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Das Elfenbein-Handelsverbot soll im Kampf gegen die Wilderei helfen.
Das Elfenbein-Handelsverbot soll im Kampf gegen die Wilderei helfen.(Foto: dpa)
Sonntag, 31. Dezember 2017

Endlich Hoffnung für Elefanten?: China stoppt Handel mit Elfenbein

70 Prozent des weltweit gehandelten Elfenbeins landen in China, das so hauptsächlich daran schuld ist, dass sich die Elefanten-Wilderei lohnt. Nun setzt Peking endlich ein wirkungsvolles Verbot gegen den Handel um - der WWF spricht von einem Meilenstein.

Am letzten Tag des Jahres 2017 tritt in China ein lange angekündigtes Verbot für den Handel mit Elfenbein in Kraft. Vor zwölf Monaten hatte der Staatsrat der Volksrepublik beschlossen, die Verarbeitung und den Handel von Elefantenstoßzähnen sowie Produkten daraus zu unterbinden.

In Kenia gewilderter Elefant.
In Kenia gewilderter Elefant.(Foto: imago/Nature Picture Library)

Die Umweltorganisation WWF (World Wide Fund For Nature) begrüßt die Entscheidung als Meilenstein: "China ist der mit Abstand wichtigste Markt für Elfenbein. Und neben altem, legalem Elfenbein wird auch solches von erst kürzlich gewilderten Elefanten illegal zum Verkauf angeboten. Wenn es gelingt, die Nachfrage deutlich zu senken, ist das ein wichtiger Schritt für den Schutz der Elefanten", sagt Katharina Trump, Expertin für Wildartenkriminalität beim WWF Deutschland. Jedes Jahr werden allein in Afrika rund 20.000 der Tiere gewildert, um an ihre Stoßzähne zu gelangen.

In diesem Jahr 23 Tonnen illegales Elfenbein sichergestellt

Im Juli stellten Hongkonger Behörden über sieben Tonnen gewildertes Elfenbein sicher. Dies soll die größte jemals beschlagnahmte Menge sein. Laut Aufzeichnungen des IFAW (International Fund for Animal Welfare) wurden im Jahr 2017 über 23 Tonnen illegales Elfenbein von Gesetzeshütern sichergestellt, gegenüber 21,5 Tonnen Elfenbein im Jahr 2016.

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China kommt mit der Entscheidung einer Aufforderung der Cites-Artenschutzkonferenz nach. Diese hatte auf ihrer Tagung im Oktober 2016 in Südafrika eine Resolution verabschiedet, die alle Länder zur Schließung ihrer nationalen Elfenbeinmärkte auffordert, wenn diese zur Wilderei beitragen. Offiziell war in China bislang nur der Handel mit legalem Elfenbein erlaubt – von Elefanten, die vor 1989 getötet wurden sowie aus zwei späteren Einzelverkaufen großer Elfenbeinbestände.

Doch nach Angaben des WWF sind legale Märkte immer wieder Einfallstore für illegales Elfenbein und heizen so die Wilderei an. "Der Versuch, legales Elfenbein anhand von Alter und Herkunft von illegalem zu unterscheiden, ist kompliziert und zeitaufwendig und bei der Menge der verkauften Waren kaum möglich. Aus Sicht des WWF ist daher der derzeit einzige gangbare Weg, den Handel grundsätzlich zu verbieten. Das schafft Klarheit und erleichtert die Strafverfolgung", so Katharina Trump.

Viele Elfenbein-Geschäfte bereits geschlossen

China hatte bereits im Frühjahr 2017 viele seiner Elfenbein-Schnitzereien und -Geschäfte geschlossen. Die weiteren Schritte zur Umsetzung des Handelsverbots folgen. Die Sonderverwaltungszone Hongkong gab bekannt, ihr Elfenbeinmarkt werde bis 2021 geschlossen.

Eine aktuelle Umfrage zeigt, dass die Chinesinnen und Chinesen dem Verbot aufgeschlossen gegenüberstehen. So gaben 86 Prozent der Befragten an, sie fänden das Verbot des Handels mit Elefantenstoßzähnen und Produkten daraus positiv. Die Kenntnis vom nahenden Bann scheint indes weniger ausgeprägt zu sein: Nur 19 Prozent konnten das Handelsverbot spontan nennen, 46 Prozent erinnerten sich, nachdem sie eine entsprechende Verlautbarung vorgelegt bekommen hatten.

Daneben offenbart die Umfrage, wie stark der Kauf von Elfenbein in China noch verbreitet ist: 45 Prozent der Befragten gaben an, bereits mindestens einmal Elfenbeinprodukte erworben zu haben. Die Umfrage führte die Unternehmensberatung GlobeScan im Auftrag von WWF und der Artenschutzorganisation Traffic (Trade Records Analysis of Flora and Fauna in Commerce) durch.

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Quelle: n-tv.de