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120 Sternschnuppen pro Stunde Chancen auf Geminiden-Sichtung stehen gut

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Eine Sternschnuppe im August 2015 auf Fehmarn am klaren Nachthimmel rechts neben der Milchstraße.

(Foto: dpa)

Der Sternschnuppenstrom der Geminiden bringt derzeit bis zu 120 Meteore pro Stunde. Einzige Voraussetzung, sie auch bewundern zu können, ist die freie Sicht in den Nachthimmel. Wie ist die Wetterprognose dafür?

Sternschnuppen-Fans können wieder ein Himmelspektakel bestaunen. Die Geminiden erreichen mit bis zu 120 Meteoren pro Stunde in der Nacht auf den 13. Dezember ihren Höhepunkt. "In Deutschland liegen die Chancen für einen Blick bei über 50 Prozent", sagte der Meteorologe Robert Hausen vom Deutschen Wetterdienst in Offenbach. "Es gibt immer wieder Wolkenlücken und nur vereinzelte Schauer."

Im Ausland seien die Aussichten im Landesinneren von Spanien und Portugal gut, auch in Südfrankreich und Südosteuropa. Schlechteres Wetter wird vorhergesagt etwa für Finnland, Westrussland, Polen, Slowenien und Italien. Die Geminiden scheinen dem Sternbild Zwillinge zu entströmen und schießen in alle Richtungen.

"Man muss nur einen dunklen Ort aufsuchen"

Ein Beobachten dürfte nicht schwierig sein: "Man muss nur einen dunklen Ort aufsuchen", sagte Sirko Molau von der Vereinigung der Sternfreunde, die ihren Sitz im südhessischen Heppenheim an der Bergstraße hat. "Wenn die Sicht zum Himmel frei ist, reicht das aus." Die Sternschnuppen seien auch die gesamte Nacht zu beobachten. "Da kann man gleich noch oben schauen, wenn es dunkel geworden ist."

In diesem Jahr stehen noch die Ursiden im Kalender. Das Maximum dieser Sternschnuppen wird in der Nacht vom 20. auf 21. Dezember erwartet. Allerdings wird mit nur zehn Meteoren pro Stunde gerechnet.

Castor und Pollux standen Pate

Das Sternbild Zwillinge mit seinen beiden Hauptsternen Castor und Pollux stand übrigens Pate bei der Namensgebung für den Geminiden-Schwarm, weil die Dezember-Sternschnuppen aus genau dieser Richtung zu fallen scheinen - dieser Ausgangspunkt der Meteorbahnen wird von den Astronomen Radiant genannt. In Wahrheit entstammen die Schnuppen freilich einer Staubwolke, welche die Erde auf ihrer Bahn um die Sonne jedes Jahr um dieselbe Zeit durchquert. Dabei treten die Staubpartikel in die Erdatmosphäre ein, in der sie dann die als Sternschnuppen bekannten Leuchtphänomene erzeugen.

Dies gilt zwar für alle Sternschnuppen-Schauer, doch die Geminiden weisen einige Besonderheiten auf: So ziehen die Meteore des Stroms vergleichsweise langsam über den Himmel, weil sie mit geringer Geschwindigkeit in die Erdatmosphäre eintauchen. Als weitere Eigentümlichkeit gilt, dass in den Stunden des Geminiden-Maximums zunächst die lichtschwächeren und erst am Ende die hellsten Meteore aufleuchten. Besonders auf diese hellen Geminiden dürften sich jene freuen, die beim Anblick einer Sternschnuppe an die Erfüllung eines Wunsches glauben - gerade in der Vorweihnachtszeit.

Quelle: n-tv.de, abe/dpa

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