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Medizinischer Durchbruch Erste Organtransplantation bei HIV-Infizierten

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Allein in den USA warten etwa tausend HIV-Infizierte auf ein Spenderorgan.

(Foto: dpa)

Bislang galten Organtransplantationen bei HIV-Patienten als zu riskant. Doch dank der Fortschritte bei der Behandlung der Krankheit gelingt Ärzten nun erstmals eine Nierentransplantation. Infizierte, die auf ein Spenderorgan warten, können damit neue Hoffnung schöpfen.

Wissenschaftler in den USA haben einen weiteren Durchbruch bei der medizinischen Behandlung von HIV-Infizierten erzielt: Chirurgen transplantierten erstmals die Niere einer infizierten Organspenderin in den Körper eines ebenfalls infizierten Empfängers.

Nach Angaben der Johns-Hopkins-Universität in Baltimore handelte es sich dabei um eine Premiere. Bislang waren Organtransplantationen bei Trägern des HI-Virus nicht vorgenommen worden. Für Infizierte, die auf ein Spenderorgan warten, besteht damit neue Hoffnung.

Wissenschaftler waren bislang davon ausgegangen, dass es für HIV-Infizierte zu riskant wäre, eine Niere zu spenden und dann nur mit der verbleibenden Niere weiterzuleben. Dass Ärzte nun doch eine solche Operation vorgenommen haben, unterstreicht ihr Vertrauen in die großen Fortschritte der HIV-Behandlung: Mit anti-retroviralen Medikamenten, welche die Zahl der Erreger im Körper massiv senken, können die Infizierten ein fast normales Leben führen - und kommen eben auch als Organspender für andere HIV-Patienten in Frage.

Der Chirurg Dorry Segev von der Johns-Hopkins-Universität wies darauf hin, dass allein in den USA etwa tausend HIV-Infizierte auf ein Spenderorgan warteten. Bislang bestand für solche Patienten nur dann Hoffnung, wenn die Organentnahme an verstorbenen HIV-Infizierten vorgenommen werden konnte.

Quelle: n-tv.de, ftü/AFP

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