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Kampf gegen Wilderer in Afrika Erbgut-Spuren verraten Elfenbein-Mafia

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Forscher analysierten Erbgut-Spuren im Elfenbein aus 38 großen Sendungen, die zwischen 2006 und 2015 beschlagnahmt wurden.

(Foto: REUTERS)

Jährlich fallen Zehntausende Elefanten skrupellosen Geschäftemachern zum Opfer. Mittels DNA-Analyse spüren Wissenschaftler die Fährten des illegalen Elfenbeinhandels auf. Das große Töten wird demnach von wenigen Hintermännern kontrolliert.

Drei einzelne Kartelle in Afrika sind Wissenschaftlern zufolge für einen Großteil des weltweiten illegalen Elfenbeinhandels verantwortlich. Die kriminellen Verbünde exportieren das Elfenbein gewilderter Elefanten vor allem aus Mombasa in Kenia, Entebbe in Uganda und Lomé in Togo in alle Welt, wie die Forscher um Samuel Wasser von der University of Washington im Journal "Science Advances" schreiben. Von den neuen Erkenntnissen erhoffen sich Wissenschaftler Fortschritte im Kampf gegen Wilderei.

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Kenianischen Behörden vernichten rund 105 Tonnen konfiszierte Stoßzähne im Nairobi-Nationalpark. (Bild von 2016)

(Foto: picture alliance/dpa)

Die Forscher analysierten Erbgut-Spuren toter Elefanten anhand von Elfenbein aus 38 großen Sendungen, die zwischen 2006 und 2015 an unterschiedlichen Orten auf der Welt beschlagnahmt wurden. Die DNA-Analyse habe ergeben, dass das Elfenbein von einzelnen Tieren oftmals in unterschiedlichen Sendungen transportiert wurde. So konnten die Experten feststellen, dass viele der großen illegalen Elfenbein-Sendungen zwischen 2011 und 2014 von nur drei Kartellen aus drei großen Häfen verschifft wurden.

Ihre Arbeit sei ein "Ermittlungs-Werkzeug, um den Behörden zu helfen, diese Netzwerke zu verfolgen", sagte Wasser. Dank der DNA-Analyse könnten Beweise gegen die Kartelle gesammelt werden, die für einen Großteil des weltweiten illegalen Elfenbeinhandels verantwortlich seien. Womöglich ließen sich die Ergebnisse auch für die strafrechtliche Verfolgung der Täter nutzen.

Effektiver Weg gegen Wilderei

Diesen Kartellen nachzugehen wäre ein effektiver Weg gegen die Wilderei, wie die Forscher schreiben. Denn der Lohn für die Wilderer komme wahrscheinlich direkt oder indirekt von den Kartellen. Zudem sei es einfacher und kosteneffizienter, die Ausfuhr mehrerer illegaler Sendungen in Afrika zu stoppen als einzelne Sendungen weltweit zu verfolgen.

Seit 1989 gibt es ein internationales Verbot für den kommerziellen Handel von Elfenbein. Trotzdem geht die Zahl der noch in freier Wildbahn lebenden Elefanten Jahr für Jahr zurück. Der Elfenbeinhandel sei heute eine Multimilliarden-Dollar-Industrie, die jährlich zum Tod von rund 44.000 Elefanten führe, schreiben die Forscher um Wasser.

Zwischen 2006 und 2015 ist die Zahl der Elefanten in Afrika nach Angaben der Weltnaturschutzunion (IUCN) um 111.000 gesunken - dafür sei primär die Wilderei verantwortlich, heißt es. Schätzungen zufolge gibt es in Afrika noch gut 415.000 Elefanten, die meisten davon im südlichen Afrika. In Asien leben nur noch rund 50.000 Elefanten.

Quelle: ntv.de, hny/dpa