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Wie Kennedy die Russen überholte Der Wettlauf zum Mond

Die erfolgreiche Landung von Apollo 11 auf dem Mond markiert den Höhepunkt eines jahrelangen Wettstreits: Die US-Amerikaner überwinden den Sputnik-Schock und holen den technologischen Vorsprung des Ostblocks - wie von US-Präsident Kennedy versprochen - binnen eines Jahrzehnts auf.

Die bislang längste, kühnste und gefährlichste Reise der Menschheit begann mit einem eiskalten Schock: Am 4. Oktober 1957 gelang es der russischen Raumfahrt, den ersten künstlichen Satelliten in die Umlaufbahn der Erde zu schießen. Der erfolgreiche Flug der sowjetischen Sputnik-Sonde löste am 4. Oktober 1957 einen beispiellosen Konkurrenzkampf aus.

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Lyndon B. Johnson (M). beobachtet am 16. Juli 1969 den Start von Apollo 11.

(Foto: Reuters)

In der frühen Phase des Kalten Krieges ging es für Russen und US-Amerikaner um die Vorherrschaft im All und um den Beweis, welches System dem anderen überlegen war: Der kommunistische Ostblock oder der "freie Westen"? Die Sowjetunion lag anfangs deutlich vorn. Bereits knapp zwei Jahre nach dem Sputnik-Schock im Westen erreichte die sowjetische Sonde Lunik 2 die Mondoberfläche, ein halbes Jahr später konnten die Russen mit Luna 3 erstmals auch einen Blick auf die dunkle Seite des Mondes werfen. Im Frühjahr 1961 startete dann der Kosmonaut Juri Gagarin an Bord von Wostok 1 in die Erdumlaufbahn: Ein Russe erreichte als erster Mensch den Weltraum.

Der technologische Vorsprung der sowjetischen Raumfahrt schien uneinholbar. Hilflos musste Washington mit ansehen, wie das kommunistische System die Welt mit immer neuen Triumphen im Weltraum beeindruckte. Die USA brauchten dringend eigene Erfolge. Doch als Präsident John F. Kennedy zwei Monate nach Gagarins erfolgreichem Raumflug vor Kongressabgeordneten ein überaus ambitioniertes Raumfahrtprogramm ankündigte, klangen seine Worte in den Ohren vieler Zuhörer als maßlos zu hoch gegriffen.

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Bis zum Ende des Jahrzehnts, versprach der frisch gewählte US-Präsident, sollten die USA einen Menschen bis zum Mond und sicher zurück zur Erde bringen. "Kein anderes Projekt wird die Menschheit mehr beeindrucken", betonte er, nur um die US-Öffentlichkeit zugleich auf umfangreiche Ausgaben vorzubereiten: "Keines wird so schwierig und kostspielig sein." Kennedys Warnung hatte einen guten Grund: Zum Zeitpunkt seiner Rede war der demokratische Politiker gerade erst einmal vier Monate im Amt.

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Dennoch konnten die neu geschaffene US-Raumfahrtbehörde Kennedys Mond-Versprechen einhalten. Kennedy selbst erlebte den Erfolg nicht mehr. Er fiel 1963 in Dallas einem Mordanschlag zum Opfer. Sein Nachfolger im Amt, der bisherige Vizepräsident Lyndon B. Johnson, trieb Kennedys Raumfahrtpläne weiter voran. Am 16. Juli 1969 schließlich stand er mit seiner Frau am Kennedy Space Center auf der Ehrentribüne, um den Start der mächtigen Saturn-V-Rakete mitzuverfolgen, an deren Spitze Neil Armstrong und seine Crew zu ihrem historischen Flug Richtung Mond aufbrachen.

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Der Rest ist Geschichte: Apollo 11 landete erfolgreich auf dem Mond und kehrte - wie von Kennedy versprochen - sicher wieder zur Erde zurück. An ihrem Landeplatz hinterließ die Besatzung eine Plakette, die künftige Mondbesucher an diesen Meilenstein der Menschheitsgeschichte erinnern soll.

Anders als in Zeiten des Kalten Krieges zu erwarten gewesen wäre, klingen die Worte, die darauf für die Ewigkeit eingraviert wurden, bemerkenswert bescheiden: "Hier", heißt es dort, "betraten Menschen vom Planeten Erde zum ersten Mal den Mond." Und unter der Datumsangabe "Juli 1969 Anno Domini" steht: "Wir kamen in Frieden für die gesamte Menschheit."

Quelle: n-tv.de

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