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Problem der "Vergüllung" Deutsche Seen sind in schlechtem Zustand

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Das Westufer der Müritz bei Röbel.

(Foto: picture alliance / Bernd Wüstnec)

Bis 2020 sollen sich drei Viertel der deutschen Seen nach EU-Maßstäben in mindestens gutem Zustand befinden. Doch dieses Ziel scheint Deutschland zu verpassen: Auf Nachfrage räumt die Bundesregierung ein, dass viele Seen ökologisch leiden.

Fast drei Viertel der Seen in Deutschland sind ökologisch in einem mittelmäßigen bis schlechten Zustand. Das geht aus einer Antwort der Bundesregierung auf eine Anfrage der Grünen-Abgeordneten Steffi Lemke hervor, die den Zeitungen der Funke Mediengruppe vorliegt. Demnach können nur 24 Prozent der Seen Messwerte vorweisen, die nach europäischen Richtlinien im guten Bereich liegen; nur 2,3 Prozent der Seen werden als "sehr gut" bewertet.

Das Ziel eines guten ökologischen Zustands bis zum Jahr 2020 wird demnach für die verbleibenden 74 Prozent der Gewässer voraussichtlich nicht erreicht. Hintergrund sind unter anderem zu hohe Nährstoffeinträge.

Lemke sagte den Funke-Zeitungen, die Seen litten unter der Vergüllung durch die Landwirtschaft. Sie kritisierte, dass im neuen Koalitionsvertrag "die so notwendige Wende zum Schutz der Natur" ausbleibe.

Die Bundesregierung hatte erst Anfang des Monats - ebenfalls in einer Antwort an die Grünen - mitgeteilt, dass sich nur wenige Flüsse und Bäche in Deutschland ökologisch in gutem Zustand befinden. Demnach leben in 93 Prozent der Fließgewässer nicht mehr die Gemeinschaften aus Fischen, Pflanzen und Kleintieren, die man dort eigentlich vorfinden müsste.

Quelle: ntv.de, chr/AFP