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Trotz Impfung Omikron-Symptome Drosten: "Sieht nicht nach milderer Erkrankung aus"

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Christian Drosten sieht durch die Studienergebnisse bestätigt, dass Omikron nicht per se mildere Verläufe verursacht.

(Foto: picture alliance / Geisler-Fotopress)

Bei einer Weihnachtsfeier in Oslo infizieren sich Dutzende mit der Omikron-Variante - obwohl die meisten doppelt geimpft sind. Eine Studie zu dem Superspreader-Event findet zudem heraus: Ein Großteil der Infizierten hat deutlich ausgeprägte Symptome. Für den Virologen Drosten ein Warnsignal.

Ende November steckten sich Dutzende Menschen - trotz Impfung und vorherigem Schnelltest - bei einer Weihnachtsfeier in einem Restaurant in Oslo mit der Omikron-Mutante an. Die Gesundheitsbeauftragte von Oslo, Tine Ravlo, sagte damals, dass die Feier am 26. November im Rahmen der Corona-Vorgaben stattgefunden habe und "keine Regeln gebrochen" worden seien. Allerdings war mindestens einer der Teilnehmer kurz zuvor aus Südafrika zurückgekehrt. Das Land war eines der ersten, in denen die Omikron-Variante des Coronavirus nachgewiesen worden war.

Für eine Studie haben norwegische Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler Daten über die betroffenen Personen zusammengetragen und kommen zu dem Schluss, dass Omikron hoch infektiös ist und sich auch Menschen, die zweifach gegen Sars-CoV-2 geimpft sind, anstecken können.

Von den 117 Personen, die auf der Weihnachtsfeier waren, nahmen 111 an der Befragung der Forschenden teil. 96 Prozent waren vollständig, also zweifach, geimpft. Eine Booster-Impfung hatte niemand erhalten. Bei 66 Teilnehmenden wurde eine Ansteckung mit Omikron in Folge der Party nachgewiesen. Bei 15 gilt eine Ansteckung mit der Mutante als wahrscheinlich, ihr PCR-Test fiel positiv aus.

Am häufigsten hatten die 81 Personen (Altersmedian: 36) folgende Symptome: Husten (83 Prozent), laufende/verstopfte Nase (78 Prozent), Müdigkeit/Abgeschlagenheit (74 Prozent), Halsschmerzen (72 Prozent), Kopfschmerzen (68 Prozent) und Fieber (54 Prozent). Nur eine Person hatte einen asymptomatischen Verlauf. Niemand musste bis zum 13. Dezember (Untersuchungszeitraum der Studie) aufgrund eine Infektion mit Covid-19 ins Krankenhaus eingeliefert werden.

Der Berliner Virologe Christian Drosten schlussfolgerte anhand der Studien-Ergebnisse, dass Omikron auch bei Geimpften größtenteils symptomatische Fälle auslösen kann. "Sieht mir nicht nach einer milderen Erkrankung aus", twitterte er. Auf eine spätere Nachfrage präzisierte er, dass er bei "weniger Husten, weniger Fieber", von einer milden Erkrankung sprechen würde. Erste Studien zur Wirksamkeit der bisher verfügbaren Impfstoffe gegen das Coronavirus haben ergeben, dass gegen die Omikron-Variante nur eine dreifache Impfung bestmöglich schützt.

Quelle: ntv.de, fzö/jhe

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