Wissen

"Der erste Staat in Amerika" Forscher finden erstes Landstraßen-Netz

86382401.jpg

So soll El Mirador laut der LIDAR-Analyse einst ausgesehen haben.

(Foto: picture alliance / dpa)

Eine Million Menschen sollen in der Maya-Metropole El Mirador im heutigen Guatemala gelebt haben. Vor ihrem Untergang kurz nach Christi Geburt war die "Wiege der Maya-Kultur" die größte Stadt der westlichen Hemisphäre - mit einem imposanten Straßennetz.

Mittels moderner Laser-Technologie haben Forscher in der "Wiege der Maya-Kultur" im Norden von Guatemala das erste Landstraßen-Netz der Welt entdeckt. Die insgesamt 17 Straßen mit einer Gesamtlänge von über 240 Kilometern hätten die Stadt El Mirador mit umliegenden Ortschaften verbunden, sagte Projektleiter Richard Hansen. El Mirador in der Region Petén an der Grenze zu Mexiko sei vor ihrem Untergang um das Jahr 150 nach Christus die größte Stadt der westlichen Hemisphäre gewesen.

Bei dem sogenannten Lidar-Verfahren wird die Erdoberfläche mit Laserstrahlen gescannt und eine dreidimensionale Karte der Region erstellt. Die Forscher entdeckten dabei Pyramiden, Terrassen, Kanäle, Deiche, Mauern und Straßen. Die Pyramide La Danta ist mit 72 Metern die höchste in Mittelamerika. In der Blütezeit sollen rund um El Mirador über eine Million Menschen gelebt haben. "Das war der erste Staat in Amerika", sagte Hansen.

Bei der Vermessung stießen die Forscher auf Hinweise auf ein komplexes Stall- und Weidensystem. Offenbar hätten die Maya in El Mirador im großen Stil Vieh gezüchtet und Fleisch produziert, sagte Hansen. Im kommenden Jahr wollen die Wissenschaftler ihre Forschung fortsetzen.

Quelle: n-tv.de, jve/dpa

Mehr zum Thema