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Gewalt im Stasi-Knast DDR-Häftlinge leiden noch immer

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Der ehemalige Stasi-Häftling Gilbert Furian führt heute Besucher durch die Gedenkstätte in Berlin- Hohenschönhausen.

(Foto: picture alliance / dpa)

Auch nach Jahrzehnten leiden ehemalige DDR-Häftling noch immer unter Angstzuständen und innerer Unruhe. Das ist das Ergebnis einer Langzeitstudie mit 150 Probanden. Die Mehrzahl der Betroffenen benötigt auch heute noch professionelle Hilfe, um das Erlebte zu verarbeiten.

Viele ehemalige politische Gefangene in der DDR leiden nach einer Studie weiterhin an den Folgen der Inhaftierung. Sie berichten auch nach Jahrzehnten noch von Angstzuständen, innerer Unruhe und dem Wunsch nach Vergeltung für die erlebten Misshandlungen. Das bestätigte eine Langzeitstudie mit 150 Betroffenen, die auf der internationalen Tagung "Folgen der interpersonellen Gewalt" in Gießen vorgestellt wurde.

Jeder dritte Studienteilnehmer litt demnach unter einer posttraumatischen Belastungsstörung, obwohl die Haft bereits Jahrzehnte zurücklag. Mehr als zwei Drittel gaben an, zu irgendeinem Zeitpunkt ihres Lebens unter solchen seelischen, körperlichen oder psychosozialen Folgen gelitten haben.

Keine Hilfe nach der Haftentlassung

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In einer Zelle im berüchtigten Stasi-Knast in Bautzen. Dort ist heute eine Gedenkstätte.

(Foto: picture-alliance/ dpa)

Nur die wenigsten Opfer der SED-Diktatur hätten nach der Haftentlassung psychotherapeutische Hilfe in Anspruch genommen, erklärte Professor Andreas Maercker, Studienleiter und Leiter der Fachrichtung Psychopathologie und klinische Intervention an der Universität Zürich, bei dem Treffen. Viele Betroffene berichteten zudem, dass sie nicht oder nur unzureichend psychologisch betreut wurden. "Scham und Angst vor der Konfrontation mit den traumatischen Erlebnissen spielen hier vermutlich eine entscheidende Rolle, aber auch ein Mangel an Wissen um entsprechende therapeutische Angebote", erklärte der Experte.

Inzwischen habe sich das Therapieangebote zwar maßgeblich verbessert. Es gebe aber weiter Bedarf nach Hilfe von Experten. "Die Forderung der Betroffenen nach Hilfsangeboten und nach einer angemessenen öffentlichen Aufarbeitung der Stasi-Vergangenheit sollte daher unbedingt unterstützt werden", betonte der Mediziner.

Misshandlungen und Dunkelhaft

Die DDR inhaftierte politisch begründet etwa 180.000 Menschen, teilte die Deutsche Gesellschaft für Psychosomatische Medizin und Ärztliche Psychotherapie (DGPM) unter Berufung auf Schätzungen des Bundesjustizministeriums mit. Die meisten Betroffenen berichteten demnach von körperlichen und psychischen Misshandlungen und folterähnlichen Haftbedingungen, wie Einzel- oder Dunkelhaft.

Auf der Fachtagung in Gießen diskutierten internationale Experten den aktuellen Kenntnisstand zur Therapie von traumatisierten Menschen und den Folgen extremer Gewalterfahrungen wie Missbrauch oder Folter.

Quelle: n-tv.de, dpa

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