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Arnie setzt auf die US-Army Doku zeigt "Schlacht" gegen Klimawandel

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Im roten Bereich: Ein Klimamodell der Nasa zeigt, wo die Temperaturen bis 2100 am deutlichsten steigen werden.

(Foto: picture alliance / dpa)

Wenn Ex-Terminator Schwarzenegger eingreifen muss, wird es ernst: Die Doku-Reihe "Years of Living Dangerously" setzt auf Prominente und Action im Kampf gegen den Klimawandel. Doch dieser taugt nicht so richtig zum Gegner.

Was vielen Menschen als Gewissheit gilt, wird seit Neuestem wieder infrage gestellt – und zwar von ganz oben: Der neue US-Präsident Donald Trump ist kein Freund von dem Narrativ, dass der Mensch für einen globalen Klimawandel verantwortlich ist. Auch von internationalen Bemühungen gegen die weltweite Katastrophe scheint er wenig zu halten - und steigt mal eben aus dem Pariser Klimaabkommen aus.

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Die DVD-Reihe "Years of Living Dangerously – Season 2" ist für 19,99 Euro im Handel erhältlich.

Während Trump vor allem Arbeitsplätze in den USA im Auge hat, sträuben sich bei Wissenschaftlern, Prominenten und Normalbürgern bei so viel Gleichgültigkeit und Leichtsinn die Nackenhaare. Auch ein Aufgebot von Weltstars aus Film und Fernsehen ist anderer Meinung als Trump und kämpft dafür, die drohende Umweltkatastrophe und ihre Folgen ins Bewusstsein der Menschen zu hämmern.

So geschehen in der jetzt auf DVD erschienenen National-Geographic-Serie "Years of Living Dangerously, Season 2". Wie der Name schon andeutet, geht es ums blanke Überleben: Action-Star Arnold Schwarzenegger kreist im Helikopter über einer Nahost-Basis der bald klimaschützenden US-Armee, Super-Model Gisele Bündchen stürmt mit Umwelt-Polizisten durch den Amazonas-Regenwald, während Don Cheadle dem kalifornischen Central Valley und seinen Bewohnern beim Kampf gegen die Dürre beisteht.

Actionhelden ziehen in die "Schlacht"

Die achtteilige Serie "Years of Living Dangerously" geizt nicht mit Zutaten, welche auch die Weltuntergangs-Kassenschlager aus Hollywood auszeichnen: gutaussehende Helden, dramatische Musik, wackelige Kameraführung sowie das US-Militär, das unter der Aufsicht von "Arnie" Schwarzenegger auch noch seinen Teil zum Kampf gegen die Erderwärmung beiträgt. Schwarzenegger spricht wohl deshalb auch von einer "Schlacht", die gewonnen werden muss.

Allerdings hat die Dokumentation ein wesentliches Manko gegenüber fiktiven Apokalypsen: Der Gegner ist oft nur bei genauem Hinsehen erkennbar. Während in Hollywood-Streifen Aliens mit gigantischen Raumschiffen der Erde den Garaus zu machen drohen, ist es bei der Klimaerwärmung die uns vertraute Umgebung, die sich ohne viel Bombast schleichend verändert.

Zwar wirken die aus der Luft aufgenommenen Bilder von fast leeren Stauseen in Kalifornien beeindruckend. Doch die Veränderungen gehen oft zu langsam vonstatten, um wirklich zu ängstigen. So steht Schauspieler Bradley Whitford mit einem Forscher zwar bis zur Hüfte im Meer vor Florida, um das Zurückweichen der Küstenlinie zu demonstrieren - allerdings auch nur ein paar Meter vom Strand entfernt, was nicht recht erschreckend wirkt.

Die wirklich existenzbedrohenden Auswirkungen der Erderwärmung sind bisher weitgehend Prophezeiungen - anders als andere große Probleme, wie etwa die Massenflucht von Afrikanern in Richtung Europa. Zwar versucht New-York-Times-Journalist Thomas Friedman den Klimawandel als Hauptgrund für diese Völkerwanderung auszumachen. "Noch ist der Klimawandel nur ein Teil des Problems", stellt der ehemalige US-Außenminister John Kerry im Gespräch mit Friedman jedoch richtig.

Menschen sind die besseren Gegner

Wenn der Klimawandel sich als schwer fassbarer Gegner präsentiert, müssen eben doch Menschen als Antagonisten herhalten: also US-Präsident Trump und seine Republikaner-Clique, heimliche Beschützer der mächtigen Energiekonzerne. Und es funktioniert: Die Episoden, in denen der Kampf gegen das Establishment gezeigt wird, sind die unterhaltsamsten der DVD-Serie.

So dröselt die US-Schauspielerin Cecily Strong genüsslich auf, wie die Energieindustrie in manchen US-Bundesstaaten erfolgreich einen möglichen Siegeszug der Sonnenenergie verhindert. Und Bradley Whitford führt Republikaner in Washington vor, welche frei heraus die Erderwärmung oder den Anstieg der Meeresspiegel bestreiten. Gleichzeitig wird Schwarzweißmalerei jedoch vermieden:  Es kommen auch Republikaner zu Wort, die sich gegen den Klimawandel engagieren.

Und es bleibt nicht aus, dass US-Präsident Trump als derzeit größter "Klima-Bösewicht" in den Fokus gerät: "Der Präsidentschaftswahlkampf 2016 in den USA war bizarr", hört man Whitfords deutsche Synchronstimme aus dem Off. "Besonders grotesk erschienen mir die Aussagen republikanischer Politiker zum Klimawandel." Dann ist Trump zu sehen mit den Worten: "Die Erderwärmung ist nicht unser größtes Problem, glaubt mir." Für einen Moment hofft man, er möge recht behalten.

Ebenfalls zum Thema Klimawandel im Mai auf DVD erschienen: die National-Geographic-Serie "Before the Flood".

Quelle: n-tv.de

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