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Ergebnisse aus China Covid-19 trifft öfter Jüngere als gedacht

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Ein schwer an Covid-19 erkrankter Patient wird im Krankenhaus in Wuhan versorgt.

(Foto: imago images/Xinhua)

Bisher ging man davon aus, dass vor allem ältere Männer mit einer Vorerkrankung schwer an Covid-19 erkranken. Eine aktuelle Untersuchung aus China zeigt jedoch, dass heftige Symptome auch bei wesentlich jüngeren Patienten auftauchen.

Um das neue Coronavirus erfolgreich bekämpfen zu können, muss man verstehen, wie es weitergegeben wird und welche Bevölkerungsgruppe es besonders betrifft. In einer aktuellen Untersuchung wurden deshalb die Daten von insgesamt 1099 Patienten aus China, die wegen Covid-19 in 552 verschiedenen Krankenhäusern behandelt wurden, bis zum 29. Januar 2020 erhoben. 41,9 Prozent davon waren Frauen. Die Ergebnisse des Forscherteams um Wei-Jiie Guan vom Institut für Atemwegserkrankungen in Guangzhou wurden im Fachblatt "New England Journal of Medicine" veröffentlicht.

Die Forscher errechneten ein durchschnittliches Erkrankungsalter von 47 Jahren. Die meisten Patienten in der Untersuchung (84 Prozent) waren zwischen 15 und 64 Jahre alt, also im erwerbstätigen Alter. 15,1 Prozent waren älter und nur 0,9 Prozent waren jünger. Die Inkubationszeit bei den meisten Patienten lag zwischen zwei und sieben Tagen, im Durchschnitt betrug sie vier Tage. Lediglich ein Viertel dieser Covid-19-Erkrankten wies Begleit- oder Vorerkrankungen auf. Nicht einmal die Hälfte aller Patienten (43,8 Prozent) hatte bei Aufnahme in eine Klinik erhöhte Temperatur oder Fieber. 88,7 Prozent entwickelten dagegen während des Krankenhausaufenthaltes Fieber. Das häufigste Symptom war bei 67,8 Prozent Husten. Durchfälle traten dagegen nur bei 3,8 Prozent der Erkrankten auf. Die durchschnittliche Dauer des Krankenhausaufenthaltes betrug 12 Tage.

Vor allem Lungenentzündungen diagnostiziert

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Ein Arzt in Wuhan sieht sich CT-Aufnahmen an.

(Foto: imago images/Xinhua)

Bei dem Großteil der Patienten wurden bei der Aufnahme in die Klinik Computertomografien (CT) der Lunge gemacht. Bei etwas mehr als der Hälfte sahen die Ärzte eine Milchglastrübung und bei 51,8 Prozent eine zweiseitige fleckige Verschattung. In wenigen Fällen war auch beides sichtbar. Bei einem kleinen Anteil derer mit schwerer Erkrankung und bei 17,9 Prozent mit sanfteren Krankheitsverläufen wurden hingegen keine Veränderungen im CT gesehen. Patienten mit schwereren Covid-19-Erkrankungen waren im Durchschnitt sieben Jahre älter als die Patienten mit leichteren Verläufen. Vor- oder Begleiterkrankungen hatten 38,7 Prozent der Schwererkrankten. Bei einem guten Fünftel derer mit Vor- und Begleiterkrankungen verlief Covid-19 hingegen leicht.

In mehr als neun von zehn Fällen wurden Lungenentzündungen diagnostiziert. Das war damit die Diagnose, die am häufigsten gestellt wurde. Lediglich 3,4 Prozent aller Patienten der Studie litten unter einem akuten Atemnotsyndrom und 1,1 Prozent unter einem Schock. Insgesamt wurden 5 Prozent der Patienten auf einer Intensivstation behandelt, 2,3 Prozent mussten mechanisch beatmet werden. Die Sterberate betrug 1,4 Prozent. Das ist relativ gering, wenn man bedenkt, dass nur hospitalisierte Patienten in der Analyse berücksichtigt wurden, schreibt das Deutsche Ärzteblatt dazu.

Quelle: ntv.de, jaz