Wissen

US-Studie warnt Schwangere Corona-Infektion erhöht Risiko für Totgeburt

imago0139188692h.jpg

Die deutsche Ständige Impfkommission (Stiko) empfiehlt auch Schwangeren und Stillenden eine Corona-Impfung.

(Foto: imago images/YAY Images)

Obwohl die STIKO die Corona-Impfung für Schwangere empfiehlt, ist die Angst, dem ungeborenen Baby damit zu schaden, noch bei einigen Frauen verbreitet. Sich in der Schwangerschaft mit Corona zu infizieren, sei jedoch mit einem nachweislich höheren Risiko für das Kind verbunden, warnt eine US-Studie.

Mit dem Coronavirus infizierte Schwangere haben laut einer US-Studie ein deutlich erhöhtes Risiko, eine Totgeburt zu erleiden. Laut der Untersuchung der US-Gesundheitsbehörde CDC war das Risiko einer Totgeburt vor dem Auftreten der Delta-Variante des Coronavirus 1,47-mal höher als bei nicht infizierten Frauen. Nach dem Beginn der Delta-Coronawelle lag das Totgeburts-Risiko viermal höher, insgesamt war es rund 1,9-fach erhöht.

In die Studie flossen US-Schwangerschaftsdaten zwischen März 2020 und September 2021 ein. Bei mehr als 1,2 Millionen Krankenhauseinweisungen für eine Entbindung gab es dabei 8154 Totgeburten. Statistisch herausgerechnet wurden andere Risiken für eine Totgeburt.

Laut den Studienautoren sind weitere Untersuchungen notwendig, um den Zusammenhang zwischen Komplikationen einer Covid-19-Erkrankung von Schwangeren und dem Risiko einer Totgeburt zu ergründen.

"Klare Empfehlung zur Impfung"

Die deutsche Ständige Impfkommission (Stiko) empfiehlt auch Schwangeren und Stillenden eine Corona-Impfung. "Nach eingehender Beratung und Bewertung der vorhandenen Evidenz" empfehle die STIKO eine Impfung für Schwangere ab dem zweiten Schwangerschaftsdrittel und für Stillende mit zwei Dosen eines mRNA-Impfstoffs, teilte das Robert-Koch-Institut (RKI) mit.

Bei Impfungen gehe es um den Schutz von Mutter und Kind: Über den Mutterkuchen würden Antikörper weitergegeben, so dass das Baby auch im ersten halben Jahr nach der Entbindung über den sogenannten Nestschutz verfügt. Auch das Stillen trägt dazu bei.

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn sagte: "Auch schwangere und stillende Frauen haben nun eine klare Empfehlung zur Impfung. Das bedeutet nach vielen Monaten mit vielen offenen Fragen nun endlich wissenschaftlich begründete Gewissheit." Er wandte sich mit einem dringenden Appell an schwangere und stillende Frauen: "Fragen Sie Ihren Arzt. Lassen Sie sich impfen. Sie schützen sich und Ihr Kind."

Quelle: ntv.de, can/AFP/dpa

ntv.de Dienste
Software
Social Networks
Newsletter
Ich möchte gerne Nachrichten und redaktionelle Artikel von der n-tv Nachrichtenfernsehen GmbH per E-Mail erhalten.
Nicht mehr anzeigen