Wissen

Zu viel Schrott im All Erste Aufräumaktion im Weltraum geplant

89780394.jpg

Mit bis zu 40.000 Kilometern je Stunde krachen die Trümmer aufeinander.

(Foto: picture alliance / ESA/ESA/dpa)

"Sehr große Gefahr"- ausgehend von Tausenden inaktiven Satelliten: So bezeichnet es Europas Raumfahrt-Chef Jan Wörner. 2025 wird voraussichtlich die erste Putzmission im All stattfinden. Ein Raketenteil soll als erstes Vorhaben in die Erdumlaufbahn gebracht werden und dort verglühen.

Im All fliegen Zehntausende Trümmerteile alter Satelliten oder Raketen. Sie sind eine Gefahr für Weltraummissionen. Die europäische Weltraumorganisation Esa plant zusammen mit einem kommerziellen Konsortium die weltweit erste Mission zur Beseitigung des Schrotts. Die europäischen Raumfahrtminister haben sich nach Angaben der Esa darauf geeinigt, diese Mission zur Beseitigung von Trümmern aus der Erdumlaufbahn zu unterstützen. "ClearSpace-1" solle 2025 starten und sei bei einem von einem Schweizer Start-up geführten kommerziellen Konsortium in Auftrag gegeben, teilte die Esa mit.

Das Projekt solle im kommenden März beginnen. Ziel sei, dass eine Raumsonde im All eine Oberstufe einer alten Esa-Rakete mit vier Greifarmen einfängt und zum Verglühen in die Erdumlaufbahn zurückbringt. Später sollen Orbiter dann mehrere große Trümmerteile einfangen. Erst Ende November hatte Europas Raumfahrt-Chef Jan Wörner deutlich auf das Risiko von Weltraummüll hingewiesen. Rund 3000 von insgesamt 4500 Satelliten im Weltraum seien etwa nicht mehr aktiv und stellten eine "sehr große Gefahr" dar.

Experten warnen vor einer drastischen Zunahme des Weltraumschrotts in den kommenden Jahren. Teile aus dem All können auf die Erde stürzen oder zu Kollisionen im Weltraum führen, mit zerstörerischen Folgen. Nach Angaben von Holger Krag, Leiter des Esa-Büros für Raumfahrtrückstände in Darmstadt, treffen die Objekte mit einer Geschwindigkeit von bis zu 40.000 Kilometern je Stunde aufeinander. In den kommenden Jahren rechnen Experten mit dem Start Tausender weiterer Satelliten.

Quelle: ntv.de, jru/dpa