Covid-19-Infektion werden in den zweiten Teil der Studie aufgenommen.

Das Paul-Ehrlich-Institut (PEI) hatte die Studie vor Kurzem genehmigt, im Juni sollen erste Daten vorliegen. Sollten die ersten Tests positiv verlaufen, sollen mehr Probanden und auch Risikopatienten in die Prüfung einbezogen werden.

Die Studie ist die erste klinische Untersuchung eines Covid-19-Impfstoffkandidaten, die in Deutschland gestartet wird und ist Teil eines globalen Entwicklungsprogramms. Pfizer und Biontech erwarten auch in den USA in Kürze die behördliche Genehmigung für diese Phase.

Die Suche nach einem Impfstoff sei ein "Menschheitsprojekt", betonte Biontech-Chef Ugur Sahin. "Je früher ein effektiver Impfstoff verfügbar ist, desto früher können wir alle in unser altes Leben zurückkehren." Um das zu erreichen, sei weltweite Zusammenarbeit gefordert.

Zugleich erteilte er Spekulationen über einen Verkauf des Mainzer Unternehmens eine Absage. In den vergangenen Wochen habe es mehrere "Kontaktaufnahmen" aus der Branche gegeben, hatte Sahin der "Welt am Sonntag" gesagt. Übernahmen aber kämen "für die Mehrheitsgesellschafter und uns ohnehin nicht infrage", sagte Sahin. "Unsere Vision ist es, ein biopharmazeutisches Unternehmen aufzubauen, das die medizinischen Bedürfnisse des 21. Jahrhunderts adressiert."

Quelle: ntv.de, lwe/dpa/rts/DJ