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So groß wie ein Kleinkind Forscher finden Reste von Riesen-Papagei

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Der Riesen-Papagei soll vor 19 Millionen Jahren gelebt haben.

(Foto: Dr Brian Choo, Flinders Universi)

Ein internationales Forscherteam macht 2008 eine spannende Entdeckung: steinerne Überreste eines Ur-Vogels. Jahrelang ist nicht klar, zu welchem Tier die Fossilien gehören. Nun sind sich die Wissenschaftler sicher, dass sie es mit einem riesigen Papageien zu tun haben.

In Neuseeland soll vor vielen Millionen Jahren ein Riesen-Papagei von einem Meter Größe und sieben Kilogramm Gewicht gelebt haben. Wissenschaftler haben bereits im Jahr 2008 die Fossilien des enormen Vogels in der Nähe der Bergarbeiterstadt Saint Bathans auf der Südinsel des Pazifikstaats entdeckt. Dies teilten die Flinders-Universität aus Sydney und das Canterbury-Museum aus Christchurch mit. Die Forscher beschrieben den spektakulären Fund in den "Biology Letters" der britischen Royal Society.

Über Jahre waren sich die Forscher aber im Unklaren darüber, worum es sich bei den Überresten - zwei unvollständigen Unterschenkelknochen - handelte. Die ursprüngliche Annahme sei gewesen, dass die Überreste "von irgendeiner Art von Adler" stammten, sagte der Leiter der Naturgeschichte-Abteilung am Canterbury Museum, Paul Scofield. Dann seien die Fossilien aber neu untersucht worden.

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Der Riesen-Papagei wäre dem Menschen wohl bis zur Hüfte gegangen.

(Foto: Professor Paul Scofield, Canterb)

"Anfangs hatten wir Papageien gar nicht auf dem Radar", ergänzte Professor Trevor Worthy von der Flinders-Universität. "Wir haben eine ganze Weile gebraucht, um zu dem Schluss zu kommen, dass ein Vogel mit diesen Eigenschaften ein Papagei sein muss."

Riesen-Vogel hat kleine Papageien gefressen

Das Tier bekam von seinen Entdeckern den Namen Heracles inexpectatus verpasst. Damit wird auf seine "Herkules-Statur" und die überraschende Entdeckung angespielt. Die steinernen Überreste werden auf ein Alter von bis zu 19 Millionen Jahren geschätzt. Vermutet wird, dass der Riesen-Papagei sich auch von kleineren Papageien ernährte. Heute leben die meisten Papageien nur von Pflanzen. Unsicher sind sich die Experten, ob er fliegen konnte.

Forscher haben eine Hypothese zur oft deutlich abweichenden Körpergröße von Tierarten auf Inseln im Meer: Der sogenannten Inselregel zufolge sind dort vor allem mittelgroße Tiere im Vorteil. Bei Vertretern von Tiergruppen, deren Arten üblicherweise sehr groß sind, entwickeln sich demnach auf Inseln eher kleinere Vertreter wie etwa der Zwergelefant (Inselverzwergung). Bei Gruppen, die aus üblicherweise eher kleinen Arten bestehen, sind die auf Inseln lebenden Verwandten hingegen oft größer - bei den Vögeln oder den Landschildkröten zum Beispiel (Inselgigantismus). Ursache sind der Annahme zufolge verschiedene Faktoren wie zum Beispiel begrenzte Nahrungsressourcen und mangelnder Druck durch Fressfeinde.

Quelle: n-tv.de, pvt/dpa/AFP

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