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Auch Urknall-Forscher geehrt Exoplaneten-Entdecker erhalten Nobelpreis

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51 Pegasi b ist ein sogenannter "Heißer Jupiter" - die beiden Nobelpreisträger Michel Mayor und Didier Queloz hatten ihn 1995 entdeckt.

(Foto: ESO/M. Kornmesser/Nick Risinger/CC-BY 4.0)

Gleich drei Forscher teilen sich in diesem Jahr den Nobelpreis für Physik: Der gebürtige Kanadier James Peebles und die beiden Schweizer Michel Mayor und Didier Queloz. Sie alle setzen Maßstäbe bei der Erforschung des Weltraums - jedoch mit unterschiedlichem Fokus.

Der Nobelpreis für Physik geht in diesem Jahr jeweils zur Hälfte an den gebürtigen Kanadier James Peebles sowie an die Schweizer Michel Mayor und Didier Queloz für ihre Beiträge zum Verständnis des Universums und des Platzes der Erde im Kosmos. Das teilte die Königlich-Schwedische Akademie der Wissenschaften in Stockholm mit.

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James Peebles. Man soll sich niemals von der Aussicht auf Auszeichnungen antreiben lassen, meint der Kosmologe.

(Foto: via REUTERS)

  Mit ihren Entdeckungen hätten die drei Wissenschaftler maßgeblich zum Verständnis unseres Platzes im Universum beigetragen, erklärte die Akademie. Peebles schuf demnach mit seinen Forschungen zum Kosmos den "theoretischen Rahmen", der die Grundlage für das moderne Verständnis der Geschichte des Universums, vom Urknall bis zu Gegenwart, bildete. Mayor und Queloz entdeckten 1995 den ersten Planeten außerhalb unseres Sonnensystems, der einen sonnenähnlichen Stern, 52 Pegasi, umkreist. Seitdem seien über 4000 Exoplaneten in der Milchstraße gefunden worden. Diese Entdeckungen hätten die Vorstellungen von der Welt für immer verändert.

"Einfach unglaublich"

In einer ersten Reaktion bezeichneten die Schweizer Preisträger ihre Auszeichnung als "einfach unglaublich". Der gebürtige Kanadier Peebles betonte in einem Telefonat mit dem Nobelkomitee der Akademie, man solle sich als Forscher niemals von der Aussicht auf Auszeichnungen, sondern vielmehr von der Liebe zur Wissenschaft antreiben lassen.

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Didier Queloz.

(Foto: dpa)

Jungen Forschern gab Peebles zudem einen Rat: "Die Preise sind bezaubernd und sehr wertgeschätzt. Aber das ist nicht Teil eurer Pläne." Vielmehr solle man sich mit der Wissenschaft beschäftigen, weil man von ihr fasziniert sei. "Das ist, was ich getan habe." Er selbst sei teils sehr verunsichert gewesen, als er in den 60er-Jahren angefangen habe, sich wissenschaftlich mit seiner Materie auseinanderzusetzen. Aber: "Ich habe einfach weitergemacht."

Die höchste Auszeichnung für Physiker ist insgesamt mit umgerechnet etwa 830.000 Euro (9 Millionen Schwedische Kronen) dotiert. Seit der ersten Vergabe im Jahr 1901 haben 209 Forscher den Physik-Nobelpreis erhalten, darunter drei Frauen. Der US-Amerikaner John Bardeen bekam ihn zweimal. Am Montag war der Nobelpreis für Medizin Gregg Semenza, William Kaelin und Peter Ratcliffe zuerkannt worden. Sie hatten gezeigt, wie Zellen den Sauerstoffgehalt in ihrer Umgebung wahrnehmen und auf Veränderungen reagieren.

Es wird die Woche der Nobelpreise

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Michel Mayor.

(Foto: dpa)

Am Mittwoch werden die Träger des Chemie-Nobelpreises verkündet. Es folgt die Bekanntgabe der diesjährigen Literatur-Nobelpreisträger. In diesem Jahr werden zwei Autoren geehrt, da der Preis 2018 nach einem Skandal im Jurygremium nicht vergeben wurde. Am Freitag wird bekannt gegeben, wer den diesjährigen Friedens-Nobelpreis erhält.

Der Reigen endet am kommenden Montag mit dem von der schwedischen Reichsbank gestifteten Wirtschafts-Nobelpreis. Die feierliche Überreichung der Auszeichnungen findet traditionsgemäß am 10. Dezember statt, dem Todestag des Preisstifters Alfred Nobel. Im vergangenen Jahr hatten der US-Amerikaner Arthur Ashkin, der Franzose Gérard Mourou und die Kanadierin Donna Strickland den Nobelpreis für Physik für die Entwicklung hochpräziser Werkzeuge aus Licht bekommen.

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Quelle: n-tv.de, kst/dpa/AFP

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